Drei Tage Programm an der Friedenseiche

Hombresser sorgen sich um ihr Heimatsymbol

Edle Karte: Eigentlich sollte sie längst eingeweiht gewesen sein – nun fand sich ein passender Anlass. Die Tafel auf einem Sandsteinsockel (hier mit von links: Bürgermeister Torben Busse, Ortsvorsteherin Regine Bresler sowie Dirk Ewers und Johann Spuling von der BI) zeigt alle von der Friedenseiche aus sichtbaren Berge der Region.
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Edle Karte: Eigentlich sollte sie längst eingeweiht gewesen sein – nun fand sich ein passender Anlass. Die Tafel auf einem Sandsteinsockel (hier mit von links: Bürgermeister Torben Busse, Ortsvorsteherin Regine Bresler sowie Dirk Ewers und Johann Spuling von der BI) zeigt alle von der Friedenseiche aus sichtbaren Berge der Region.

Drei Tage lang hat Hombressen den 150. Geburtstag seines vielfotografierten Symbolbaums Friedenseiche gefeiert.

Hombressen – Eigentlich sollte sie ein Wahrzeichen für Frieden sein, doch für viele ist sie vor allem eines – nämlich ein Symbol für Heimat. Viele, die am Wochenende den 150. Jahrestag der Pflanzung der Hombresser Friedenseiche mitfeierten, brachten ihre Verbundenheit zu dem außergewöhnlichen Baum zum Ausdruck, schwelgten in Kindheitserinnerungen und Erlebnissen.Dass eine reizvolle Umgebung und handgemachte Musik reicht, um hunderte von Gästen in Stimmung zu bringen, zeigte sich am Samstag bei der Hauptveranstaltung. Die Hombresser Lempetal Musikanten spielten beispielsweise die Vogelwiese und weitere Gute-Laune-Klassiker.

Vor Feiern, Plaudern und Schunkeln leitete Ortsvorsteherin Regine Bresler den Nachmittag offiziell ein: „Wenn man in Calden auf dem Flughafen landet und von dort aus die Friedenseiche sieht, kommt ein Zuhause-Gefühl auf“, sagte Bresler und unterstrich damit, an welch einer exponierten Stelle der Baum steht.

Dirk Ewers von der Bürgerinitiative (BI) Pro Friedeseiche erinnerte bei der Feierstunde daran, dass der außergewöhnliche Ausblick „in Gefahr sei“, gebe es doch Planungen, die Umgebung mit Windrädern in eine Industrielandschaft zu verwandeln.

Neue Orientierungshilfe

Da gerade der Blick vom Eichenstandort Warthübel aus in allen Richtungen in die Ferne schweifen kann, war es an der Zeit, dass das Naturdenkmal eine Tafel bekam. Auf Edelstahl eingraviert, kann nun jeder nachvollziehen, wo beispielsweise der Rosen-, der Hahne- oder der Schreckenberg liegen. Angestoßen dazu hatte der Hombresser Johann Spuling, der mit Hilfe von Heinz Siebert die Karte ausgearbeitet hat.

„Wenn ich hier oben war und mich Besucher nach dem ein oder anderen Berg fragten, musste ich oft passen“, erklärte Spuling, der als Hobbyfotograf die Eiche schon in vielen Stimmungen eingefangen hat. Finanziert wurde die Tafel von „Pro Friedenseiche“ und dem Sportverein TSV Hombressen, die allerdings „nicht über Geld reden wollten“. Die Steinsäule wurde vom Bauhof der Stadt Hofgeismar aus dem Steinbruch in Bad Karlshafen geholt und mit der Tafel aufgestellt.

Gestemmt wurde das Fest von der Vereinsgemeinschaft, die nicht nur der Pandemie, sondern auch des Wetters wegen eine Zitterpartie durchmachen mussten. „Wir haben hin und her überlegt, ob wir es durchziehen sollten“, berichtet Bresler, die am Ende heilfroh war, so entschieden zu haben.

Für viele ein Lebensbegleiter

Auch wenn es keine Speisen gab, man nur Getränke bekam und es ab und zu mal regnete, so sei es eine rundum gelungene Geburtstagsfeier gewesen. Diese nahm am Freitagabend ihren Auftakt mit einem Sternenmarsch mit Fackeln an dem sich mehrere hundert Besucher beteiligten. Und selbst der Ausklang am Sonntagmorgen, wo zu einem Gottesdienst geladen war, wurde gut besucht. „Ich bin heute sehr gerne hier, da mich die Friedenseiche schon mein Leben lang begleitet“, bemerkte die 80-jährige Gisela Schäfer. Schon als Kind hätte sie hier oben auf dem Feld gearbeitet und Rast unter dem Schattenspender gemacht. Auch für Reiner Tölle ist der alte Baum so etwas wie ein Lebensbegleiter: „Als Kinder waren wir schon ständig hier oben und der Kontakt zu diesem herrlichen Baum ist bis heute geblieben, denn er bedeutet Heimat.“

Video: Der Hombresser Patrick Brusius hat den Fackelzug aus der Luft gefilmt (siehe youtube.com). (Tanja Temme)

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