Viele Bewohner lieben die kalten Temperaturen

Tiere im Park Sababurg sind gut gegen die Kälte gerüstet 

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Elchdame Greta beim Frühstück: Die charakteristischen „Sacknasen“ sind nicht nur im Winter praktisch, die vergrößerte Oberlippe erleichtert auch die Nahrungsaufnahme.

Sababurg. Hohle Haare, lange Nasen, breite Klauen – viele Tiere im Tierpark Sababurg haben kein Problem mit den Minusgraden, ganz im Gegenteil.

Das Vorhängeschloss am Tor zum Rentiergehege muss erst mit einem Gasbrenner aufgetaut werden, bevor Leon Ebbrecht das Frühstück für die Rentiere servieren kann. Die dauerhaften Minusgrade machen den Tieren im Tierpark Sababurg nichts aus, im Gegenteil: „Viele lieben die kalten Temperaturen“, sagt der Tierpfleger. Sie seien auch in der freien Natur in kalten Gebieten zu Hause und dementsprechend gut vorbereitet.

Spezialmoos für die Winterzeit: Tierpfleger Leon Ebbrecht füttert die Rentiere.

Der unwirtliche Lebensraum Nordeuropas hat aus Rentieren beispielsweise Spezialisten für die verschneite Jahreszeit gemacht. „Sie haben hohle Haare“, erklärt Ebbrecht. Dadurch knicken sie zwar leichter ab, haben jedoch einen großen Vorteil. „Das Fell wirkt wie eine Isolationsschicht, die Wärme speichert, als würde man ein Fenster mit Styropor dämmen.“ Außerdem sind sie mit natürlichen Schneeschuhen ausgestattet: „Durch ihre breiten Füße und großen Klauen sinken sie weniger stark im Schnee ein.“

Damit das Trinkwasser bei den Minusgraden nicht zu Eis wird, gibt es im Gehege der Rentiere beheizte Wintertränken. Diesen Luxus gibt es aber nicht überall, der Winter bringt nämlich auch zusätzliche Arbeit für die Pfleger mit sich. „Jede Saison hat ihre eigenen Herausforderungen. Im Winter ist es eben die Kälte und, dass das Wasser in den Bächen zufriert.“ Das bedeutet für die Pfleger täglich viele Wasserkanister zu den Tieren zu schleppen. Der Arbeitstag für sie beginnt um 7 Uhr früh und sei gerade im Winter auch eine körperliche Herausforderung, sagt Ebbrecht, der seine Schützlinge mit Namen kennt. 

Elchbulle Ole beim Frühstück: Die größten und schwersten Elche leben in Nordamerika und können über 600 Kilo wiegen.

So auch Elchbullen Ole sowie seine drei Mädels Greta, Lina und Lotte. Der Frühstücksmix besteht aus Bananen, Äpfeln, sowie Spezialfutter aus Heu und Gras. Besonders Elchdame Greta scheinen die Bananenhäppchen zu schmecken, als sie ihre lange Schnauze durch das Gitter steckt und ihrem Pfleger aus der Hand frisst. „Ihre extrem lange Nase schützt sie ebenfalls vor der Kälte“, erklärt Ebbrecht, „dadurch erwärmt sich die kalte Luft, bevor sie in die Lunge kommt.“ Sonst gäbe es wie beim Menschen Lungenentzündungen.

Ein Problem bereitet Elchen der Schnee aber doch. Mit ihren langen dünnen Beinen versinken die bis zu 2,40 Meter großen Tiere schneller im Schnee als andere. In der freien Wildbahn kann ihnen das zum Verhängnis werden: Der Vielfraß ist im Winter nämlich ein geschickter Jäger. Der nordische Marder kann sich mit seinen breiten Pfoten mit Spannfellen zwischen den Zehen fast geräuschlos über den Schnee fortbewegen und so in freier Wildbahn selbst große Säugetiere wie Rentiere und Elchkälber erlegen.

Im wahrsten Sinne ein Vielfraß: Die Raubtiere fressen alles, was sie erlegen können, auch Rentiere und Elchkälber.

Im Winter bessere Jäger

Im Sommer sind sie mit ihrem „Mardergalopp“ nicht schneller als flüchtende Tiere und somit auf Aas angewiesen. „Im Winter leben sie besser, selbst Minus 40 Grad ist für sie kein Problem“, so Ebbrecht. Eher die warmen Jahreszeiten machen dem Vielfraß das Leben schwer.

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