Keine Notwendigkeit für Großprojekt am Jahnsportplatz

TSG Hofgeismar: Beim Thema Umkleidehaus noch einmal neu nachdenken

Am Jahnsportplatz Hofgeismar: Mit seinen Vorstandsmitgliedern Gerald Backofen, Gudrun Fehling (rote Jacke) und Patricia Kranz besichtigte jetzt TSG-Vorsitzender Heinrich Sattler (2. von links) die Anlage.
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Am Jahnsportplatz Hofgeismar: Mit seinen Vorstandsmitgliedern Gerald Backofen, Gudrun Fehling (rote Jacke) und Patricia Kranz besichtigte jetzt TSG-Vorsitzender Heinrich Sattler (2. von links) die Anlage.

Das alte, denkmalgeschützte Umkleidehaus gehört zum Hofgeismarer Jahnsportplatz wie die Tribüne zum Angerstadion.

Hofgeismar - Generationen von Sportlern haben sich hier auf Spiele vorbereitet und nach dem Wettkampf geduscht. Seit einigen Jahren hatten im Obergeschoss auch Pfadfinder ihre Unterkunft. Vor zwei Jahren, als es noch danach aussah, als könne Hofgeismar auch im Senioren-Fußball der Region wieder eine Rolle spielen, wurde die Idee geboren, das Gebäude zu sanieren und um einen großzügigen Anbau zu erweitern.

Die Stadt ist bereit, bis zu einer halben Million Euro zu investieren. Doch nun ist es die TSG Hofgeismar, die bei dem Vorhaben auf die Bremse tritt. Der Verein rät der Stadt zum sparsamen Umgang mit Haushaltsmitteln.

Der TSG-Vorstand schlägt der Stadt vor, innezuhalten und in neue Überlegungen einzutreten. Heinrich Sattler, Vorsitzender des mit mehr als 1400 Mitgliedern zweitgrößten Sportvereins im Altkreis, weist darauf hin, dass die Abteilung Fußball den gesamten Spiel- und Trainingsbetrieb der Senioren eingestellt hat.

Zudem habe die Abteilung ihren Abteilungsvorstand verloren und sei gerade im Begriff, sich neu aufzustellen. Lediglich im Schülerbereich fanden noch Trainingseinheiten und eingeschränkter Spielbetrieb statt. In mehreren Gesprächen zwischen ihm und dem neuen Vorsitzenden der Abteilung Fußball, Güneri Kocaoglu und Trainern wie Christoph Dettmar und Stefan Knerrich sei deutlich geworden, dass sich die neue Abteilungsleitung künftig auf den noch schmal vorhandenen Schülerbereich konzentrieren und auf dieser Basis aus eigener Kraft einen neuen Jugend- und Senioren-Betrieb aufbauen möchte.

„Dieser Prozess des Neuaufbaus wird einige Jahre dauern, viel Kraft und vor allem Konzentration und Einigkeit innerhalb der Abteilung Fußball erfordern“, sagt Sattler. Vor diesem Hintergrund und den veränderten internen und externen Bedingungen fragt Sattler: „Ist es noch verantwortbar, die Baumaßnahme zu beginnen und den Startschuss zu geben für eine Investition von am Ende einer halben Million Euro in eine ungewisse sportliche Nutzung des Standortes Jahnsportplatz?“

Der geschäftsführende Vorstand der TSG Hofgeismar hat darauf eine klare Antwort gegeben: Er bittet die Stadt Hofgeismar darum, „die Baumaßnahme Jahnsportplatz nicht zu beginnen und allen Beteiligten einen ,Time-Out‘ zu gewähren, um die Gesamt-Situation unsrer Sportstätten noch einmal gründlich zu überdenken.“

Diesen Vorstandsbeschluss hat Sattler in einem Brief auch Bürgermeister Torben Busse mitgeteilt. Darin stellt er allerdings auch klar, dass dieser Beschluss nicht das Ende der geplanten Baumaßnahmen am Jahnsportplatz bedeute, sondern den Beginn neuer Überlegungen. Während der „Denkpause“ müsse sichergestellt sein, dass der Trainings- und Spielbetrieb der Jugend- und Schülermannschaften entweder auf dem Jahnsportplatz, dem Schulsportplatz der GHS oder im Angerstadion stattfinden kann.

Was konkret das Umkleidehaus am Jahnsportplatz betrifft, da hält es der TSG-Vorsitzende für möglich, dass „Duschen, Umkleiden und Toiletten für eher ,kleines Geld‘ schnell in einen gebrauchstüchtigen Zustand versetzt werden können. Dafür benötigen wir keine 500.000 Euro“, erklärt Heinrich Sattler. (Gerd Henke)

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