Neue Idee bei Suche nach Ersatz für marode Stadthalle

Stadt prüft Kulturhaus im alten Hofgeismarer Bahnhof

Seit Jahren ungenutzt: Der 1848 errichtete und mehrfach umgebaute alte Bahnhof in Hofgeismar. 2015 wurde er durch einen Neubau abgelöst.
+
Seit Jahren ungenutzt: Der 1848 errichtete und mehrfach umgebaute alte Bahnhof in Hofgeismar. 2015 wurde er durch einen Neubau abgelöst.

Nachdem die 42 Jahre alte Stadthalle in Hofgeismar wegen erheblicher Mängel saniert oder abgerissen werden muss, ist jetzt offiziell eine weitere Alternative im Gespräch.

Hofgeismar - Der Magistrat der Stadt soll prüfen, ob für den alten Hofgeismarer Bahnhof Zuschüsse vom Bund zu erhalten sind. Einen entsprechenden Prüf-Antrag der SPD genehmigten die Stadtverordneten am Montag mit 20 Ja-Stimmen von SPD und Linken gegen elf Nein von CDU und WSD bei drei Enthaltungen aus WSD und FDP.

Nachdem es im vergangenen Jahr Diskussionen und Beratungen über einen Stadthallenneubau auf dem Reithagen gegeben hatte und sich dies am Ende als nicht finanzierbar herausstellte, war der Standort Bahnhof bislang noch nicht weiter diskutiert worden, erläuterte Bürgermeister Markus Mannsbarth.

Um Mittel aus Bundesprogramm bewerben

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Nissen, der beruflich als Förderexperte beim Landkreis Kassel arbeitet und einen Überblick über die unterschiedlichsten Geldquellen hat, habe einen Umbau des alten Bahnhofs und eine Erweiterung mit Weiterentwicklung zum Kulturzentrum vorgeschlagen. Mit einem solchen Konzept soll sich der Magistrat nun bis zum 30. Oktober, wenn die Frist abläuft, um Mittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ bewerben.

Grundsätzlich gefördert werden laut Antrag die „bauliche Sanierung und der Ausbau von Einrichtungen der sozialen Infrastruktur“. In dem Bundesprogramm stünden erhebliche Mittel bereit für die Förderung von Investitionen „in Projekte mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Integration in der Kommune“, heißt es im Antrag.

Die Sanierung des Bahnhofes könnte eine Maßnahme in dem Programm sein. Um das in Berlin prüfen zu lassen, muss in der ersten Antragsphase eine Projektskizze samt dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Einreichung des Antrags vorgelegt werden, erläuterte Mannsbarth. Der Haushaltsausschuss des Bundestages entscheide dann, welche Projekte aufgefordert werden, einen Antrag einzureichen. In dem Programm wären bis zu drei Millionen Euro als Zuschuss möglich.

Kritik von CDU: Zweiten vor ersten Schritt

„Der Beschluss ist noch keine Festlegung auf den Bau. Der Magistrat soll sich erstmal an der ersten Stufe beteiligen, dann können wir in der Zwischenzeit über das Projekt diskutieren,“ begründete Mannsbarth angesichts der bald ablaufenden Antragsfrist die Eile zum Beschluss.

Über diese Eile wunderte sich die CDU-Fraktion, die kritisierte, dass man damit den zweiten Schritt vor dem ersten tun würde. In Hümme sei die Bahnhofumnutzung ein Erfolg gewesen, doch in Hofgeismar habe man eine andere Sachlage, sagte Barbara Klemm: „Der Bau steht dicht an den Gleisen, rundum sind Parkplätze, Wohnbebauung und Buswendeschleife.“ Da gebe es sicher bessere Möglichkeiten, das sei verfrüht. „Hier wird wieder Fördertöpfen hinterhergejagt“, meinte sie und kritisierte, dass der Eigenanteil der Stadt nicht bedacht wurde und man besser mit Geld umgehen sollte.

Peter Nissen entgegnete, dass man sich sicher um die Planung kümmern müsse um eine Größe festzulegen und eventuell auch mehrere Varianten. Bei dem jetzigen Auftrag an den Magistrat gehe es noch nicht um Details, sondern nur um die Abfrage, ob der Bund etwas dazugeben würde. Den Winter könne man dann für weitere Diskussionen nutzen. Die Mehrheit des Hofgeismarer Stadtparlaments stimmte dann für diesen Versuch. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.