Aussage eines Windkraftgegners

Streit um Windräder: Wahlsburgs Bürgermeister bedroht

Hofgeismar. Der Streit um den Bau von Windrädern im Reinhardswald eskaliert: Neben heftigen Wortwechseln soll Wahlsburgs Bürgermeister Jörg-Otto Quentin bedroht worden sein.

Nach Darstellung des Trendelburger Bürgermeisters Kai Georg Bachmann soll sein Kollege Quentin von einem Windkraftgegner mit den Worten bedroht worden sein: "Es wurden auch schon Bürgermeister und Landräte erschossen." Während Quentin den Vorgang nicht kommentieren wollte, zeigte sich Bachmann angesichts der Eskalation besorgt. Oliver Penner von Pro Märchenland, der Zeuge war, bestätigt die Worte: Es habe sich aber in keiner Weise um eine Bedrohung gehandelt.

Hintergrund der Zuspitzung ist, dass die Kommunen, die Mitglied in der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) sind, bereits die Weichen stellen, um von einem möglichen Ausbau der Windkraft zu profitieren. Dieser Fall könnte eintreten, wenn die Regionalversammlung Nordhessen den Teilregionalplan Energie im Herbst mit Windvorrangflächen im Reinhardswald beschließen sollte. Mit Unternehmen als Partner will die EGR dann den Bau der Windkraftanlagen in die eigene Hand nehmen. Dies war immer als Plan B bezeichnet worden, der nur umgesetzt werden soll, wenn die Windkraft im Reinhardswald nicht zu verhindern ist.

„Doch aus dem Plan B ist nun ein Plan A geworden“, sagen Oliver Penner und Klaus Becker, Windkraftkritiker aus Gieselwerder. Sie weisen darauf hin, dass die EGR Büros mit Untersuchungen beauftragt hat, die für die Genehmigung von Windrädern nötig sind. Bezahlt werden die Gutachten von einem potenziellen Partner, der Sun Stadtwerke Union. Indem die EGR die Planung für Windräder vorantreibe, entpuppe sie sich als der „Totengräber des Reinhardswaldes“.

HINTERGRUND

Die Bürgerinitiativen von beiden Seiten des Reinhardswaldes haben am Mittwoch 10.000 Einwendungen gegen die möglichen Windkraftstandorte im Reinhardswald an das Regierungspräsidium übergeben. Sie werden nun im Rahmen des 2. Entwurfs des Teilregionalplans geprüft und eventuell eingearbeitet. Laut dem RP soll bis Ende des Jahres eine Entscheidung fallen, ob der Plan dann beschlossen oder erneut ausgelegt wird. Wie viele Einwendungen bisher beim RP eingegangen sind, dazu machte die Behörde keine Angaben. Erfahrungsgemäß komme gegen Ende der Frist, das ist der 29. Mai, immer noch eine große Zahl an Stellungnahmen.

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Rubriklistenbild: © dpa

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