2300 Tonnen in Hallen in Espenau und Gieselwerder

Bereit für den Winter: Hessens Straßenmeistereien haben 120.000 Tonnen Streusalz gebunkert

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Sie sorgen für möglichst eisfreie Straßen: Ronald Hesse, Ralph Großbernd, Schlosser Thomas Höhne und Dominik Hager, Leiter der Straßenmeisterei Oberweser.

Der Winter kann kommen: Rund 120.000 Tonnen Streusalz haben die 60 hessischen Straßenmeistereien gebunkert. 

Rund 2300 Tonnen davon liegen in den Salzhallen in Espenau und in Gieselwerder. „Wir haben das Wetter im Blick und setzen besonders auf rechtzeitiges Streuen. Das schont die Umwelt und erhöht die Verkehrssicherheit“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Jens Deutschendorf (Grüne) zum landesweiten Winterdienst-Auftakt.

Um möglichst wenig Salz zu verbrauchen, setzt Hessen-Mobil auf computergesteuerte Streutechnik sowie hochwirksames Feuchtsalz. Das verteile sich gleichmäßig, hafte gut und erziele schon in kleinen Mengen große Tauwirkung. Mit dieser Technik reiche schon ein Teelöffel Salz pro Quadratmeter, sagte Gerd Riegelhuth, Präsident von Hessen-Mobil.

Die ersten Streusalz-Ladungen wurden bereits verteilt

Die erste Ladung Streusalz haben die Straßenwärter aus Gieselwerder schon ausgebracht, sagt Dominik Hager, Leiter der Straßenmeisterei. Seine Mitarbeiter stehen insgesamt mit fünf Fahrzeugen bereit, um die Straßen befahrbar zu halten. Auch Privatunternehmer sind im Einsatz, um die Straßen möglichst schnee- und eisfrei zu halten.

Statt Streusalz Salzsole aus Bad Karlshafen

Von Gieselwerder sind die Straßenwärter auch mit einem Räumfahrzeug unterwegs, dass statt Streusalz Salzsole aus Bad Karlshafen ausbringt. Bei einsetzender Glätte wird dieses Streumittel von der Weser eingesetzt. Wenn Schnee fällt oder Regen dazu kommt, dann muss die Sole durch Salz ersetzt werden, erklärt Hager. 40 000 Liter stehen in einem großen Tank in der Straßenmeisterei in Gieselwerder zum Nachfüllen bereit.

Die beiden Straßenmeistereien in Gieselwerder und Espenau räumen insgesamt gut 540 Kilometer Bundes-, Land- und Kreisstraßen im Kreisteil Hofgeismar.

Prognose: Winter wird mild bis normal - darauf stellen sich die Straßenmeistereien ein

Im vergangenen Jahr haben die Straßenwärter zusammen knapp 1800 Tonnen Salz auf den Straßen verteilt. Den vergangenen Winter bezeichnete Meistereileiter Hager als „mild bis normal“. Auf einen ähnlichen Winter stellen sich die Mitarbeiter auch jetzt wieder ein – nach dem bisherigen Stand der Wetterprognosen.

1450 Mitarbeiter sind landesweit im Einsatz

Für den Winterdienst sind bei Hessen-Mobil landesweit rund 1450 Mitarbeiter mit 500 Fahrzeugen im Einsatz. Zuständig sind sie für 16 200 Kilometer Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Die Straßenmeistereien haben 120 000 Tonnen Streusalz eingelagert. Mit dieser Menge könnte man 4900 Lastwagen beladen. Bei Eis und Schnee sind die Fahrzeuge des Winterdienstes ab 2 Uhr im Einsatz, damit Bundes-, Landes- und Kreisstraßen ab 6 Uhr frei befahrbar sind.

Tipps zum Fahren im Winter

Die Straßenwärter sorgen dafür, dass die Verkehrsteilnehmer möglichst gute Bedingungen vorfinden, um durch den Winter zu. Hessen Mobil und der ADAC geben dazu eine Reihe von Tipps, wie sich Autofahrer auf die Winterzeit mit all ihren Schwierigkeiten einstellen können. 

  • Glatteis: Trotz des Einsatzes der Straßenwärter kann es zu Glatteis kommen. Hessen Mobil nennt einige neuralgische Punkte, wo unerwartete Glätte gefährlich werden kann: an Anstiegen und Kuppen, auf Brücken, unter Bäumen und in Alleen. Glättegefahr kann auf wenig befahrenen Nebenstraßen entstehen. Tückisch wird es, wenn Schnee auf der Fahrbahn zu Eis festgefahren wird. 

Ist die Straße mit Eis überzogen – etwa nach einem Eisregen – hilft laut ADAC-Rat nur noch eins: das Auto stehen lassen und den Straßendienst abwarten. Die Haftung zwischen Reifen und Straße ist dann gleich null. Und in jedem Fall gilt: die Geschwindigkeit anpassen und genügend Abstand zum Vordermann halten. 

Niedertouriges Fahren in höheren Gängen erleichtert das Weiterkommen. Die Reifen können so besser greifen. Deshalb empfiehlt der ADAC, bei Glätte zum Beispiel im zweiten Gang anzufahren. 

  • Winterfestes Fahrzeug: Zum sicheren Fahren gehört, das Fahrzeug winterfest zu machen: mit Ganzjahres- oder Winterreifen sowie mit Frostschutzmittel in der Waschanlage. Eiskratzer und Handfeger sollten bereit liegen, damit Scheiben von Eis und gegebenenfalls das Dach von Schnee befreit werden können. Eine Klappschaufel kann bei Schneefall gute Dienste tun. Auch auf einen möglichst vollen Tank sollten die Autofahrer achten, empfiehlt Hessen Mobil. Damit kann man bei einem Stau Probleme vermeiden. Hilfreich sind natürlich außerdem eine Decke im Auto und ein Starthilfekabel. Winterliche Straßen können zu längeren Fahrzeiten führen, die einkalkuliert werden sollten. 
  • Räumfahrzeuge beachten: Dominik Hager, Leiter der Straßenmeisterei Oberweser, sagt, dass die Räumfahrzeuge mit einem drei Meter breiten Schild unterwegs sind. Da werde Gegenverkehr auf schmalen Straßen „zur Herausforderung“. Deshalb sollten entgegenkommende Autos möglichst rechts fahren. Die großen Fahrzeuge für die Autobahnen sind mit ihren Räumschilden sogar vier Meter breit. 
  • Gasse bilden: Die Einsatz- und Rettungsfahrzeuge sollten bei ihrer Arbeit nicht behindert werden. Bei Staus empfiehlt Hessen Mobil die Bildung einer Gasse, damit der Winterdienst durchkommen kann. Autofahrer sollten bei Schnee und Eis das Parken auf Fahrbahnen vermeiden. Auf Gehwegen sollten sie ihr Auto nur abstellen, wenn es durch Verkehrszeichen erlaubt ist. Und zu guter Letzt sollten die Räumfahrzeuge nicht überholt werden. „Winterdienst braucht Partnerschaft“, sagt Hessen Mobil dazu.

Wenn der Winter erst einmal da ist, kommen die Fragen zum Streuen zwangsläufig auf. Wir beantworten sie.

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