Weniger Familien im Freibad

Trotz Corona gab es in den Sommerferien keine Probleme in den Freibädern der Region

Jannis Krausbauer, Paul Schäfer, Maik Reinemann und Silas Sen (von links) springen ins Schwimmbecken des Freibads in Grebenstein.
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An heißen Tagen lief es im Freibad Grebenstein sehr gut. Das Foto entstand im August diesen Jahres

Die Freibadsaison ist in vielen Orten bereits vorbei. Bei den meisten Freibädern verlief die Saison trotz Corona relativ gut.

Kreisteil Hofgeismar – Allerdings sorgte die begrenzte Besucheranzahl an heißen Tagen für Einlassstopps. Im Freibad Grebenstein lief es unter Coronaverhältnissen ganz gut, wie Betriebsleiter Sven Behring berichtet. An den sehr warmen Wochenenden wurde sogar die maximale Anzahl von zeitgleich 300 Badegästen erreicht. An diesen Tagen seien es etwa 450 bis 480 Besucher über den ganzen Tag verteilt gewesen.

Im Freibad Reinhardshagen war wegen Corona weniger los als in den vergangenen Jahren. Vier Mal musste das Bad vorübergehend schließen, weil die maximale Anzahl von 300 Personen erreicht war, teilte Frank Baumgarten, Schwimmmeister in Reinhardshagen, mit. Sobald Gäste gegangen waren, durften wieder neue Besucher hinein. An die Coronavorschriften hätten sich zudem alle gehalten, die Kinder manchmal sogar besser als die Erwachsenen.

Weniger Familien waren im Freibad

In Zwergen schwankte es zwischen ganz wenigen und vollen Auslastungen. „Die Sommerferien liefen sehr ruhig“, sagt Adriana Balean, die das Freibad in Zwergen leitet. Wegen der Coronakrise seien schon deutlich weniger Besucher da gewesen. Auffällig sei auch, dass weniger Familien vor Ort waren. „Einige Familien, die sonst regelmäßig gekommen sind, waren in diesem Jahr nicht da“, beschreibt Balean die Situation. Die Badegäste seien zudem vorsichtiger gewesen als vorher.

Trotzdem hätten sich alle sehr vernünftig verhalten und es habe keine Probleme mit den Hygieneregeln gegeben. „Wir sind sehr zufrieden mit den Badegästen“, betont Balean.

Ein wichtiger Faktor war auch das Wetter, das dieses Jahr schlechter war als in den Jahren zuvor. An heißen Tagen sei es allerdings sehr voll gewesen. Dann mussten Leute sogar nach Hause geschickt werden, weil die begrenzte Besucheranzahl bereits erreicht war. „Manche haben sogar gewartet, um reinzukommen, wenn das Bad schon voll war“, ergänzt die Betriebsleiterin.

Vor der Saison hat sich Balean bereits Gedanken gemacht, ob die Leute die Maßnahmen akzeptieren würden. Sie könne es verstehen, dass die Menschen in dieser Situation eher vorsichtiger seien. Ganz zufrieden mit der Freibadsaison sei sie nicht. „Die Coronakrise hat definitiv mit reingespielt, dass in diesem Jahr weniger los war“, sagt sie.

Einige Bäder hatten diesen Sommer nicht geöffnet

Die Saison im Corona-Sommer 2020 lief nicht in allen Bädern wie erwartet. Wegen anstehender Baumaßnahmen wurde das Bad in Trendelburg gar nicht erst geöffnet. In Hofgeismar begann die Dachsanierung und damit die Schließung des Ganzjahresbades BAP gleich im März und dauert noch an. Auch das von den Lippoldsbergern gern besuchte Freibad in Bodenfelde blieb geschlossen.

Gerade auf die Schwimmgäste aus Trendelburg und Bodenfelde sowie eigene Campinggäste hatte man im Freibad Gieselwerder gehofft, doch der Besuch blieb hinter den Erwartungen zurück, sagt der beauftragte Bürgermeister Cornelius Turrey. Hätte man das gewusst, wären die Zugangsregelungen mit farbigen Armbändern etwas einfacher gestaltet worden. Man sei aber froh, dass sich doch etliche ins Wasser trauten und hoffe, dass man die Saison 2021 wieder komplett genießen könne.

Die Therme in Bad Karlshafen hatte (wie mehrfach berichtet) durch die mehrwöchige Schließung deutliche Einbußen.

Deutlich weniger Badegäste als in den Jahren zuvor

Drastische Einschnitte hat es in dieser Saison in Immenhausen gegeben, sagt Lars Obermann, in der Stadtverwaltung für die Finanzen zuständig. Das Freibad besuchten nur 2047 Gäste – im vergangenen Jahr waren mehr als 6800, im Supersommer 2018 sogar 11 000. Obermann verweist darauf, dass das Bad ab 16. März schließen musste. In Immenhausen wurde der Badebetrieb am 5. Juli wieder gestartet.

Je nach Witterung war in Immenhausen erstmals in diesem Jahr nur das Frei- oder das Hallenbad geöffnet. Aber auch dieses Angebot verbesserte die Bilanz laut Obermann nicht. Bis zum 31. August hatten 16 131 zahlende Gäste Frei- oder Hallenbad besucht. 2019 wurden bis Ende August fast 46 000 gezählt.

Eine deutliche Besserung erwartet die Stadt auch in den nächsten Monaten nicht. In dem Bad werden viele Kurse angeboten. So startet nächste Woche die Aqua-Fitness. Aber statt üblicherweise 50 Leuten könnten jetzt coronabedingt nur 20 teilnehmen.

Unter den Coronabedingungen und eingeschränkten Öffnungszeiten sei das Walschwimmbad in Calden bei schönem Wetter gut besucht gewesen, wie Hauptamtsleiter der Gemeinde Calden, Herbert Kloppmann, mitteilte. Mit den Jahren, bei denen es kein Corona gab, sei es jedoch nicht vergleichbar. Trotzdem sei man zufrieden. „Wir sind froh, dass wir es anbieten konnten und das Angebot auch angenommen wurde“, sagt Kloppmann.

Aus Kelze lagen bis Redaktionsschluss keine Zahlen vor. (Samira Müller, Thomas Thiele und Bernd Schünemann)

Zwei Freibäder haben noch geöffnet

Das Freibad in Reinhardshagen hat bis einschließlich Sonntag, 13. September, geöffnet. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 19 Uhr. Wenn das Wetter allerdings schlecht sei, würde das Freibad eventuell früher schließen. Das Waldschwimmbad in Calden hat noch bis zum 15. September jeweils von 10 bis 14 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Statt dem Gieselwerder Freibad hat nun das Oedelsheimer Hallenbad geöffnet. In Immenhausen steht das Hallenbad zur Verfügung. 

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