Training für den Ernstfall

Rotes Kreuz Hofgeismar übt Reanimation

Hofgeismar. Die Anspannung ist den Rettungsassistenten anzumerken, dennoch versuchen sie locker zu bleiben. Gleich sollen sie ein Baby reanimieren.

Dieser Ernstfall wird allerdings nur simuliert. Dennoch müssen die jungen Frauen und Männer vollen Einsatz zeigen. Der Grund: Die Hofgeismarer nehmen an einer europaweiten Studie teil. Jeder Handgriffe der Reanimation wird dabei genau verfolgt, die Daten werden aufgezeichnet.

Ein halbes Jahr konnten sie an und mit den Simulationspuppen für Erwachsene und Babys üben. Nun geht es darum zu zeigen, wie stark sie sich verbessert haben.

Dr. Jonathan Smart ist extra aus London angereist, um die Fortschritte der Hofgeismarer zu dokumentieren. Er hat dies auch schon in neun anderen Städten getan. Unter anderem war er in Paris, Barcelona, Kopenhagen und Lissabon. Nun also Hofgeismar. Überall absolvieren Zweierteams identische Übungen. Reanimation bei einem Erwachsenen und Reanimation bei einem Baby. Es geht darum, Druckmassage und Beatmung genau aufeinander abzustimmen. Ein Gerät misst die Werte. Am Ende zeigt es an, wie gut die Retter gearbeitet haben.

„Diese Sache ist sehr effektiv“, sagt Ausbildungsleiter Horst Dieter Davin. Besonders die Wiederbelebung an der Babypuppe hat die Rettungsassistenten vorangebracht. „Solche Fälle haben wir nicht oft, um so wichtiger ist es, sie zu üben.“

Etwa 75-mal müssen die Hofgeismarer pro Jahr Personen reanimieren. Davon sind etwa fünf Prozent Kinder. So lagen die Hofgeismarer, wie auch alle anderen europäischen Teilnehmer, bei der ersten Bestandsaufnahme an der Babypuppe noch knapp unter 50 Prozent der optimalen Leistung. Inzwischen kommen alle auf über 90 Prozent, einige erreichen sogar 99 Prozent.

„Je optimaler die erste Behandlung, um so besser ist es für den Patienten ja auch in der Folge “, erklärt Davin stellvertretend für die anderen 50 hauptamtlich im Rettungsdienst tätigen Mitarbeiter in Hofgeismar.

„Das Baby stellt eine besondere Herausforderung da“, sagt der Ausbilder, der damit auch in Kindergärten und an anderen Orten unterwegs war, um zu demonstrieren, wie Kleinkinder reanimiert werden können. „Man muss doch sehr fest drücken. Das glaubt kaum jemand“, sagt er. Zur Beatmung sei allerdings nur wenig Luft notwendig. Inzwischen haben er und seine Kollegen ein gutes Gespür auch dafür entwickelt.

Wie gut die Hofgeismarer in der Studie abgeschlossen haben, werden sie erst noch erfahren. Sollten die den besten Lernfortschritt von allen erzielt haben, dürften sie die Babypuppe sogar behalten.

Von Claudia Stehr

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