Suche nach Nachfolger

Strandkorbverkauf in Hofgeismar schließt Ende des Jahres

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Möbel mit Nord- und Ostseecharme sind sein Ding: Nach 25 Jahren will sich Robert Davin von seiner kleinen Firma in Hofgeismar trennen. Bis Ende des Jahres vertreibt er noch die Strandkörbe der Firma Sonnenpartner, die er auch schon weit über die Region hinaus verkauft hat.

Hofgeismar. Seit 25 Jahren vertreibt Robert Davin in Hofgeismar Strandkörbe. Ende des Jahres will der 65-Jährige sein Geschäft aufgeben. Und hofft noch auf einen Nachfolger.

Er ist der Mann, der Küstencharme in den Kreisteil Hofgeismar und darüber hinaus bringt: Robert Davin. Schon seit 25 Jahren verkauft er Strandkörbe in Hofgeismar. Doch Ende dieses Jahres macht der 65-Jährige Schluss. „Vielleicht findet sich ein Nachfolger“, sagt er und hofft, dass der doch etwas exotische Farbtupfer in der Hofgeismarer Geschäftswelt erhalten bleibt.

Doch wie ist der Hofgeismarer eigentlich zu diesem besonderen Produkt gekommen, das so gar nicht typisch für Nordhessen ist? „Ich habe damals in einem Gasthaus gleich zwei Gespräche an einem Abend mitbekommen, wo die Leute von Strandkörben geschwärmt haben – und genau da hat es Klick gemacht.“ Seinerzeit war er beim Land Hessen beschäftigt und war auf der Suche nach einem Nebengewerbe, was sich schließlich so ergab.

„Mit drei Großen und einem Kinderstrandkorb habe ich damals angefangen“, erinnert er sich. Heute sind in seinem Geschäft zwischen Autohaus Fiege und Gasthaus Da Toni 15 Stück zu sehen. Geöffnet ist fast täglich in den Abendstunden und nach Terminabsprache. Von der Beratung bis zur Auslieferung stemmt er alles im Ein-Mann-Betrieb.

50 bis 80 Strandkörbe verkauft Davin pro Jahr. Als er anfing, war die Nachfrage nach dem typischen Möbelstück der Nord- und Ostseestrände noch gering. Doch Davin brachte es nach Hofgeismar. Die Nachfrage stieg.

Dass ein Strandkorb nicht nur an der See Sinn macht, davon ist der Selbstständige überzeugt: „Es ist ein guter Sichtschutz, wenn man seine Ruhe vorm Nachbarn haben will - und zudem schützt er auch vor Sonne, Wind und Regen. Zeitung lesen bei Wind im Freien geht nur in einem Strandkorb.“ Entsprechend gekleidet könne man eigentlich zu jeder Jahreszeit im Strandkorb sitzen.

Aufhören will Davin nun, da er meint, das entsprechende Alter erreicht zu haben. Ein wenig tue es ihm schon leid, denn er habe viele interessante Menschen durch das Gewerbe kennengelernt, berichtet er und ergänzt, es niemals bereut zu haben, sich für den Verkauf dieses besonderen Möbelstücks entschieden zu haben. 

Und schöne Geschichten kann er auch dazu erzählen. Beispielsweise als vor über einem Jahrzehnt eine Frau ins Geschäft kam. Die Scheidung war gerade eingereicht, erzählte sie und fuhr fort: „Heute plündere ich das Konto meines Noch-Mannes.“ Sie erfüllte sich den Traum vom Strandkorb für gut 1000 Euro. Das Geld war gut investiert. Kurze Zeit später besprach das scheidungswillige Ehepaar die Trennungseinzelheiten im Strandkorb – und kam sich wieder näher. Die Ehe hält noch heute, schmunzelt Davin. Und der Strandkorb auch. Ein gutes Stück hält 20 Jahre, sagt er. Länger als manche Ehe.

Kontakt: Robert Davin, Telefon 01 72/5 66 00 95.

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