Steuern sprudeln an den Kleinstädten vorbei

Hofgeismar. Die Städte und Gemeinden in Deutschland erzielen pro Einwohner einen Überschuss von 40 Euro im Jahr. Davon können Kommunen im Kreisteil Hofgeismar aber nur träumen.

Der statistische Überschuss geht aus Zahlen für das Jahr 2015 hervor, die jetzt das Statistische Bundesamt veröffentlichte. Damit geht es den Kommunen deutlich besser als ein Jahr zuvor, als noch ein jährlicher Verlust von etwa neun Euro pro Einwohner auflief. Doch die statistischen Zahlen trügen. Auf dem flachen Land kommt von den Steuermehreinnahmen kaum etwas an.

Stichproben bei Kommunen im Kreisteil ergaben, dass keine auch nur annähernd die Werte des Statistischen Bundesamtes erreicht. Mit am besten steht noch Hofgeismar da: Mit steigenden Gewerbesteuern von 3,75 Millionen hatte man hier für 2015 gerechnet. Laut Kämmerer Andreas Becker wurde dieser Ansatz um 200.000 Euro übertroffen. Allerdings steigt mit solchen Einnahmen auch die Gewerbesteuerumlage, die die Stadt an Bund und Länder zahlen muss. Die Einkommenssteuer veränderte sich dagegen in Hofgeismar nicht wesentlich.

Wie viel Geld am Ende in Hofgeismar bleibt, ist noch unklar, weil der Jahresabschluss noch aussteht. Von Werten, wie sie das Statistische Bundesamt ermittelt hat, ist man aber weit entfernt: Becker kalkuliert den Überschuss auf fünf bis sechs Euro pro Kopf.

Trotzdem sieht es in Hofgeismar relativ gut aus: Ein strukturelles Defizit - die laufenden Ausgaben sind dabei höher als die Einnahmen - gab es schon 2015 nicht, jetzt ist man bei 130.000 Euro Überschuss.

Auch in Liebenau, Wahlsburg und Grebenstein merkt man von den angeblich sprudelnden Einnahmen wenig. Dass einige Gemeinden auch abseits der Ballungsräume jetzt besser dastehen als noch vor einigen Jahren, hat einen anderen Grund: Steuern und Gebühren wurden - teilweise deutlich - erhöht.

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