In der Akademie Hofgeismar wird über die Energiewende diskutiert

Tagung in der Evangelischen Akademie: Energiewende hat jeder in der Hand

+
Das Tagungsgebäude der Evangelischen Akademie in Hofgeismar.

Wenn es um die Energie der Zukunft geht, hat es jeder selbst in der Hand, damit anzufangen. Denn unsere gesamte Umwelt hängt zusammen und beginnt somit bei jedem Einzelnen, auch in Hofgeismar, Grebenstein, Immenhausen und allen anderen Orten im Kreisteil Hofgeismar.

Wie die Energiewende „zwischen Vision, Widerstand und Realität“ gelingen kann, darüber macht sich Christina Schnepel gemeinsam mit weiteren Hofgeismarern Gedanken bei einer Tagung, die Mitte August an der Evangelischen Akademie Hofgeismar stattfindet und die die Energiewende auch speziell unter lokalen Aspekten beleuchtet. Christina Schnepel hofft darauf, dass noch viele weitere Hofgeismarer daran teilnehmen.

Blick auf das Lokale

„Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern jeder ist Teil der Wende. Deshalb ist der Blick auf das Lokale wichtig, auf unser Umfeld, wo wir hier mit der Energiewende anfangen können, was sie für uns bedeutet“, erklärt die 47-jährige Studienleiterin der Akademie, die vorher Beauftragte der Landeskirche für Flucht und Migration war und davor mit ihrem Mann eine deutsche Gemeinde in Moskau leitete. Jetzt ist sie an der Akademie am Gesundbrunnen verantwortlich für das Ressort nachhaltige Entwicklung, Landwirtschaft und Soziales.

Dabei geht es in der Tagung nicht nur um die alternative Gewinnung von Energie beispielsweise durch Windkraft oder Solaranlagen, sondern auch um die Mobilität einzelner und aller, um Wärmeeinsparung und Klimaschutz, um Naturschutz und die „Fridays for future“-Bewegung. „Es ist wichtig, einen Überblick zu bekommen, was heute machbar ist, wo wir hin müssen und wie man ganz praktisch damit anfangen kann“, meint Christina Schnepel. Deshalb werden auch Tipps zu Initiativen in den Orten vermittelt.

Politiker dazu bringen, etwas zu bewegen

Dass die Energiewende auch eine Begegnung mit uns selbst ist, wird Professor Dr. Andreas Ernst (Universität Kassel) kurz vor dem Abschluss  der Tagung  am Sonntag erklären. „Wir machen uns jetzt noch nicht ganz klar, wie schnell sich unsere Umwelt verändern wird“, verdeutlicht Tagungsleiterin Schnepel. Was man als Konsument oder Verbraucher tun kann, hinterlasse oft eine große Ohnmacht, weil die Politik nicht entschieden genug handele und sinnvolle Richtlinien vorgebe. Die Tagung soll auch bewusst machen, wie man Politiker dazu bringen kann etwas zu bewegen.

Schnepel: „Da jeder etwas tun kann, ist es wichtig, dass viele Bürger aus der Region sich bei dieser Tagung die richtigen Anreize, Argumente und auch Motivation holen, um sich eine Meinung zu bilden für unser aller Zukunft“. 

Auch Schüler aus Hofgeismar reden mit

Am zweiten Abend der Tagung „Energie? Natürlich!“, in der Evangelischen Akademie Hofgeismar, die von Freitag, 16. August, 18 Uhr bis Sonntagmittag, 13 Uhr, dauert, kommen in einer Podiumsdiskussion Schülerinnen und Schüler aus Hofgeismar und Kassel zu Wort, die gemeinsam mit Andreas Schmitt von der Hofgeismarer Firma Management Services, mit Bürgermeister Markus Mannsbarth und Florian Voigt von der Hessischen LandesEnergieAgentur über ihre und aller Zukunft diskutieren. Eine Schülerband aus Hofgeismar wird dabei für lokale Kultur sorgen Die hier teilnehmenden Schüler stehen für die Fridays-for-future-Generation, vertreten deren Thesen und bringen den großen Blick ein auf die Zukunft. 

Andreas Schmitt beispielsweise erklärt aus seiner Firmenpraxis, wie sich der Wille zur Energiewende in der Autoindustrie niederschlägt und ob die Verbraucher eigene Druckmittel haben, indem sie durch ihren Konsum die Welt verändern. Die dreitägige Veranstaltung hat hochkarätige Teilnehmer, die aus erster Hand berichten. Am Samstagvormittag wird beispielsweise Professor Dr. Clemens Hoffmann, Leiter des Fraunhofer Instituts in Kassel, zur Einstimmung einen Überblick geben darüber, was erneuerbare Energien leisten können und was nicht. Dabei geht es anschließend in Gruppen um Themen wie Mobilität, Strom, Solar-, Bio- und Windenergie sowie Energieeinsparung. Hier wird ganz konkret besprochen, was jeder selbst zur Energiewende beitragen kann. Deshalb wird das Ganze auch in der Praxis überprüft. 

Exkursion in den Kaufunger Wald

Im Zuge einer Programmänderung führt am Samstag eine Exkursion in den Kaufunger Wald, wo Windkraftanlagen im Betrieb besichtigt werden können. Es geht dabei unter Leitung von Pfarrer Christian Trappe (Lippoldsberg) und Lars Rotzsche (Stadtwerke Union Nordhessen) um das Konfliktfeld regionale Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung.

Weitere Workshops befassen sich mit Klimaschutz und Naturschutz (Referent vom Naturschutzbund Paderborn), Photovoltaik in der Praxis und einer Ideenbörse mit praktischen eigenen Beiträgen zum Klimaschutz durch Einkaufsverhalten oder Reparieren statt Neukaufen. „Nicht alles gleich wegzuwerfen ist ein sehr komplexes Thema und die Kernfrage nachhaltiger Entwicklung“, unterstreicht Christina Schnepel.

Info/Anmeldung: Tagung „Energie? Natürlich! – Energiewende zwischen Vision, Widerstand und Realität“, Evangelische Akademie Hofgeismar, Gesundbrunnen, von Freitag, 16. August, 18 Uhr bis Sonntag, 18. August, 13 Uhr, Tagungsbeitrag: 60 Euro, Mehrkosten für Verpflegung oder Übernachtung, 50 Prozent Ermäßigung für Schüler, Studenten, Auszubildende. www.akademie-hofgeismar.de, 05671/8810.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.