Erstmals an Projekt beteiligt

Tierpark Sababurg hilft, Wisente in Spanien und Rumänien auszuwildern

Wisentherde in dem Eingewöhnungsgehege im rumänischen Tarcu-Gebirge.
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Die Wisentherde in dem Eingewöhnungsgehege im rumänischen Tarcu-Gebirge. Vermutlich ist der zweite Wisent von vorn rechts die junge Kuh Zarula aus dem Tierpark Sababurg. Die Mitarbeiter haben das Tier über ein halbes Jahr nicht gesehen. Deswegen ist die Identifizierung nicht leicht.

Wisente aus dem Tierpark Sababurg sollen dazu beitragen, dass die im vergangenen Jahrhundert fast ausgerottete Wildrinder-Art langfristig auch in freier Natur überleben kann.

Hofgeismar – Tiere aus dem Park werden in Rumänien und Spanien ausgewildert, sagte Dr. Sandy Walgenbach, die Zoologin des Parks, auf HNA-Anfrage.

Die Wisentkuh Zarula lebt seit einigen Wochen in einer zehnköpfigen Gruppe in den Westkarpaten, erklärt die Zoologin: Zunächst in einer Akklimatisierungszone, nach etwa vier Wochen kommt sie in die Auswilderungszone, die 150 Hektar groß ist. Dort bleiben die Tiere zwei bis drei Monate, bevor sie unter der Obhut des Word Wide Fund for Nature (WWF) endgültig in die rumänischen Bergwälder entlassen werden.

Die zweite Wisentkuh Zarina II lebt derzeit noch im Wisentgehege Springe. Sie soll demnächst in nordspanischen Bergwäldern in die Freiheit entlassen werden.

Insgesamt wollte der Tierpark Sababurg nach Walgenbergs Worten vier Kühe für eine Auswilderung bereitstellen. Die dritte Kuh Zandra bleibt in dem Gehege in Springe und soll dort bei der Nachzucht helfen. Das vierte Tier starb vor dem Transport. Das sind die ersten Wildrinder, die der Tierpark für solche Projekte zur Verfügung stellt, ergänzte Walgenbach.

Die Wisente sollen für eine „Blutauffrischung“ einer Herde sorgen, die schon vor einigen Jahren in den rumänischen Tarcu-Bergen ausgewildert worden war. Auch das Wisentgehege Hardehausen stellte dafür jetzt Tiere zur Verfügung. Aus dem Gehege bei dem Warburger Stadtteil wurden schon weit mehr als 30 Vierbeiner zur Auswilderung abgegeben.

2013 begann das Projekt in Rumänien, an dem die Umweltschutzorganisation WWF beteiligt ist. Der WWF will den einst fast ausgestorbenen Wildrindern in den Karpaten wieder eine Heimat schaffen.

Auch in Deutschland streift eine Wisent-Herde frei durch Nordrhein-Westfalen: In der Wisent-Welt Wittgenstein im Landkreis Siegen-Wittgenstein können Besucher mit viel Glück diese Tiere in einem großen Waldgebiet in Privatbesitz sehen. (Bernd Schünemann)

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