Tierheim nutzt soziale Netzwerke

Tierheim Bad Karlshafen setzt auf Technik und Tierliebe

Eine junge Dame hockt neben einem Hund, im Hintergrund sind Tiergehege und ein Gebäude zu sehen.
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Fast 300 Tiere hat das Bad Karlshafener Tierheim Tierhafen im vergangenen Jahr vermittelt, darunter vor allem Hunde und Katzen. Antonia Freist (im Bild mit Hund Yoshi), die den Tierhafen seit April leitet, ist mit dieser Zahl zufrieden. Darüber hinaus freue sie vor allem auch, dass trotz der Corona-Pandemie nach wie vor zahlreiche ehrenamtliche Helfer bereit gewesen seien, das Tierheim bei seiner Arbeit, unter anderem dem Gassigehen, zu unterstützen.

Fast 300 Tieren vermittelte das Bad Karlshafener Tierheim Tierhafen im vergangenen Jahr ein neues Zuhause. Eine wichtige Rolle dabei spielte auch das Nutzen sozialer Netzwerke.

Bad Karlshafen – 184 Hunde, 89 Katzen und sechs Kaninchen: Fast 300 Tieren vermittelte das Bad Karlshafener Tierheim Tierhafen im vergangenen Jahr ein neues Zuhause. Mit dieser Zahl ist Leiterin Antonia Freist zufrieden.

Dass sich mehr Menschen Tiere zulegen möchten, weil sie wegen Corona mehr Zeit zuhause verbringen, könne sie aber nicht mit Sicherheit bestätigen.

Antonia Freist im Katzenhaus: Die zutrauliche „Kittin“ ist eine von 17 Katzen und Katern, die darauf warten, in ein neues Zuhause vermittelt zu werden.

Zwar sei es vor allem für viele von zuhause aus arbeitende Menschen jetzt einfacher, sich um Haustiere kümmern zu können. „Wir fragen dann aber gezielt nach, wie die Tierbetreuung aussieht, wenn wieder weniger aus dem Homeoffice gearbeitet wird“, sagt Freist.

Haushalte werden für Vermittlung geprüft

Überhaupt werden die Haushalte stets gründlich geprüft, in die Tiere vermittelt werden. Interessenten kommen dafür vor der Vermittlung zum Tierheim, damit sich dessen Mitarbeiter einen Eindruck von ihnen verschaffen können.

Alternativ werden sie von ehrenamtlichen Kontrolleuren besucht. „In normalen Zeiten können Interessenten hier auch übernachten, um die Tiere über mehrere Tage kennenlernen zu können“, sagt Freist.

Auch nach der Vermittlung bleibe der Kontakt bestehen, was gerade über Neue Medien wie Whatsapp, Facebook und Instagram auf einfachem Wege möglich sei. Dort verzeichne das Tierheim seit vergangenem Jahr einen stetigen Zuwachs: Bereits mehrere tausend Menschen folgen ihm dort bereits.

Soziale Netzwerke erleichtern das Finden von Interessenten

Die Bedeutung der Arbeit mit sozialen Medien hat Freist bereits als Leiterin eines Tierheims in Stendal (Sachsen-Anhalt) von 2015 bis Anfang 2020 erkannt. Diese Erfahrung nahm sie im April vergangenen Jahres mit nach Bad Karlshafen. „Ich brauchte einen Tapetenwechsel“, sagt sie.

Blick ins Hundehaus: Insgesamt 34 Zimmer und 14 Ausläufe stehen den Hunden im Tierheim zur Verfügung.

Die sozialen Netzwerke erleichterten dem Tierheim, Interessenten für zu vermittelnde Tiere zu finden. Außerdem kann das Heim darüber Einblicke in seine Arbeit geben und so einen stärkeren Kontakt zur Bevölkerung herstellen.

„Wir informieren über alles Mögliche, von der Arbeit im Tierheim über Spendenaufrufe bis hin zu Danksagungen“, sagt Freist. Diese Arbeit zahle sich aus: Immer mehr Menschen reagieren laut der Leiterin nun auf Aufrufe und nehmen Kontakt zum Tierhafen auf.

Neue Tierheimleiterin hat viele Pläne für 2021

In diesem Jahr wolle sie die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausbauen: Das Heim habe bereits einen „Imagefilm“ gedreht, einen Youtube-Kanal eröffnet und möchte Tierhafen-Produkte wie T-Shirts anbieten.

Viele weitere Pläne von Antonia Freist verhindert Corona jedoch zurzeit noch, zum Beispiel ein Tierheimfest oder eine „Gassi-Rallye“.

Der Tierhafen Bad Karlshafen ist eines von zehn Heimen im Bund gegen Missbrauch der Tiere. Neben Freist gibt es dort zurzeit sieben weitere Mitarbeiter sowie einen Helfer im Bundesfreiwilligendienst.

Tiere vermittelt das Heim in ganz Deutschland, im vergangenen Jahr zum Beispiel auch nach Köln, Thüringen und an die Nordsee.

Zurzeit beherbergt es mit 45 Hunden und 17 Katzen etwas weniger Tiere als im Schnitt. Hinzu kommen noch zwölf Schafe sowie je vier Ziegen und Schweine. (Jan Trieselmann)

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