Entscheidung über Neubau

Stadthalle Hofgeismar droht der Abriss

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Die Hofgeismarer Stadthalle (rot) wurde Mitte der 1970er Jahre erbaut. Dafür wurden Wohnhäuser, eine alte Fabrik, Bauernhofgebäude und ein Cafe abgerissen.

Die Stadthalle in Hofgeismar wird vermutlich ganz oder teilweise abgerissen. Ein neuer Standort ist in der Diskussion.

Eigentlich sollte in diesem Jahr der zweite Bauabschnitt zur Erneuerung der Hofgeismarer Fußgängerzone beginnen. Doch das Projekt wird vermutlich erst einmal zurückgestellt, denn zunächst muss entschieden werden, ob die Stadt nach über 40 Jahren eine neue Stadthalle bekommt.

Die bisherigen Beratungen mit Experten sowie im Haupt- und Finanzausschuss deuten darauf hin, dass die jetzige Stadthalle neben dem Rathaus wegen ihrer vielen Mängel ganz oder teilweise abgerissen wird und dass vermutlich an Stelle der Reithagenhalle und der ehemaligen Jugendherberge am Rand der Altstadt ein Neubau entsteht.

Das präzisierte Bürgermeister Markus Mannsbarth im Gespräch mit der HNA, nachdem er beim Neujahrsempfang der Stadt am vergangenen Freitag erklärt hatte, dass bei einer Sanierung am jetzigen Standort die größten Nachteile (wie zu geringe Größe) erhalten blieben.

Auch unter dem Aspekt der Barrierefreiheit hatte die Stadt bereits im vergangenen Jahr mehrere alternative Standorte geprüft. Dazu gehörten eine Fläche Am Anger, der Schulsportplatz, das Areal des früheren Wohnmobil-Handels beim Rocholl-Park an der Industriestraße sowie die alte Turnhalle und Jugendherberge am Reithagen. Für dieses Jahr will die Stadt schon einmal 200 000 Euro für Vorplanungen in den Haushalt einstellen. In den bisherigen Gesprächen habe sich der Standort am Reithagen als der günstigste Platz erwiesen.

Für die Vereine, die die Reithagenhalle und auch die Stadthalle nutzen, sollten dort dann auch wieder ausreichend Räume bereitgestellt werden, sagte Mannsbarth. Entscheiden müsse letztlich die Stadtverordnetenversammlung. In absehbarer Zeit soll es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben, in der über den aktuellen Stand und die Perspektiven berichtet wird.

Erbaut zum Hessentag vor 41 Jahren

Die Stadthalle wurde eingeweiht beim 18. Hessentag, der vom 24. Juni bis 2. Juli 1978 in Hofgeismar stattfand. Das vom Land geförderte Bauwerk entstand gemeinsam mit dem Angerstadion und einer der ersten Fußgängerzonen in einer Kleinstadt im ländlichen Raum. Der gleichzeitigen Sanierung und Erweiterung des Rathauses um Stadthalle und Giebelhäuser musste auch das 1620 im Spätrenaissancestil erbaute Gilde- und Hochzeitshaus weichen. Es diente als Stadtwache, Standesamt und Treffpunkt der Zünfte. Nach einem Brand erhielt es 1850 einen neuen Dachstuhl. Reste der Fassade sind noch an der Farbestraße in einer Garagenwand zu sehen.

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