Polizei blitzte Fahrer

Speedmarathon in Hofgeismar: Alarm im Minutentakt

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Unter Zeugen: Während Christoph Pinne die entgegenkommenden Autofahrer ins Visier nimmt, liest Jürgen Hummel (links) vom Außendisplay der Radarpistole die Abstands- und Geschwindigkeitsdaten ab und protokolliert sie. Weitere Beamte winken dann zu schnelle Autos heraus.

Hofgeismar. Auch im Kreisteil Hofgeismar wurden beim sogenannten Speedmarathon etliche Fahrzeuge angehalten, weil sie zu schnell unterwegs waren.

Von Abzockerei spricht im ersten Moment keiner der Männer und Frauen, die am Mittwoch in Hofgeismar im Rahmen der deutschland- und europaweiten Tempokontrollen von der Polizei angehalten wurden. Die meisten lächeln eher verlegen und räumen ein, dass sie zu schnell waren und zahlen meist sofort die mindestens fälligen 15 Euro. Wie lange das anhält, weiß die Polizei aber nicht zu sagen, meint Polizeipressesprecher Matthias Mänz.

Kontrollen sind wichtig und richtig: Das sagte Friedhelm Dietrich, nachdem er am Bad am Park als erster gestoppt wurde.

Als ersten erwischt es vor dem Bad am Park den Hofgeismarer Friedhelm Dietrich. Er ist mit 39 statt der erlaubten 30 Stundenkilometer unterwegs, der Alarm des von Christoph Pinne bedienten mobilen Messgerätes löst aus. Ein Kilometer weniger, und das Gerät wäre unter der vorgewählten Schwelle geblieben.

„Es ist richtig, dass kontrolliert wird, gerade hier am Schwimmbad, wo auch viele Kinder herumlaufen“, meint Dietrich, als eine Oberkommissarin der Bereitschaftspolizei ihn mit dem Ergebnis konfrontiert. Dann zahlt er.

Nachdem vorwiegend Traktoren vorbeikommen und die übrigen Pkw und Lkw meist zwischen 26 und 29 Stundenkilometer fahren, wechseln die etwa zehn Beamten den Standort und bauen ihre Messanlage beim Hofgeismarer Busbahnhof auf. Sie nehmen die lange Straße Am Anger ins Visier, die an Sportanlagen und Kindergärten vorbeiführt und wo oft zu schnell gefahren wird.

Und der Alarmton ertönt im Minutenabstand und einer nach dem anderen wird herausgewunken. Eine Mercedes A-Klasse ist mit 48 km/h unterwegs, ein Handwerker im Kleinbus mit 41 km/h. „Das passiert so schnell, dass man fünf Kilometer drüber ist“, sagt er später – und bezahlt ebenfalls.

Viele bekommen Schrecken

„Viele bekommen einen richtigen Schrecken und sind überrascht, andere reichen lächelnd die Scheine rüber und weiter gehts“, berichtet Polizeisprecher Matthias Mänz. Wichtig sei es, den Menschen bewusst zu machen, dass sie zu schnell gefahren sind und dass sie sich dann vielleicht öfter an die Vorschriften halten.

Zu schnell und nicht versichert: Polizist Thorsten Mönicke winkte diese Rollerfahrerin heraus, die am Anger 43 Stundenkilometer fuhr.

Länger an die Kontrolle denken wird auf jeden Fall eine 24-jährige aus Hofgeismar, die ebenfalls am Anger gestoppt wurde, weil sie mit Tempo 43 unterwegs war. Bei der Überprüfung zeigte sich außerdem, dass sie die Versicherungskennzeichen eines anderen Rollers an ihrem nicht zugelassenen und versicherten Zweirad angebracht hatte und zudem keinen Führerschein, sondern nur eine Mofa-Prüfbescheinigung besaß. Sie muss sich nun wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz verantworten.

Wieviele Fahrzeuge geprüft wurden und wie viele zu schnell waren, gibt die Polizei heute bekannt. Im Vorjahr waren 2,5 Prozent der Fahrzeuge zu schnell, bei 20 der 516 gemessenen Verstöße gab es für die flotten Fahrer Bußgelder und Punkte.

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