Tränen zum Abschied: Neuapostolische Kirche entweiht

Hofgeismar. 29 Jahre lang wurden in der Neuapostolischen Kirche in Hofgeismar viele Gottesdienste gehalten. Doch am Sonntag war es der letzte Gottesdienst in diesem Haus.

Auch dass das Gebäude als Kirche dient, gehört nun der Vergangenheit an. Denn zum Ende des Gottesdienstes, den der Leiter des Kirchenbezirks Kassel-Korbach, Bezirksältester Volker Lerch, hielt, wurde die Kirche entweiht.

Kürzlich war bekannt geworden, dass die Kirchengemeinde in Hofgeismar aufgelöst und das Gebäude als Kirche entwidmet werden soll. Und diese Aufgabe übernahm der Bezirksälteste: „Ich hätte auch kneifen können. Doch es ist mir ein Anliegen, diesen Akt auszuführen, da ich auch aus diesem Bereich stamme,“ sagte Volker Lerch.

Feierlich mit Chor und Abendmahl gingen die Mitglieder dem Ende der Kirchengemeinde Hofgeismar entgegen. Wehmut und die ein oder andere Träne füllten den Raum.

„Der Tempel Gottes ist heilig, doch der Tempel ist nicht an ein Gebäude gebunden, sondern wir als Kirchenmitglieder sind der Tempel,“ sagte Lerch. Er hat ebenfalls in der Vergangenheit viele Gottesdienste, Chorproben und Apostelbesuche in diesem Haus miterlebt und blickt auch gerne auf diese Zeit zurück. Doch gemeinsam wolle man nun nach vorn schauen in die Zukunft.

Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche können frei wählen, ob sie sich der Gemeinde in Calden oder in Warburg anschließen möchten. Auch die Gemeinde in Bad Karlshafen kann gewählt werden. Diese Entscheidung sei den Kirchenmitgliedern völlig freigestellt.

Der Vorsteher der Kirchengemeinde, Hans-Georg Hanik, verlas zum Abschied eine Kurzchronik über die Kirchengemeinde Hofgeismar: Schon im Jahre 1934 wurden in Privathaushalten in Hofgeismar Gottesdienste gehalten. Ab dem Jahre 1935 bot sich ein geeigneter Raum in der Husarenstraße 2 in Hofgeismar. Die Gemeinde wuchs stetig an, sodass im Jahr 1948 ein Pferdestall umgebaut wurde und als Gotteshaus diente. Im September 1986 erfolgte dann die Einweihung des neuen Gebäudes und die Weihung als Kirche.

Der Bezirksälteste Lerch dankte Hanik für seine Arbeit als Vorsteher in den letzten 15 Jahren für die Gemeinde Hofgeismar. Von seinen Aufgaben als Vorsteher wird Hanick dann durch den Bezirksapostel im Juli diesen Jahres entbunden.

Ein weiterer Dank galt in dieser Feierstunde auch Thomas Opfer, der seit 30 Jahren als Dirigent des Chores tätig war. Nach dem Abschlussgebet war es dann soweit. Lerch sprach die Worte der Entweihung und aus der Kirche wurde ein gewöhnliches Haus. Doch ganz gleich wie dieses Gebäude genutzt werden mag, es wird wohl in den Köpfen immer die neuapostolische Kirche bleiben. (ycg)

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