52 Messstellen im Gebiet

Speedmarathon: 286 Fahrer wurden in Stadt und Landkreis Kassel geblitzt

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Hatten die Autofahrer im Blick: Polizist Christoph Pinne bediente an der Kontrollstelle am Bad am Park das Messgerät, Protokolleur Jürgen Hummel fungierte als Zeuge und notierte die Werte. Das Gerät liefert bis auf 1500 Meter Entfernung verwertbare Daten.

Hofgeismar/ Kassel. Die Bilanz des europaweiten Speedmarathons, an dem sich die nordhessische Polizei und Kommunen beteiligten, fällt in Nordhessen insgesamt positiv aus.

An den 52 Messstellen von Polizei und Kommunen in Stadt und Landkreis Kassel sowie den Kreisen Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg und Werra-Meißner waren von insgesamt 17 778 gemessenen Fahrzeugen 724 Fahrer zu schnell unterwegs.

Damit bewege sich die Zahl der Überschreitungen im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Nordhessen mit rund vier Prozent auf einem höheren Niveau als noch im Vorjahr mit drei Prozent, insgesamt aber in einem niedrigen Bereich, teilte Polizeioberkommissar Matthias Mänz als Pressesprecher gestern mit.

Die betroffenen Autofahrer hätten sich überwiegend einsichtig gezeigt. An vielen Kontrollstellen konnten die Angehaltenen von den Beamten darüber hinaus direkt auf die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit und deren oft fatalen Folgen bei Unfällen hingewiesen werden. Dies fand laut Mänz „großen Zuspruch“.

Mit 659 Verstößen lag der Großteil der Überschreitungen im Verwarngeldbereich bis 35 Euro, 56 Fahrer müssen mit einem Bußgeld rechnen, 14 droht nun ein Fahrverbot.

Nicht jeder wusste Bescheid

In Stadt und Landkreis Kassel zeichnete sich bereits am Nachmittag des Kontrolltages die Tendenz ab, dass die im Vorfeld angekündigten Messstellen offenbar nicht bis zum letzten Verkehrsteilnehmer durchgedrungen waren. Von 4896 gemessenen Fahrzeugen waren mit 286 Fahrern rund 5,8 Prozent zu schnell.

Damit wurde der Vorjahreswert von 2,5 Prozent zwar deutlich übertroffen, die Anzahl der Verstöße im Bußgeldbereich, also der deutlich zu schnell Fahrenden, sei im Vergleich zu den Vorjahren erfreulicherweise jedoch um ein weiteres Mal zurückgegangen, erklärte Pressesprecher Mänz.

Waren in 2015 beim Blitzmarathon in Stadt und Landkreis Kassel noch etwa 6 Prozent der Fahrer deutlich zu schnell, waren es in 2016 nur 3,8 Prozent. In diesem Jahr macht die Anzahl der festgestellten acht Bußgeldverstöße nur rund 2,8 Prozent der 286 Gesamtverstöße aus. In einem Fall droht dem Fahrer ein Fahrverbot.

Darüber hinaus musste ein 21-Jähriger aus Kassel die Beamten gestern zur Blutentnahme mit aufs Revier begleiten. Er war mit seinem BMW mittags in die Kontrollstelle „Am Felsenkeller“ im Kasseler Stadtteil Fasanenhof gefahren und geriet dort in den Verdacht, drogenberauscht unterwegs zu sein. Er muss sich nun wegen Fahrens unter Drogeneinfluss verantworten. In derselben Straße wurde auch der zu diesem Zeitpunkt als hessischer Spitzenreiter zählende Kraftfahrer gemessen, der mit Tempo 60 durch eine 30er-Zone fuhr. Er entging nur um ein Stundenkilometer einem einmonatigen Fahrverbot.

In Hofgeismar wurde, wie berichtet, eine 24-Jährige aus dem Verkehr gezogen, weil sie mit Tempo 43 durch die 30er-Zone fuhr, keinen Führerschein und keine Versicherung hatte.

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