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Start ins Berufsleben: Junge Menschen können in Wülmersen ihre Berufsfähigkeiten testen

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Von: Thomas Thiele

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In der Metallwerkstatt werden in diesen Tagen gerade Sonnenliegen und Insektenhotels gebaut. Die Stücke dienen zum Erlernen der Techniken, sollen aber auch einen Nutzwert haben.
In der Metallwerkstatt werden in diesen Tagen gerade Sonnenliegen und Insektenhotels gebaut. Die Stücke dienen zum Erlernen der Techniken, sollen aber auch einen Nutzwert haben. © Thomas Thiele

Schülerinnen und Schüler stehen häufig vor der Frage, wie sie nach der Schule in eine berufliche Ausbildung starten können. Im Wasserschloss Wülmersen gibt es dafür eine Ausbildungsstätte.

Wülmersen/Kassel – Immer wieder stehen Schülerinnen und Schüler vor der Frage, wie sie nach ihrer Schulzeit in eine berufliche Ausbildung starten und ihrem Leben eine Ausrichtung und Perspektive geben können. Seit vielen Jahren gibt es im Wasserschloss Wülmersen, wo sich ein Café, ein Zeltplatz und eine Kulturbühne befinden, auch Ausbildungsstätten für junge Menschen, was aber noch viel zu wenige wissen.

„Ich hatte die weiterführende Schule abgebrochen und habe nur rumgehangen, ohne geordneten Tag“, erzählt beispielsweise Leon (23) aus Immenhausen. In Wülmersen war er zunächst in der Metallwerkstatt, die es ebenso wie eine Holzwerkstatt gibt, und probierte dann auch den Hauswirtschaftsbereich, der ihm viel besser gefiel, weil er das Kochen mag: „Die selbstgemachten Burger sind super“. Nick (23) aus Grebenstein, der über das Jobcenter nach Wülmersen kam und seit einem Jahr in der Metallwerkstatt arbeitet, findet es toll, „dass einem gut erklärt wird, wie man was macht“. Hier, so erleben es die Jugendlichen, gebe es im sehr angenehmen Umfeld „Tipps fürs Leben“ in einer Zeit steigender Unsicherheit.

Die jungen Leute zwischen 16 und 30 Jahren kommen, meist mit dem Bus, aus dem gesamten Kreisteil Hofgeismar und arbeiten und lernen an vier Vormittagen der Woche in den Werkstätten und an einem Vormittag in der beruflichen Herwig-Blankertz-Schule in Hofgeismar, erläutert Projektleiter Stefan Löber von AGiL.

Ausbildungsstätte im Wasserschloss Wülmersen wird vom Jobcenter und vom hessischen Sozialministerium unterstützt

Diese eineinhalbjährigen Qualifizierungsmaßnahmen werden vom Landesministerium für Soziales und Integration mit 252 000 Euro und vom Jobcenter Landkreis Kassel mit 172 000 Euro gefördert. Organisiert werden die Kurse von der kreiseigenen Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (AgiL) in Wolfhagen.

Die Küche im Hauswirtschaftsbereich, nachdem aufgeräumt wurde. Rechts Mira Hennecke vom Anleiterteam.
Die Küche im Hauswirtschaftsbereich, nachdem aufgeräumt wurde. Rechts Mira Hennecke vom Anleiterteam. © Thomas Thiele

„Die Qualifizierung ist niedrigschwellig angelegt, wir wollen, dass unsere Teilnehmer ihre Persönlichkeit stabilisieren und damit eine Ausbildungs- und Berufsreife erlangen“, erklärt AGiL-Geschäftsführer Andre Franke. Zum Angebot gehören deshalb auch sozialpädagogische Angebote und individuelle Unterstützung in Deutsch und Mathematik.

Junge Menschen bekommen in Ausbildungsstätte in Wülmersen Hilfe bei der Ausbildungssuche

„Für uns ist es wichtig, dass wir mit dieser Qualifizierung junge Menschen an eine eigenverantwortliche Lebensführung heranführen können und denjenigen helfen, die Schwierigkeiten haben, ihren Platz auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu finden“, unterstreicht Vizelandrätin Silke Engler bei einem Besuch der Werkstätten.

Auch Andreas Gück vom Jobcenter sieht das Geld gut eingesetzt, weil trotz des Arbeitskräftemangels die Lage für diese Zielgruppe immer noch sehr angespannt sei. Hier gehe es weniger um Theorie als um Praxis, um zu sehen, was einem liegt. Für Schulabgänger seien die vielen Angebote leider oft unüberschaubar. Die Bilanz der Vizelandrätin Engler: „Wir haben hier schon vielen jungen Menschen geholfen, ihr Leben ohne Transferleistungen bestreiten zu können. Und Handwerk hat Zukunft.“ (Thomas Thiele) Mehr Infos gibt es unter: 0 56 75/721 08 17

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