Tierklasse der Käthe-Kollwitz-Schule bekommt Tierschutz-Preis

Eine tierische Gemeinschaft: Die Tierklasse der Käthe-Kollwitz-Schule wurde zum zweiten Mal mit dem Hessischen Tierschutz-Schulpreis ausgezeichnet. Fotos:  G. Hoffmann

Hofgeismar. Kinder und Tiere sind einfach eine traumhafte Kombination. Die Tierklasse der Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar wurde zum zweiten Mal mit dem Hessischen Tierschutz-Schulpreis ausgezeichnet.

Betritt man den Raum der Tierklasse, weiß man gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Hunde begrüßen freundlich den Neuankömmling, die kleinen Katzen versuchen, durch die Tür nach draußen zu huschen und die drei großen Kaninchen auf dem Tisch irritieren zunächst doch ein wenig. Die Schüler der Klasse lachen über das verdutzte Gesicht der Besucherin - sie kennen dieses kleine Chaos zu gut.

Tierisches Gewusel: Auf dem Tisch tummeln sich munter Hunde, Kaninchen, Katzen und Hühner - die Schüler sehen dem tierischen Treiben gelassen zu.

Doch schon tritt Marcus Schmidt nach vorne und stellt sich als Erzieher vor. Er initiierte vor zehn Jahren die tiergestützte Pädagogik in der KKS und richtete eine Tierklasse ein. Diese hat sich bestens gemacht und wurde nun zum zweiten Mal nach 2011 mit dem Hessischen Tierschutz-Schulpreis ausgezeichnet.

„Die Tiere sind nicht ständig im Klassenzimmer“, erklärt Marcus Schmidt und zeigt auf die Ställe und Voliere vor der Tür, „einige Tiere besuchen uns hier nur gelegentlich, andere sind Dauergäste.“

Die Schüler haben den Umgang mit den Tieren gelernt. Nicht nur, sie richtig zu halten oder eben zu akzeptieren, dass einige - wie die Kaninchen - nicht hochgenommen werden möchten. Auch die tägliche Pflege und das Reinigen der Gehege werden von den Schülern übernommen.

Schnupperkurs: Dog Dolittle und Steffi können sich offensichtlich gut riechen.

„Wenn gezielter Unterricht stattfindet, wissen auch die Tiere, dass sie sich jetzt zurückziehen müssen. Die Hunde gehen dann zum Beispiel auf die Decke unter dem Tisch“, berichtet Marcus Schmidt, „aber sie wissen auch, wie sie verwöhnt werden. Die Hunde lieben es, Rolli zu fahren. Sie lauern an der Tür, ob ein Rollstuhlfahrer den Raum verlässt, dann springen sie ihm auf den Schoß und lassen sich durch die Gegend fahren.“

Gelegentlich verwandelt sich die Tierklasse auch in eine Aufzuchtstation für Tierkinder. So päppelten die Schüler gemeinsam mit ihrem Erzieher zwei verwaiste Lämmer auf, die dann selbstverständlich auch mit auf Klassenfahrt kamen.

Die emotionale Beziehung zu den Tieren tut den Schülern gut. Sie erlaubt es ihnen beispielsweise, Nähe zuzulassen, hilft ihnen, sich nach einem „Ausraster“ zu beruhigen oder motiviert sie, Arbeiten gründlich auszuführen und an der Sache dran zu bleiben.

Marcus Schmidt schildert, dass eine Schülerin niemals gesprochen hat. Die ersten Worte, die ihr dann über die Lippen kamen, waren die Namen der Tiere.

Von Gitta Hoffmann

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