Einrichtungen aus dem Kreisteil sind dabei

Tag des offenen Denkmals am Sonntag: Auf den Spuren von Schein und Sein

Schlösschen Schönburg in Hofgeismar
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Schlösschen Schönburg: Das von 1787 bis 1790 erbaute Gebäude mit seinem restaurierten Badezimmer ist eines der Ziele beim Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag im Kreisteil.

Es ist das größte Kulturevent Deutschlands: Zum Tag des offenen Denkmals öffnen am kommenden Sonntag, 12. September, tausende Denkmale ihre Türen.

Kreisteil Hofgeismar - Auch im Kreisteil Hofgeismar sind einige dabei, die wie hier vorstellen. Eine komplette deutschlandweite Übersicht und die Möglichkeit zur digitalen Erkundung gibt es im Internet unter tag-des-offenen-denkmals.de.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die den Aktionstag seit 1993 koordiniert, hat diesmal folgendes Motto gewählt: „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“. Der schöne Schein sei nämlich nicht erst heute ein Thema, sondern begegne uns immer wieder in der Architekturgeschichte. „Denkmale zeugen bis heute davon und beeindrucken mit optischen Täuschungen und Illusionen“, heißt es von der Stiftung.

Schon seit vielen Jahrhunderten, von der Antike über die Kunst und Architektur des Barocks bis heute, faszinierten uns die Tricks und Künste, die hinter solchen Illusionen stecken – etwa Wand- und Deckenmalerei wie beispielsweise Scheinkuppeln, die Räume visuell erweitern und vergrößern. Vielleicht kann man den ein oder anderen Trick am Sonntag auch bei den teilnehmenden Denkmalen im Kreisteil erfahren:

Schlösschen Schönburg

Am Sonntag steht das Schlösschen Schönburg im Park Gesundbrunnen in Hofgeismar Besuchern von 14.30 bis 17 Uhr offen. Es wurde 1787 bis 1790 nach Entwürfen von Simon du Ry erbaut und diente als Rückzugsort von Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel. Nach Abschluss der Renovierung im Jahr 2016 erstrahlt das Schlösschen innen wie außen in neuer Farbgebung. Ein Höhepunkt ist das Badegemach des Kurfürsten Wilhelm II. (1829): Die Holzvertäfelung (Weinreben und blühendes Geißblatt) vermittelt den Eindruck einer Laube. Der Tag des offenen Denkmals soll in diesem Jahr wieder wie gewohnt vor Ort mit Führungen stattfinden. Diese starten um 14 Uhr, 14.45 Uhr, 15.30 Uhr und 16.15 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Infos bei der Evangelischen Akademie Hofgeismar, Anita Kamutzki-Pape, Telefon: 0 56 71/881-108 (8.30 bis 15 Uhr). Wegen Corona sind kurzfristige Änderungen möglich. Infos auch unter zu.hna.de/denkmal.

Bahnhof Hümme

Auch das Generationenhaus in Hümme beteiligt sich in diesem Jahr wieder am Denkmaltag, und zwar am Sonntag von 14 bis 17 Uhr. In einem einstündigen Rundgang wird die Entwicklung des historischen Bahnhofs zum Mehrgenerationenhaus erläutert. Die Führung startet um 15 Uhr. Peter Nissen, Vorsitzender des Betreibervereins, begleitet den Rundgang und steht für Fragen zur Verfügung. Das heutige, im Jahr 1898 erbaute Gebäude, wurde durch engagierte Bürgerinnen und Bürger aufwendig nach Vorgaben des Denkmalschutzes saniert und wird seit 2015 als Mehrgenerationenhaus genutzt. Hier finden jährlich bis zu 1000 Veranstaltungen statt. Auch der ehemalige Fachwerkgüterschuppen wurde saniert und hat eine neue Nutzung erhalten. Hier ist jetzt das Kinder- und Jugendzentrum untergebracht. Eine Erweiterung des Zentrums erfolgt derzeit durch den Umbau des ehemaligen Waschhauses zu einem Kunstatelier für Kinder und Jugendliche.

Da wegen Corona nur eine begrenzte Personenzahl an der Führung teilnehmen kann, ist eine Anmeldung im Generationenhaus unter Tel. 05671/ 251 98 71 oder per Mail an office@generationenhaus-huemme.de nötig.

Haus und Garten Paepke

Die Stiftung Denkmalschutz führt in ihrer Übersicht zum Aktionstag auch „Haus und Garten Paepke“ auf, erbaut 1958 bis 1960 nach Plänen des Landschaftsarchitekten Prof. Hermann Mattern. „Zur Straße hin eingeschossiger, zum Garten hin zweigeschossiger Bungalow mit runden Fenstern und auffälligem Schmetterlingsdach sowie freistehender Garage auf 2800 Quadratmeter großem Hanggrundstück in Ortsrandlage hoch über dem Hugenottendörfchen Carlsdorf gelegen“, heißt es in der Beschreibung (Adresse: Am Schützenplatz 3-5).

Die Gesamtanlage könne am Sonntag von 11 bis 14 Uhr besichtigt werden, es werden Führungen im Garten und rund um Haus und Garage angeboten, im Haus entfallen diese wegen der Pandemievorschriften.

Wasserschloss Wülmersen

Das Wasserschloss Wülmersen ist beim Denkmaltag schon seit der Erstauflage 1993 dabei. Nach dem Ausfall der Präsenzveranstaltungen im Vorjahr gibt es diesmal wieder die Möglichkeit zur Erkundung vor Ort. Und was würde zum Wasserschloss Wülmersen besser passen als „Sein und Schein“, stelle es sich doch bei genauer Betrachtung als ein Rittergut mittelalterlichen Ursprungs ohne Wassergraben heraus. Auch so manche alt anmutende Mauer ist viel jünger, als sie scheint, heißt es vom Kreis Kassel.

Das Programm vor Ort: Zwischen 15 und 16 Uhr werden unter dem Jahresmotto Outdoor-Führungen angeboten. Von 12 bis 17 Uhr können Familien auf Schatzsuche im Wasserschloss gehen. In den Gewölbekellern des ehemaligen Herrenhauses lädt die Ausstellung „Zeitverbleib“ zwischen 14 und 19 Uhr zum erlebnisreichen Besuch ein (mit Musik von „Blues Juice“ von 16 bis 17 Uhr) Von 13 bis 14.30 Uhr spielt die Band „Pas de Fromage“ aus Kassel beschwingende Musik zum Mitmachen. Von 13 bis 18 Uhr sind die Räume des Gruppenhauses zur Besichtigung offen.

Alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Corona-Schutzmaßnahmen: bei den 30-minütigen Führungen auf dem Gelände maximal 20 Personen mit Abstand und Maskenpflicht. Bei den Konzerten können bis zu 60 Personen teilnehmen, es gelten 3-G-Regeln und Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Infos: Jugend- und Freizeiteinrichtungen, Eigenbetrieb Kreis Kassel, Wasserschloss Wülmersen, Tel. 0 56 75/721 08 18. (Matthias Müller)

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