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Tour durch das Feuchtgebiet: Zwischen Hofgeismar und Schöneberg sammelt sich der Regen

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Von: Hanna Maiterth

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Geführte Tour mit dem Nabu: (von links) Dieter Fehling, Heinz und Sabine Meckbach mit Hündin Dana, Petra Bellon, Hans-Jürgen Schwabe (Vorsitzender Nabu Altkreis Hofgeismar) Eckhard Bellon und Heidi Schwabe.
Geführte Tour mit dem Nabu: (von links) Dieter Fehling, Heinz und Sabine Meckbach mit Hündin Dana, Petra Bellon, Hans-Jürgen Schwabe (Vorsitzender Nabu Altkreis Hofgeismar) Eckhard Bellon und Heidi Schwabe. © Hanna Maiterth

Versteckt zwischen Hofgeismar und Schöneberg liegt das Feuchtgebiet „Pfingstanger“. Dort zeigt der Nabu, was die Natur dort ausmacht.

Hofgeismar – Ein Stück nordöstlich des Schwimmbades „Bad am Park“ zieht sich das Biotop zwischen Äckern und zwei Entwässerungsgräben den Hang hinauf. Flankiert wird es von den Straßen „Am Borsig“ und „Schöneberger Straße“. Nach dem heißen Sommer profitiert das Areal nun von den Regenphasen.

Hans-Jürgen Schwabe kennt die Gegend wie seine Westentasche. Der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) im Altkreis Hofgeismar schaut regelmäßig nach dem Rechten. Zwar gehört der „Pfingstanger“ zum Verantwortungsbereich der Stadt Hofgeismar, doch der Naturschützer leistet gerne seinen Beitrag zum Erhalt dieses Feuchtgebiets.

Die Welt, die es hier zu entdecken gilt, zeigte Schwabe jüngst bei einer naturkundlichen Wanderung. Gut zwei Stunden führte er ein kleines Grüppchen von Besuchern durch das Feuchtgebiet. Thematisiert wurden dabei nicht nur die Besonderheiten, sondern auch die zunehmende Trockenheit in den Sommermonaten, die Veränderung der Landschaft und mit welchen Herausforderungen die Flora und Fauna im Feuchtgebiet „Pfingstanger“ zu kämpfen hat. „Die Landschaft hat sich stark verändert. Es gibt weniger Weidefläche, dafür mehr Äcker“, sagte Schwabe. Der „Pfingstanger“ liegt in der Senke. Deshalb zieht sich hier immer noch das Wasser hin, wenn es wie aktuell regnet.

Nabu-Tour durchs Feuchtgebiet in Hofgeismar: Wasser im Teich wird immer flacher

Ist es trocken, wie in so vielen Sommermonaten der vergangenen Jahre, bleiben auch die Gräben leer. Gleiches gilt für den Tümpel, der mitten in dem Feuchtgebiet liegt. Um ihn zu entdecken, muss der Feldweg verlassen und der Trampelpfad der Wildschweine in das Dickicht betreten werden.

Vor etwa 20 Jahren sei dieser Teich angelegt worden, sagte der Vorsitzende vom Nabu im Altkreis. Dafür seien mit dem Bagger eineinhalb bis zwei Meter Erde abgetragen worden. „Der Tümpel ist bei Wildschweinen beliebt“, weiß er.

Doch aufgrund der Lage werde die Wasserstelle immer flacher. Denn bei Regen werde nicht nur Wasser, sondern auch Schlamm in die Senke gespült. Ein Problem sei das nicht, schließlich könne hier wieder ausgebaggert werden. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Teich, der nie ohne Wasser ist, so Schwabe. Das liege an der Tiefe. Denn hier wurde ebenfalls mit dem Bagger nachgearbeitet. Auf vier Meter bringe es der Teich an seiner tiefsten Stelle. Deshalb kippe das Wasser auch nicht. Die Erde liegt noch, zum Schutzwall angehäuft, daneben. Spuren hinterlässt die Trockenheit aber trotzdem. Denn in Trockenphasen schrumpft der Teich.

Miniermotte befällt weißblühende Kastanien

Geschädigt von der Miniermotte: die Blätter der weißblühenden Rosskastanie.
Geschädigt von der Miniermotte: die Blätter der weißblühenden Rosskastanie. © Hanna Maiterth

Auf dem Weg durch das Feuchtgebiet finden sich neben Hopfenpflanzen immer wieder Kastanien. Längst ist die Blüte durch, doch am Befall der Blätter lässt sich die Farbe erkennen. Die der weißblühenden Kastanienblüten haben großflächige braune Stellen. Nur ab und an ist sie noch grün. „Die Larven der Miniermotte fressen sich durch die Blätter“, erklärt Schwabe anhand eines Blattes.

Das Insekt habe sich von Süden her immer weiter ausgebreitet, befalle aber nur die weißblühende Kastanie. Die rotblühende werde aus bisher noch nicht bekannten Gründen verschont. Der „Pfingstanger“ sei Lebensraum für Zaunkönige, ein Nachtigallenpaar, Wasserläufer, Kröten und viele Tiere mehr.

Das Gebiet sei eine typische Auenlandschaft. „So hat der Urwald in Feuchtgebieten früher ausgesehen“, sagt der Naturschützer. (Hanna Maiterth)

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