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Titel und Erinnerungen in der Tasche: Der Frauenchor Hofgeismar löst sich auf

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Von: Tanja Temme

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Letzte Chorprobe: Vergangene Woche kamen die Sängerinnen des Frauenchores Hofgeismar zu einer letzten Chorprobe zusammen. Von den sieben Gründungsmitgliedern sind noch immer vier dabei.
Letzte Chorprobe: Vergangene Woche kamen die Sängerinnen des Frauenchores Hofgeismar zu einer letzten Chorprobe zusammen. Von den sieben Gründungsmitgliedern sind noch immer vier dabei. © Tanja Temme

Kurz vor ihrem 40-jährigen Bestehen löst sich der Hofgeismarer Frauenchor auf. Die Mitglieder blicken auf eine lange Erfolgsgeschichte zurück.

Hofgeismar – Sie waren einer der erfolgreichsten Chöre im Kreisteil Hofgeismar: Kurz vor ihrem runden Geburtstag, dem 40-jährigen Bestehen ihrer Sangesvereinigung, haben die Sängerinnen des Hofgeismarer Frauenchores nun einen Schlussstrich gezogen. Mitte vergangener Woche kamen die Damen zu einer letzten Chorprobe in der Stadthalle zusammen.

Wie es damals losging, daran kann sich Dagmar Scheunert noch genau erinnern: „In der HNA stand 1983, dass Frauen einen Chor gründen wollten“, berichtet das Gründungsmitglied. Sieben Frauen wären damals bei einem ersten Treffen dabei gewesen, ergänzt die 78-Jährige, eine Anzahl, die sich in kürzester Zeit auf 35 verfünffacht hätte. Mit der engagierten Luise Nocke-Herr als Chorleiterin an ihrer Seite wurde fortan wöchentlich geübt und schon bald das Liedgut öffentlich dargeboten. Ob bei Festen in der Kirche, Jubiläen oder sonstigen Feierlichkeiten, „wir waren vielerorts dabei“, verrät Scheunert und ergänzt, dass sie sogar im Fritzlarer Dom, auf der Insel Rügen oder der Wartburg einst ihr Können zum Besten gegeben hätten.

Der Hofgeismarer Frauenchor holte dreimal den Titel Meisterchor

Dass ihr Chorgesang stets eine hohe Qualität hatte, ist im Hofgeismarer Raum kein Geheimnis. Die Sängerinnen holten ganze dreimal den Titel Meisterchor im Mitteldeutschen Sängerbund. „1993, 1999 und 2005 haben wir diesen Schritt gewagt“, erklärte Scheunert, und da alle guten Dinge nun mal drei seien, wäre es damit auch gut gewesen. Tatsächlich gab es nach dem letzten Erfolg immer mehr Herausforderungen zu bewältigen. Einige konnten gesundheitlich nicht mehr und so schrumpfte der Chor von einst fast 40 bis zur Coronakrise auf knapp 20. Wie viele andere Gesangvereine auch, belastete die Pandemie-Pause auch diesen Chor zu sehr.

Nur ein Dutzend der Sängerinnen blieb nach den zwei Jahren ohne Proben übrig. Da der Altersdurchschnitt über die Jahre ebenfalls in die Höhe geschnellt war, man bei rund 75 Jahren lag, traf der Vorstand die Entscheidung, den Chor aufzulösen. „Natürlich verändert sich auch eine Stimme mit zunehmendem Alter – gerade im Sopran kommen viele von uns nicht mehr ganz hoch“, weiß die Hofgeismarerin zu berichten. Auch wenn dieser Schritt für viele schmerzhaft war, so herrscht Konsens in der Gruppe, dass man „nichts erzwingen sollte“. Da die Frauen sich schon immer auch im privaten Umfeld getroffen haben, wollen sie das so beibehalten. „Und sicher wird dann auch mal das ein oder andere Lied gesungen.“

Die Auswahl der Stücke war übrigens immer Sache der Chorleiterin: „Es geht dabei ja nicht nur darum, was gefällt, sondern vor allem muss man schauen, was der Chor leisten kann“, so Nocke-Herr. Die Warburgerin wird dem Kreisteil nicht ganz verloren gehen, sie leitet noch immer den Grebensteiner Volkschor. (Tanja Temme)

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