Brunnen soll Wasser aus 225 Metern Tiefe holen

Stadt Hofgeismar will bei Beberbeck vier Millionen Euro investieren

 Bürgermeister Markus Mannsbarth, Bauamtsleiter Dirk Lindemann und Ingenieur Johannes Bick.
+
Südlich von Beberbeck soll der neue Tiefbrunnen entstehen: (von links) Bürgermeister Markus Mannsbarth, Bauamtsleiter Dirk Lindemann und Ingenieur Johannes Bick.

Die Stadt Hofgeismar hat sich dafür entschieden, zukünftig vermehrt Trinkwasser aus tief liegenden Grundwasservorkommen zu nutzen.

Hofgeismar – Damit reagiert sie auf den Klimawandel und die häufig auftretenden Trockenwetterlagen. Bürgermeister Markus Mannsbarth schätzt die Kosten für das Projekt auf vier Millionen Euro. Ende 2022 soll das aus dem Tiefbrunnen gewonnene Trinkwasser aus den Wasserhähnen der Hofgeismarer Bürger fließen.

Die Versorgung

Die Wassergewinnung erfolgt seit vielen Jahrzehnten in den Quellfassungen im Lempetal im Reinhardswald, östlich von Hombressen. Das Leitungsnetz der Stadt Hofgeismar versorgt neben der Kernstadt und den dazugehörigen Ortsteilen die Ortsteile Eberschütz und Sielen der Nachbarstadt Trendelburg mit Trinkwasser.

Mit dem neuen Tiefbrunnen, der südlich von Beberbeck entstehen soll, will die Stadt Hofgeismar sicherzustellen, dass langfristig ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stehe. Nach Vorliegen der erforderlichen Genehmigungen sei laut Ingenieur Johannes Bick die Bohrung des Brunnens nahe Beberbeck für das Frühjahr 2021 vorgesehen.

Der Vorrat

„Es ist zur Zeit genug Wasser da“, betont Bürgermeister Markus Mannsbarth. Der Klimawandel und geringere Niederschläge erforderten jedoch ein Umdenken: „Wir wollen reagieren, bevor es zu spät ist.“

Ein weiteres Problem seien die vermehrt auftretenden Starkregenereignisse, die das Quellwasser eintrüben und die Nutzung als Trinkwasser einschränkten. Der neue Tiefbrunnen solle das künftig verhindern. Zudem sei durch die Tiefe von 225 Metern auch bei Trockenwetterlagen ausreichend Wasser vorhanden, ergänzte Bick.

Der Neubau

Die Baumaßnahme gliedert sich nach Angaben des Ingenieurs in drei Abschnitte. Erster Schritt: der Tiefbrunnen an sich. Wenn anschließend die Leistung und die Zusammensetzung des Grundwassers stimmen, folge der Ausbau der neuen Wassergewinnungsanlage, der Bau des Zwischenbehälters und der Rohrleitungen.

Ende 2018 hatte die Stadt Hofgeismar das geotechnische Büro Geonik in Kassel mit der Erstellung einer Vorstudie zur Trinkwassererschließung durch einen Tiefbrunnen beauftragt. Ziel der Studie war es, einen geeigneten Standort für den Brunnen zu finden. Kriterien waren die Nähe zum Stadtgebiet Hofgeismar und zum bestehenden Trinkwasserversorgungssystem. Außerdem wurde auf eine geringe Wasserhärte und hohe Qualität Wert gelegt.

So entschied man sich für den Standort, einen Kilometer südlich von Beberbeck, der sich auf den Flächen des Landes Hessen, vertreten durch die Hessische Landgesellschaft, befindet. „Land Hessen verschließt sich gegenüber dem Projekt nicht. Wir sind froh über die Zusammenarbeit und dass wir gemeinsam die Verantwortung tragen“, sagte Bauamtsleiter Dirk Lindemann. (Laura Ruth)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.