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Streit um Solarbänke: Uneinigkeit im Hofgeismarer Parlament trotz gleicher Idee

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Von: Daria Neu

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Engagiert: Zoe Hohmeier (links) und Marie Geifen von der Gustav-Heinemann-Schule stimmten zuletzt für Ideen zum Thema Energiewende beim Planspiel „plenergy“ ab. Unter anderem ging es dabei um Solarbänke. Diese sorgten in der Hofgeismarer Stadtverordnetenversammlung allerdings für Streit.
Engagiert: Zoe Hohmeier (links) und Marie Geifen von der Gustav-Heinemann-Schule stimmten zuletzt für Ideen zum Thema Energiewende beim Planspiel „plenergy“ ab. Unter anderem ging es dabei um Solarbänke. Diese sorgten in der Hofgeismarer Stadtverordnetenversammlung allerdings für Streit. © Josefin Schröder

Im Hofgeismarer Parlament hat eine Idee, Solarbänke aufzustellen, für ordentlich Diskussionen gesorgt. Um den Inhalt ging es aber nicht.

Hofgeismar – Mit einer richtig guten Idee haben Schüler der Gustav-Heinemann-Schule zuletzt fraktionsübergreifend das Hofgeismarer Parlament beeindruckt. Im Planspiel „plenergy“ regten die Neuntklässler an, Solarbänke in der Stadt aufzubauen, die umweltfreundlich Strom erzeugen und an denen man zum Beispiel bequem sein Smartphone aufladen kann. Nachdem der Inhalt der Idee auf breite Zustimmung stieß, knirschte es bei der Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung gewaltig.

Das Problem: Auf der Tagesordnung standen gleich zwei Anträge, die sich mit den sogenannten „Smart Benches“ beschäftigen. CDU und WSD beabsichtigten die Aufstellung zweier Bänke an konkreten Standorten. Die SPD wollte einen Prüfauftrag beschließen, bei dem Kosten, Kriterien, Menge und Aufstellorte genauer unter die Lupe genommen werden sollten. Anstatt sich in den Ausschüssen auf einen gemeinsamen Antrag zu verständigen, wurde vor den Augen einiger Schüler, die die Sitzung interessiert besucht hatten, teilweise lautstark diskutiert.

Man sei seitens der CDU und der WSD „leicht befremdet“ gewesen, warum es von der SPD einen zweiten Antrag gegeben habe, obwohl der erste bereits auf den Weg gebracht worden sei – zumal Vertreter der Fraktion nicht einmal das Planspiel vor Ort besucht hätten. Barbara Klemm (CDU) betonte, dass es wichtig sei, „Nägel mit Köpfen zu machen“ und nicht erst einen Prüfantrag zu stellen.

Die SPD zeigte sich verärgert über die Äußerungen. Einige Mandatsträger brachen zwischenzeitlich in Gelächter aus. „Das glauben Sie doch wohl selbst nicht“, hieß es hier und dort. Frank Nikutta (SPD) sagte: „Es handelt sich um eine sinnvolle Geschichte.“ Die SPD habe ihren Antrag ganz normal nach der letzten Sitzung eingebracht, alles andere sei Unterstellung. „Wir ziehen am selben Strang“, sagte er. Dass es bei der Debatte nicht um den Inhalt gehe, finde er schade.

Zum Einlenken zeigten sich beide Antragsteller bis zu einer Sitzungsunterbrechung nicht bereit. Nachdem ihr konkreter Antrag jedoch mehrheitlich abgelehnt wurde, entschieden sich CDU und WSD dazu, die letzte Möglichkeit zu ergreifen, die Idee der Schüler umzusetzen, und stimmten dem Prüfantrag zu. Die FDP enthielt sich.

Bürgermeister Torben Busse appellierte an die Fraktionen: „Der Inhalt der Idee ist es wert, darüber zu diskutieren – aber doch nicht der Werdegang.“ (Daria Neu)

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