Mit vereinten Kräften: Altstädter Kirche bekam Weihnachtsbaum 

Hofgeismar. Ein Zwei-Meter-Bäumchen, wie es die meisten zuhause im Wohnzimmer haben, wirkt in einer Kirche eher mickrig.

Deshalb muss für ein Gotteshaus etwas Größeres her. Dass es viel erfahrene Hände braucht, um einen mindestens dreimal so großen Weihnachtsbaum in eine Kirche zu bugsieren, konnte man am Wochenende in der Altstädter Kirche in Hofgeismar erleben.

Wolfgang Böhner und sein Team vom Inga-Bauhof (Integration durch Arbeit), Landwirt Michael Neumann und auch Dekan Wolfgang Heinicke waren voll gefordert, als es am Freitag darum ging, eine sieben Meter hohe Blaufichte in den Altarbereich zu befördern. „Die Fichte ist eine Spende von Familie Wörner aus Hofgeismar“, sagte der Dekan. Eigentlich sei es eine Win-Win-Situation, denn 400 Euro hätte die Familie für die Fällung normalerweise zahlen müssen, „denn sie war nicht nur sehr hoch, sondern auch sehr dicht bewachsen“, bemerkt Experte Böhner. Mit Hilfe von Neumann, der seit 20 Jahren seinen Schlepper und Frontlader für die Aktion zur Verfügung stellt und natürlich selbst tatkräftig mithilft, wurde der Baum zur Kirche transportiert. „Inzwischen haben wir uns auf sieben Meter geeinigt - früher wollte Pfarrer Müller immer ganz große Bäume von neun Meter, doch das ist kaum zu bewältigen hier“, erinnert sich der Landwirt aus Hofgeismar. Noch heute sehe man im Altarbereich Spuren an der Wand, als ihnen einst ein so großer Baum umgekippt sei.

Auch das Fällen selbst sei nicht immer einfach gewesen - vor einigen Jahren mussten sie sogar einen Bagger bestellen, da der Baum zu dicht am Haus stand. Nachdem es der Kirche vor zwei Jahrennicht gelang, einen Baum aufzutreiben, ist jetzt an Nachschub erstmal reichlich gesorgt. Denn damals veranlasste der Dekan eine Meldung in der HNA, in der er die Problematik schilderte und dann meldeten sich mindestens zehn Personen, die sie jetzt erst einmal abarbeiten.

Für die Weihnachtsbaumaktion in der Kirche hat das Inga-Team extra zwei rollende Halterungen gebaut. Erstes Hindernis ist das nicht sehr breite Südportal. Doch dies bewältigte die sechsköpfige Gruppe dieses Jahr problemlos. „Nicht einmal die Zweige mussten wir abbinden“. Nachdem man dann den gewaltigen Baum durch das Kirchenschiff befördert hatte, wobei es stets darauf ankam, die Spitze nicht zu beschädigen, kam der der schwierigste Teil. In ein 50 Zentimeter tiefes Loch hinter dem Altar muss der Stamm hinein. Mit Zwischenstation auf dem Altar wurde der Baum schließlich Stück für Stück in die Höhe gezogen. Während auf der einen Seite gezogen wird, stützt ein anderer Teil der Helfer den Baum vorne mit Leitern ab. Es kostete viel Schweiß, Kraft und Nerven, bis er nach 20 Minuten hinter dem Altar stand.

Am 6. Januar wird Neumann den Baum allein aus der Kirche holen, zersägt in kleine Teile.

Baumstellen an Altenstädter Kirche

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