Baustelle beschert täglich neue Überraschungen

Stadt Hofgeismar lässt Fachwerkhaus für drei Millionen Euro sanieren

Etliche kleinere und größere Balkenabschnitte müssen ausgetauscht werden, wie hier durch die Zimmerleute Jens Bielemeier (links) und Florian Raulfs. Gleichzeitig machten Bauhistoriker überraschende Funde. Die Sanierung wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.
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Etliche kleinere und größere Balkenabschnitte müssen ausgetauscht werden, wie hier durch die Zimmerleute Jens Bielemeier (links) und Florian Raulfs. Gleichzeitig machten Bauhistoriker überraschende Funde. Die Sanierung wird voraussichtlich zwei Jahre dauern.

Das fast 500 Jahre alte Haus Markt 5 in Hofgeismar wird für drei Millionen Euro saniert. Die Arbeiten sind in vollem Gange und fördern tagtäglich Überraschungen zutage. 

Unter einem großen Wetterdach, das mit mächtigen Kränen montiert wurde, einem Rundumgerüst und hinter einem Fangnetz versteckt sich derzeit Hofgeismars spannendste Baustelle: das mindestens 460 Jahre alte Haus Markt 5, das für drei Millionen Euro saniert werden soll. Spannend nicht nur, weil man auf das Gutachten eines Bauhistorikers wartet, der seine Untersuchung zur Geschichte und Architektur des Hauses anhand neuer Funde nochmals überarbeitet. 

Das mehrfach umgebaute, verwinkelte Gebäude mit asymmetrischem Grundriss, in dem auch gotische Elemente entdeckt wurden, könnte ursprünglich ein Hallenhaus gewesen sein, in dem die Räume sich um eine große Tenne gruppierten. Viele Balken weisen alte Zapfenlöcher auf, ein Hinweis, dass die Hölzer wiederverwendet wurden. Auch Brandspuren wurden entdeckt. 

Fachwerksanierung am Markt in Hofgeismar: "Experten rästeln noch herum"

„Die Experten rätseln an manchen Sachen noch herum“, formuliert es Henning Hartmann vom Bauamt der Stadt Hofgeismar. Spannend sind aber auch die Bauarbeiten im Haus selbst, denn mit jeder Zwischenwand und jeder Deckenstruktur werden nicht nur neue Schichten der Baugeschichte freigelegt, sondern auch Schäden, die vorher nicht bekannt waren. 

Bisher bewegten sich die Kosten noch im veranschlagten Rahmen, heißt es aus dem Rathaus. Zudem stehen noch etliche Ausschreibungen aus, etwa für Heizung, Sanitär- und Elektroinstallation sowie den geplanten Fahrstuhlanbau und ein zweites Treppenhaus. Derzeit sind gleich zwei Zimmereien dabei, das Fachwerk von zwei Stellen aus – im Erdgeschoss und im obersten Stockwerk – auf Schadstellen zu untersuchen und auszubessern. 

Sanierung am Markt in Hofgeismar: Künftig mit Passage zur Altstädter Kirche

Gerade im Dachgeschoss und auch an manchen anderen Balkenverbindungen sind die Schäden nach Freilegung der Balken doch größer als vorher angenommen. Teilweise muss deshalb die Statik neu berechnet werden. Die Zimmerleute arbeiten sich hartnäckig Zentimeter um Zentimeter vor, stützen Decken ab, heben Balken mit Winden an, bessern Riegel aus, ersetzen defekte Zapfenverbindungen und gebrochene Balken, setzen zahllose neue Nägel aus Holz. 

Durchs Erdgeschoss soll künftig eine Passage zur Altstädter Kirche führen. Im Erdgeschoss zieht wieder die Touristinfo ein, darüber gibt es Tagungsräume, oben Büros von Naturpark und Märchenstraße. Fertig sein wird alles frühestens Ende 2021.

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