Debatte um Sanierung am Jahnsportplatz

TSG-Vorstand lockert Bremse gegen Anbau

Die Möglichkeiten von Duschen und Umkleiden sind im alten Gebäude am Jahnsportplatz nur noch beschränkt vorhanden. Noch ziehen sich die Jungen zumeist auf dem Platz um.
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Die Möglichkeiten von Duschen und Umkleiden sind im alten Gebäude am Jahnsportplatz nur noch beschränkt vorhanden. Noch ziehen sich die Jungen zumeist auf dem Platz um.

Nach erneuter Diskussion des Hauptvorstandes der TSG Hofgeismar mit der Abteilung Fußball ist nun eine Entscheidung zur Sanierung am Jahnsportplatz gefallen.

Der Vorstand hat beschlossen, dass die TSG nun endgültig der geplanten Sanierung und der Erweiterung des Umkleidegebäudes am Jahnsportplatz zustimmt. Damit endet auch der Anfang März vom Vorstand beschlossene „Time-Out“ zur Baumaßnahme Jahnsportplatz. Dieses Innehalten sollte dazu dienen, den Beschluss der Hofgeismarer Stadtverordnetenversammlung vom Mai 2020 zum Projekt Jahnsportplatz aus Sicht des Vereins noch einmal einer ausgiebigen Bewertung zu unterziehen.

Alternativvorschlag

Die vom TSG-Vorsitzenden Heinrich Sattler entwickelte Alternative zum Jahnsportplatz, die er auch der Stadt vortrug, sah die Aufwertung der Sportanlagen in der Nachbarschaft des Angerstadions vor. Dort, so die Überlegungen, könnten durch die Errichtung eines sogenannten „Sport-Pavillons“ mit Umkleiden, Duschen, Toiletten, Verkaufsräumen und Ähnlichem im Bereich des Schulsportplatzes auch weitere Sportarten teilhaben, beispielsweise auch die Abteilungen Handball, Tanzen, Ringen, Turnen und Taekwondo bei Veranstaltungen in der benachbarten Kreissporthalle.

Der Geschäftsführende TSG-Vorstand verfolgte damit das Ziel, mit der von der Stadt geplanten Investition von rund 376 000 Euro „das Optimale für den Hofgeismarer Sport und ihren größten Verein“ herauszuholen. Keine Abteilung - vor allem nicht die Fußballer - sollte mit einem neuen Konzept schlechter gestellt werden.

Sattler: „Unsere Vision war, im Herzen der Stadt am Angerstadion ein veritables großes Sportzentrum zu etablieren, das eine funktionelle Vielfachnutzung möglich gemacht hätte.“ Den Volleyballern des VC Blockfrei und den Pfadfindern hätte in diesem Konzept weiter das zu ertüchtigende Gebäude am Jahnsportplatz zur Verfügung gestanden.

Sattler und der Vorstand wiesen darauf hin, dass lediglich der Standort des geplanten Anbaus neu überdacht worden wäre. Eine Sanierung der Duschen, Toiletten und Umkleiden im Alt-Gebäude des Jahnsportplatzes wäre nicht in Frage gestellt worden und auch der Sportplatz sollte erhalten bleiben.

376.000 Euro

Die Verantwortlichen der Abteilung Fußball nahmen laut Hauptvorstand diese Überlegungen „mit großem Interesse zur Kenntnis und zeigten sich durchaus offen“ für die aufgezeigten Alternativen. Letztlich sahen sie aber die größeren Realisierungschancen in der zeitnahen Umsetzung der parlamentarischen Beschlüsse zu Sanierung und Anbau am Jahnsportplatz. Zugleich betonten sie, dass das Projekt dort für 376 000 Euro geplant sei und nicht 500 000 Euro kosten solle, wie mitunter behauptet wurde. Die Fußballer befürchteten, dass die Baumaßnahmen am Jahnsportplatz zum völligen Stillstand kommen könnten. Nur mit der kompletten Funktionsfähigkeit des Jahnsportplatzes sei die erfolgreiche Fortsetzung des begonnenen Wiederaufbaus der Abteilung Fußball möglich, betonte der Abteilungsvorstand der Fußballer.

Wenn der Geschäftsführende TSG-Vorstand der Argumentation der Fußballer auch nicht in allen Punkten folgen konnte, einigte sich das Gremium schließlich darauf, dem Projekt Jahnsportplatz nicht im Wege stehen zu wollen. Während Sattler erklärte, dass man möglicherweise eine große Chance für ein umfassendes Sportzentrum vertan habe, sehen die Fußballer das nicht so. Die jetzige Entscheidung sei kein Fehler.

Idee des Vorstandes

Der TSG-Vorsitzende habe die Stadt inzwischen über die neue Beschlusslage informiert, teilte der Hauptvorstand mit. Angesichts der Formulierung, dass Sattler „auch in Gesprächen mit der Stadt“ mit dem Stichwort Sportpavillon eine Alternative zum Jahnsportplatz entwickelt habe, sagte Bürgermeister Torben Busse, dass sich das so anhöre, als ob die Stadt in die Entwicklung der Alternative eingebunden gewesen sei. Die Alternative hätten aber allein die TSG beziehungsweise der TSG-Vorstand formuliert und der Stadt dann vorgetragen. Busse: „Ich habe auf die Beschlusslage verwiesen und darum gebeten, das Thema unter den betroffenen Vereinen und vor allem TSG-intern zu beraten“. Sollte es zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen, die Planungen anpassen zu wollen, hätte sich die Stadt einer Diskussion darüber gestellt. (Thomas Thiele/Gerd Henke)

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