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Treffpunkt mit Feen und Elfen - Dieter Uffelmann verbringt gern Zeit an den Wolkenbrüchen

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Von: Sascha Hoffmann

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Dieter Uffelmann liebt es, in die sagenumwobene Welt der Wolkenbrüche abzutauchen. Mit etwas Fantasie werden markante Baumverwachsungen wie hier links im Bild mal zum Elefanten, mal zum Einhorn.
Dieter Uffelmann liebt es, in die sagenumwobene Welt der Wolkenbrüche abzutauchen. © Sascha Hoffmann

Umringt von den Flüssen Weser, Diemel und Fulda, verzaubert der Naturpark Reinhardswald mit herrlicher Natur. Menschen aus der Region zeigen uns ihre ganz persönlichen Lieblingsplätzen.

Trendelburg – Es braucht nicht sonderlich viel Fantasie, um am nassen Wolkenbruch auf Feen, Elfen oder vielleicht sogar Dämonen zu treffen. Dieter Uffelmann muss es wissen, kennt er das sagenumwobene Areal am Rande Trendelburgs schließlich seit Jugendzeiten wie seine eigene Westentasche. „Die Baumverwachsungen haben mich schon immer fasziniert“, sagt er und stellt einem beim Spaziergang rund um den Krater unzählige kleine Wolkenbruchbewohner vor. „Schildkröte, Elefant, Einhorn, können Sie sie sehen?“

Auch wenn es äußerst steil hinab geht, wagt sich der 69-Jährige an besonders markanten Stellen beängstigend nah an den Kraterrand heran. „Spüren Sie diese besondere Aura?“, fragt er und wird nicht müde zu betonen, an welch faszinierendem Ort man sich befinde.

„Zwischen dem, was man sieht, und dem, was man nicht sieht, ist hier einiges los“, gibt er sich rätselhaft, um sogleich mit enormem Wissen rund um seinen persönlichen Lieblingsplatz Licht ins Dunkel zu bringen. „Das Wasser, das man manchmal beim Blick nach da unten sieht, ist tatsächlich Salzwasser und fließt unsichtbar als Bach wieder ins süße Nass der Diemel.“

Dieter Uffelmann liebt es, in die sagenumwobene Welt der Wolkenbrüche abzutauchen. Mit etwas Fantasie werden markante Baumverwachsungen wie hier links im Bild mal zum Elefanten, mal zum Einhorn.
Mit etwas Fantasie werden markante Baumverwachsungen wie hier links im Bild mal zum Elefanten, mal zum Einhorn. © Sascha Hoffmann

Im Wald ist er nicht Kommunalpolitiker, sondern Ritter Dietrich

Verborgenes sichtbar zu machen, die heimische Sagenwelt lebendig zu halten und vielleicht ab und an auch mal mit den Mythen der Welt zu agieren, darum geht es dem ehemaligen Bänker und leidenschaftlichem Kommunalpolitiker nicht nur bei seinen privaten Touren, sondern auch, wenn er als Netzwerkpartner des Naturparks Reinhardswald in die Rolle des Ritter Dietrich schlüpft und zu Streifzügen durch diese märchenhaft wilde Welt einlädt.

Besonders intensive Momente erlebt er hier, wenn er allein kommt. Dann sucht er sich ein hübsches Plätzchen, macht es sich gemütlich und sinniert über das Leben. „Ich kann dann herrlich abschalten“, sagt er und lächelt, wenn er von seinen persönlichen Zeitreisen erzählt, die ihm immer wieder auch wichtige Erkenntnisse rund um die bekannten Sagen liefern.

Wolkenbrüche Naturdenkmal und Geotop

Der nasse und der trockene Wolkenbruch sind zwei zwischen Trendelburg und Friedrichsfeld gelegene und durch Salzauswaschungen entstandene Einsturztrichter. Die Erdfälle sind als Naturdenkmal und als Geotop ausgewiesen und über den Wanderparkplatz „Nasser Wolkenbruch“ gut erreichbar. zhf

Was Trendelburg mit einer Riesin aus dem Reinhardswald zu tun hat

Eine davon weiß sogar, was es mit dem Wolkenbruch auf sich hat. Trendula, eine der drei Reinhardswald-Riesinnen und Namensgeberin der Stadt Trendelburg, sei voller Missgunst gegenüber ihren Schwestern Saba und Brama gewesen und habe Letztere in einer unwetterheimgesuchten Nacht hinterrücks ermordet.

„Sieben Tage, sieben Nächte, ein Gewitter. Die Menschen waren verzweifelt, warum ist Gott zornig?“, wird Uffelmann vom einen auf den anderen Moment in Sprache und Duktus zu seinem Alter Ego. „Nein, wir sind es nicht, es ist das Treiben der Riesin, wenn sie weg ist, hört das auf.“

So sei Trendula in Ketten gelegt, aufs freie Feld geführt und dort schließlich von einem mächtigen Blitz erschlagen worden. „Der 50 Meter tiefe Krater tat sich auf, Wasser floss in ihn hinein und bedeckte sie.“ Die Frage, ob Trendula tatsächlich, wie es die Sage glauben lässt, alle sieben Jahre auftaucht und um Vergebung bittet, lässt am Ende selbst Dieter Uffelmann unbeantwortet. Er tut es mit einem schelmischen Lächeln. Alles andere überlassen wir der Fantasie. (Sascha Hoffmann)

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