Lange Debatte im Stadtparlament

Stadt Hofgeismar prüft Chancen für Kunstrasen

Trockenheit, Fehlstellen und Schonpausen sind ein Problem bei Rasenplätzen. Löwenzahn (wie hier am Sportplatz am Anger) kann aber auch in Kunstrasen sprießen.
+
Trockenheit, Fehlstellen und Schonpausen sind ein Problem bei Rasenplätzen. Löwenzahn (wie hier am Sportplatz am Anger) kann aber auch in Kunstrasen sprießen.

Die Stadt Hofgeismar wird prüfen, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Kosten ein Kunstrasenplatz errichtet werden kann.

Hofgeismar - Das beschlossen die Stadtverordneten am Montag nach kontroverser Debatte mit einem knappen Ergebnis von 16 Ja- zu 14 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Dabei sollen Zuschussmöglichkeiten mit geprüft werden. Parallel dazu soll der Magistrat Kontakt mit dem Landkreis Kassel aufnehmen, um die Konditionen für die Übernahme des Schulsportplatzes am Anger durch die Stadt Hofgeismar zu verhandeln.

Den Kunstrasen-Antrag hatte die SPD schon in der vorangegangenen Sitzung eingebracht und dann zunächst mit in den Ausschuss verwiesen, wo er aber bei einem 4:4-Patt nicht angenommen wurde. Am Montag bekräftigte die CDU ihre ablehnende Haltung. Es sei kein Geld im Haushalt übrig und man könne für ein solches Projekt keinen Kredit aufnehmen. Karl-Heinz Tölle sprach von 600.000 bis 800.000 Euro Kosten, das sei „mit der CDU nicht machbar“. Keiner bestreite die Vorteile, die ein Kunstrasen habe, aber es werde wohl kein Stadtteilverein deshalb zum Spielen in die Kernstadt fahren. Ein Kunstrasenplatz sei nur etwas für höherrangige Teams, also etwa Hombressen, meinte Tölle.

Tim Kolle (SPD) sagte, es sei nicht viel Mut nötig, wenigstens die Möglichkeit prüfen zu lassen. Das verursache noch keine Kosten und bedeute auch nicht, dass gleich gebaut werde. Die Umweltbelastung durch Mikroplastik lasse sich reduzieren, dafür gebe es pausenlose Fußballspielmöglichkeiten. Diese Zukunftsperspektive durch Sport sei vor allem für Kinder und Jugendliche wichtig. Kolle merkte kritisch an, dass die CDU selbst kürzlich im Wahlkampf im Internet noch für Kunstrasenplätze eingetreten sei.

Prüfung heißt noch nicht Umsetzung

Die WSD war geteilter Meinung. Fraktionssprecher Stefan Dworak kündigte an, mit Enthaltung zu stimmen. Er bezeichnete einen Kunstrasenplatz in Hofgeismar als puren Luxus, wo andere Vereine noch nicht einmal einen Rasenplatz hätten. Er bat um eine ergebnisoffene Diskussion, da Kunstrasen auch Vorteile habe. Er regte an, das Thema auch im Umweltausschuss zu beraten, unter anderem wegen der Bodenversiegelung und der Einsparung von Betriebskosten für Rasenmäher und Kunstdünger. Es spreche nichts gegen einen Prüfauftrag an den Magistrat, denn der bedeute ja keine Garantie, dass dann auch gebaut werde.

Frank Nikutta (SPD) bedauerte die harte Haltung der CDU und sagte, dass bei den Kosten auch Zuschüsse und Eigenleistungen berücksichtigt werden müssten. Für die Reitsportler habe es auch schon einmal einen Zuschuss der Stadt zur neuen Reithalle gegeben, als es um die Entwicklung des Lidl-Standortes ging.

Er dankte der WSD für die Anmerkungen, die aufgeworfenen Fragen sollten im Ausschuss beraten werden. In der beantragten namentlichen Abstimmung votierten die CDU und der einzige FDP-Vertreter geschlossen gegen den Prüfantrag, die SPD war dafür, von der WSD gab es zwei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Die SPD hatte zunächst konkret den zentralen Schulsportplatz am Anger prüfen wollen, strich dies dann aber zugunsten einer allgemeinen Prüfung. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.