Bürgermeisterwahl in Immenhausen: So fühlen sich die Verlierer

Sieger und Unterlegene: André Rittner (links) und Malte Fehling nahmen Wahlsieger Jörg Schützeberg in die Mitte. Schützeberg trug dabei ein auffälliges Shirt mit Comic-Boxern. Das sei Absicht gewesen, sagt er. Foto: Temme

Immenhausen. Die Deutlichkeit mit der Jörg Schützeberg zum Bürgermeister der Stadt Immenhausen gewählt zu werden überraschte.

So betrachteten die Unterlegenen die Ergebnisse am Tag nach der Wahl.

André Rittner 

Auch mehr als zwölf Stunden nach der Wahl konnte André Rittner noch nicht fassen, was passiert war. „Das hätte ich nicht erwartet“, gab er offen zu. Natürlich sei er sich nie zu 100 Prozent sicher gewesen, gewählt zu werden, aber dieses Ergebnis sei „ein deutliches Signal“, er habe „auf die Fresse“ bekommen. Er fühle sich wie in einem schlechten Traum, erzählte er.

Die Frage, ob nun er oder seine Partei, die SPD, mit diesem Ergebnis bestraft werden sollte, sei für ihn schwer zu beantworten. „Nach der Wahl wurde mir erklärt, dass es um die Partei ging. Vorher hat mir aber jeder gesagt, dass es eine Persönlichkeitswahl sei“, sagte Rittner, der sich nun stark selbst hinterfragt. „25 Jahre lang habe ich mein Leben in die Stadt gesteckt. Das, was ich da gemacht habe, war wohl schlecht“, erklärte er enttäuscht. „Ich muss mich nun neu orientieren.“ Wie genau das aussehen wird, wusste er am Tag nach der Wahl noch nicht. Auch, ob er Erster Stadtrat bleibt, ließ er offen. „Ich will keine übereilten Entscheidungen treffen.“ Sicher sei aber, dass er seine Kraft demnächst anderswo einsetzen werde. In den kommen Tagen werde er auch noch analysieren, woran es denn lag. „Jetzt bin ich erstmal in einem Mega-Loch.“

Malte Fehling 

Bereits direkt nach Bekanntgabe der Ergebnisse sagte Malte Fehling: „Ich bin mit mir im Reinen.“ Natürlich hätte er gern ein paar Prozent mehr bekommen, gerade in seiner Heimatgemeinde Holzhausen. Doch der Kandidat der Freien Liste Immenhausen kann mit dem Ergebnis gut leben.

Am Tag nach der Wahl hatte sich für den 37-Jährigen daran nichts geändert. „Bei mir wird alles ganz normal weitergehen, auch meine Arbeit als Stadtverordneter“, sagte er. „In Immenhausen hatten viele ein Problem mit dem Parteien-Filz und haben die Freie Liste offenbar auch als Partei gesehen und so den vollkommen unabhängigen Kandidaten gewählt.“ Sein Programm würde er wieder ganz genau so durchziehen. „Da stehe ich auch heute noch voll dahinter.“

Laut vorläufigem Endergebnis erhielt Schützeberg 56,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. André Rittner (SPD) kam auf 27,4 Prozent und Malte Fehling (Freie Liste) auf 16,6 Prozent.

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