Menschen aus dem Kreisteil Hofgeismar berichten von Frankreich

Terror in Paris: Liebenauerin kennt einen der Tatorte

Hofgeismar/Liebenau/Lille. Sarah Rüdiger aus Liebenau war erst im April in dem kambodschanischen Restaurant in Paris - einem der Tatorte, an dem Terroranschläge verübt wurden.

Die 25-jährige Studentin hat von Oktober 2014 bis Ende April dieses Jahres in der französischen Hauptstadt gelebt und als Fremdsprachenassistentin gearbeitet. "Ich war zweimal in dem Restaurant" erzählt sie. "Mir kam es damals so vor, als gingen eher Franzosen in dieses Restaurant, weniger Touristen."

Rüdiger lebte ein halbes Jahr in der Nähe von Paris und war "fast jeden zweiten Tag in der Hauptstadt". "Viele Straßen, die in Zusammenhang mit den Terrorangriffen von den Medien genannt werden, sagen mir was", so die Studentin.

Sarah Rüdiger aus Liebenau in Paris.

Als die 25-Jährige am Freitagabend von den Terroranschlägen erfuhr, schrieb sie der Gastfamilie, bei der sie während eines ihrer Aufenthalte in Paris gelebt hatte, sofort eine Nachricht. "Ich wollte natürlich wissen, ob es der Familie gut geht", sagt Rüdiger. Glücklicherweise hätte sich die Familie zum Zeitpunkt der Anschläge in einem Landhaus befunden, das nicht in Paris ist.

Auf die Frage, ob sie wieder nach Paris fahren würde, antwortet Rüdiger: "Ja, auf jeden Fall." Sie habe die Franzosen so kennengelernt, dass sie sagen "jetzt erst Recht" und sich nicht vom Terror einschüchtern ließen. "Ich denke, dass nächstes Wochenende wieder Leute im Zentrum von Paris in den Bars und Restaurants sitzen werden. Sie werden sich von den Ereignissen nicht einschüchtern lassen."

Hofgeismarerin in Frankreich

Beate Löber lebt in Lille. Die 54-Jährige ist in Hofgeismar aufgewachsen und 1991 in die Nähe der belgischen Grenze gezogen, um dort als Lehrerin zu arbeiten. "Paris ist für mich ganz in der Nähe, da ich mit dem Zug nur eine Stunde dorthin brauche, erzählt sie am Telefon. Löber ist öfter in Paris, in zwei Wochen will sie wieder in die Hauptstadt, um einem Freund beim Theaterspielen zuzusehen. "Nach den Terroranschlägen am Freitagabend habe ich schon ein bisschen Angst, nach Paris zu fahren", sagt Löber. "Aber ich werde es trotzdem tun, man darf die Terroristen ja auch nicht gewinnen lassen." Einen der Orte, an dem die Anschläge passiert sind, kennt die Lehrerin gut. "Das war ja alles ziemlich im Zentrum, dort war ich natürlich auch schon."

Von den Anschlägen hat sie erst am Samstagmorgen beim Bäcker erfahren. "Ich bin am Freitag früh ins Bett gegangen und habe auch am Morgen weder das Radio noch den Fernseher eingeschaltet."Sorgen um eine gute Freundin, die in Paris lebt, musste sich Löber nicht machen. "Sie ist übers Wochenende glücklicherweise in Lille", sagt sie. Deren Freund habe sich zwar in Paris aufgehalten, doch der sei an keinem der Orte gewesen, an dem die Anschläge passiert sind.

Dass sich nun einiges in Frankreich ändern wird, da ist sich Beate Löber sicher. "Nach den Anschlägen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo wurde man sogar in der Oper stark kontrolliert, ich denke, das wird nun wieder so werden."

Alles zu den Anschlägen in Paris im Ticker

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Rubriklistenbild: © dpa

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