Verein sorgt sich um Naturdenkmal

Seniorensportgruppe aus Hombressen beklagt Vandalismus an der Friedenseiche

Friedenseiche bei Hombressen: Schon dreimal haben Unbekannte hier den Behälter entwendet, der Flyer über die Rundwanderwege enthält.
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Friedenseiche bei Hombressen: Schon dreimal haben Unbekannte hier den Behälter entwendet, der Flyer über die Rundwanderwege enthält.

Die Vereinsmitglieder sind verärgert: Schon zum dritten Mal ist ein Flyerbehälter entwendet worden. Außerdem beschädigen Reiter immer wieder den Hügel, auf dem der Baum steht.

Hombressen – „Wir nehmen besorgt zur Kenntnis, dass dieser herrliche Platz nördlich von Hombressen zum Verweilen oder Rasten immer öfter beschädigt und verunstaltet wird“, sagt Otto Dörigmann (72), Leiter der Seniorensportgruppe des TSV Hombressen. Dieser „herrliche Platz“ ist die 150 Jahre alte Friedenseiche auf dem 295 Meter hohen Warthügel.

Die Senioren, die zusammen wandern und Rad fahren, haben 2015 nicht nur Wanderwege um Hombressen gestaltet, die sie seitdem pflegen. 2017 haben sie auch eine neue Sitzbank rund um die Friedenseiche gebaut und dazu einen neuen Treppenaufgang errichtet. Wir berichteten.

Flyerbehälter zum dritten Mal entwendet

Am Mittwoch, 31. März, vor Ostern stellte Otto Dörigmann fest, dass zum dritten Mal der Behälter aus der Aufhängung gerissen und entwendet wurde, in dem sich die Flyer über die Rundwanderwege um Hombressen befinden. „Wie soll man den zahlreichen Wanderern und Besuchern dann noch unsere schöne Heimat vermitteln?“, fragt Dörigmann.

Otto Dörigmann (72), Rentner aus Hombressen (Archivfoto)

Es sei außerdem ärgerlich, dass sich immer öfter Reiter mit ihren Pferden auf dem Hügel unter der Friedenseiche aufhielten. Das sei zwar nicht verboten, bestätigt auch ein Sprecher des Ordnungsamts, doch die Pferde beschädigten mit ihren Hufen den Hang, der zum Stamm der Eiche hochführt. Die Schäden auf der Parzelle, die im Gegensatz zu den umliegenden Feldern der Stadt Hofgeismar gehöre, seien nur schwer wiederherzurichten.

Für die Pflege des Hangs ist die Stadt Hofgeismar zuständig, weiß Otto Dörigmann, der derzeit noch für die SPD im Magistrat sitzt, aber aus Altersgründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat.

Ordnungsamt: „Schwierig zu kontrollieren“

Das Ordnungsamt verweist unterdessen darauf, dass die Wege zur Friedenseiche für Pkw gesperrt seien und es durch die Abgeschiedenheit schwierig sei, Vergehen zu kontrollieren. „Das bekommt man nicht mit“, sagt ein Sprecher. Meldungen über Vandalismus an der Stelle hat die Stadt nicht erhalten.

Auch am 31. März hat Otto Dörigmann laut eigener Aussage unter der Eiche Reiterinnen getroffen, als er dort turnusgemäß mit seiner Frau die Bank abwusch und Wanderprospekte in den Behälter nachlegen wollte. Die Reiterinnen hätten sich nach seiner Belehrung, mit den Pferden nicht auf den Hügel zu reiten, jedoch „völlig uneinsichtig“ gezeigt.

Otto Dörigmann: „Schont diesen herrlichen Platz!“

Trotzdem wünsche er sich viele Leute an der Friedenseiche, sagt Dörigmann. Der Platz solle angenommen werden, denn er sei ein „wunderbarer Zwischenstopp“. „Jeder Wanderer, Spaziergänger, Radfahrer und auch Reiter ist an der Friedenseiche herzlich willkommen“, so der Sportgruppenleiter, der schon seit seiner Kindheit Mitglied beim TSV Hombressen ist. „Schont diesen herrlichen Platz!“, lautet daher Döringmanns Appell vor allem an die Menschen, die respektlos mit der Anlage umgehen.

Die Friedenseiche wurde 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg als Mahnmal für den Frieden gepflanzt. Das kleine Fest, das zum 150-jährigen Bestehen der Eiche geplant war, fällt wegen Corona aus. (Paul Bröker)

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