Zukunft des Geländes Reithagen noch offen

Stadt Hofgeismar legt Gartenhaus am Viehmarktgelände frei

Ein Teil des ehemaligen Gartens ist bereits von Buschwerk und wildem Gestrüpp befreit (links). Die großen Bäume sollen erhalten bleiben.
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Ein Teil des ehemaligen Gartens ist bereits von Buschwerk und wildem Gestrüpp befreit (links). Die großen Bäume sollen erhalten bleiben.

Im Dschungeleinsatz sind seit einigen Tagen Mitarbeiter des Hofgeismarer Bauhofes und einer Firma, um Licht in ein zuletzt undurchdringliches Dickicht zu bringen.

Hofgeismar - Auf einem lange ungenutzten Gartengrundstück gegenüber der Reithagenhalle, das die Stadt vor einiger Zeit angekauft hat, wird mit Bagger und viel Handarbeit das Unterholz entfernt, das den Garten lückenlos überzogen hatte. Dabei kam ein denkmalgeschütztes Gartenhaus wieder ans Licht.

Diese Pflegemaßnahme, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt, soll das 3000 Quadratmeter große Areal zwischen Reithagen und Breite Gasse von Unrat befreien und das Einzelkulturdenkmal wieder sichtbar machen. Durch die jahrelange Brache vor dem Ankauf sei eine verwahrloste Lage entstanden, die Müll und Ungeziefer anzog und weder dem denkmalgeschützten Gebäude noch der Liegenschaft gerecht wurde, hieß es seitens der Stadt. Auf dem Gelände befinden sich noch ein kleines Holzhaus und ein Holzunterstand, die beide stark beschädigt sind. Darin und dazwischen, nahe dem Gehweg am Reithagen, fanden sich große Mengen von Müll.

Am Ende soll das Hauptgebäude, ein im Denkmalbuch eingetragenes einstöckige Gartenhaus, ein Putzbau aus dem mittleren 19. Jahrhundert, wieder von Weitem sichtbar werden. An der Eingangsseite befinden sich über der Tür ein rundbogiges Oberlicht und beidseitige Fenster ebenfalls mit rundbogiger Oberlichtrosette. Es habe, so schreibt die Landesdenkmalpflege, „künstlerische und geschichtliche Bedeutung als klassizistisches Gartenhaus im historischen Gartengürtel vor der Stadtmauer“.

Nach dem Freiräumen sind Erstmaßnahmen zum Erhalt des Gebäudes und Nutzbarmachung und Begehbarmachung der Fläche geplant. Der gesunde Baumbestand werde erhalten und gepflegt. Die Maßnahme sei mit der Unteren Naturschutzbehörde inhaltlich und zeitlich abgestimmt und findet deren Befürwortung, unterstrich Bauamtsleiter Dirk Lindemann.

Die vergangenen Jahre haben dem Ziegelbauwerk nicht gutgetan: Durch Löcher in der Ziegeleindeckung ist an mindestens zwei Stellen Wasser eingedrungen, ein defektes Regenfallrohr hat an einer Stelle Wasser unter den Putz geleitet und die Ziegelmauer an einer Ecke angegriffen. Insgesamt erscheint die Substanz noch solide, allerdings verwahrlost. An der Wand hängen noch eine Fototapete mit Waldbach, ein Bildkalender, zuletzt abgerissen im August 1993, und auf dem Boden liegt neben Groschenromanen noch eine Werbezeitung von 2014.

Reichlich Müll musste der Bauhof schon von dem Gelände entfernen. Von außerhalb war das zugewachsene Gartenhaus praktisch nicht mehr sichtbar. Der einstöckige Ziegelbau entstand Mitte des 19. Jahrhunderts.

Was mit dem Garten geschehen soll, ist laut Stadtverwaltung offen. Es gab wiederholt Anfragen von Vereinen und privaten Pacht- und Kaufinteressenten, Letztere wollten das Gelände aber nur erwerben, wenn das Gebäude verschwunden ist.

Angestrebt werde nach Angaben von Bürgermeister Torben Busse zunächst das Anlegen einer Rasenfläche, damit das Gelände zwischen den Bäumen begehbar wird. Ob der Garten dann von einem Verein genutzt, für den Viehmarkt mitverwendet oder anders eingesetzt wird, sei noch offen. Entscheiden werde darüber sicher erst das künftige neue Stadtparlament nach der Kommunalwahl.

Ob das Gelände als von der CDU favorisierter Standort für einen Kindergartenneubau in Frage kommt, wollte Busse nicht bestätigen. Es gebe hier auch noch weitere denkbare Grundstücke. Geklärt werden müsse zunächst, was technisch und rechtlich hier überhaupt möglich sei.

Auf dem nahen Rasenplatz am Reithagen haben unterdessen diese Woche Bodenuntersuchungen stattgefunden, laut Busse im Zuge einer Bebauungsplanfortschreibung für eine andere Nutzung der Flächen dieses Gebietes. Nähere Details nannte er auf Nachfrage nicht. (Thomas Thiele)

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