Trendelburgerin kritisiert Bürokratie bei Verlängerung ihrer Jagderlaubnis

Hofgeismar. Dass die Verlängerung eines Jagdscheins zurzeit Monate dauert (wir berichteten), kann Kerstin Baumann aus Trendelburg nicht verstehen.

Die Jägerin kritisiert vor allem die Untere Jagdbehörde des Landkreises Kassel.

„Die Behörden anderer Landkreise gehen viel unbürokratischer vor und und stellen Jagdscheine auf Widerruf aus“, erklärt Baumann. Das heißt, sie verlängern den Schein ab dem 1. April (Ende des Jagdjahres ist immer der 31. März). Sollte sich bei der Überprüfung der Zuverlässigkeit des Jägers herausstellen, dass ein Versagungsgrund vorliegt, werde er wieder eingezogen. „Nur bei bei der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Kassel funktioniert das nicht“, sagt Baumann.

Kerstin Baumann

Anlass ihrer Kritik war die Berichterstattung unserer Zeitung vom 30. März, in der es um den wachsenden Ärger der Jägerschaft im Kreisteil ging. Denn wer seinen Jagdschein verlängern will, wartet derzeit vier Monate, weil die Zuverlässigkeit des Antragstellers von mehreren Stellen geprüft wird - unter anderem von der Polizei, die dies auf dem Postweg erledigt.

Außerdem merkt Baumann an, dass jeder Jäger seine Zuverlässigkeit per Unterschrift bescheinigt. Damit versichert er zum Beispiel, nicht von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln abhängig zu sein und dass keine Verfahren gegen ihn laufen.

„Ich verstehe nicht, warum man dieses Formular überhaupt unterschreibt, wenn es am Ende doch keine Auswirkung hat“, sagt Baumann. Mit ihrer Unterschrift habe sie bestätigt, dass sie zuverlässig und persönlich geeignet sei. „Dennoch mache ich mich ab dem 1. April durch den Besitz der Munition für meine Flinte und Büchsen strafbar, da mein Jagdschein bis dahin nicht verlängert sein wird.“ Hierbei handele es sich dann um eine Straftat. Dies würde wiederum ein Versagungsgrund für die Verlängerung des Jagdscheins sein. „Das ist doch paradox.“

Andere Landkreise hätten diesen Umstand erkannt und verlängern Jagdscheine daher zunächst unbürokratisch und auf Widerruf. „Damit sich unbescholtene Bürger nicht strafbar machen, wird bürgernah, bürgerfreundlich und unbürokratisch entschieden.“

Carola Günther, Leiterin des Fachbereichs Ordnungs- und Gewerberecht des Landkreises Kassel, wozu auch die Untere Jagdbehörde gehört, sagt dazu: „Das Gesetz schreibt klar vor, dass ein Jagdschein erst verlängert werden darf, wenn die Zuverlässigkeitprüfung des Antragstellers vollständig vorliegt. Wir halten uns daran.“

Rubriklistenbild: © dpa

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