Zum Besucherziel erklärt

Marktplatz in Hofgeismar soll gemütlicher werden

Der Hofgeismarer Marktplatz, Standardziel auch von Touristen, wird barrierefrei umgestaltet. Das Brunnenbecken weicht einem Pflaster in Rosenblütenform, aus dem 14 Fontänen sprudeln.
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Der Hofgeismarer Marktplatz, Standardziel auch von Touristen, wird barrierefrei umgestaltet. Das Brunnenbecken weicht einem Pflaster in Rosenblütenform, aus dem 14 Fontänen sprudeln.

Der Marktplatz im Hofgeismar soll auch außerhalb des Weihnachtsmarktes ein Anziehungspunkt sein. Jetzt laufen Umbauarbeiten.

Hofgeismar – Der eigentliche Angelpunkt Hofgeismars ist der zentrale Töpfermarkt, wo sich alte Straßenverbindungen und die Verkehrsachsen der Stadt kreuzen. Der Marktplatz, etwas über 200 Meter nördlich an den alten Straßen nach Schöneberg und Hümme gelegen, war nach Erinnerung vieler Hofgeismarer schon immer weniger belebt. Versuche, hier einen Wochenmarkt zu etablieren, endeten auf kleinem Niveau. Nicht nur wegen des historischen Rathauses und des Postkartenstadtbildes will man den Marktplatz nun aber aufwerten.

Dass der Platz ein Anziehungspunkt sein kann, beweisen seit Jahren erfolgreich der Weihnachtsmarkt und das Weinfest rund um den Marktbrunnen. Die Planungsgruppe aus Fachleuten, Politikern und Einwohnern, die ihre Ideen zusammentrugen, überarbeitete ihr Konzept nochmals mit Blick auf mehr Kleinteiligkeit. Das Pflaster besteht in der Mitte aus großen, verschiedenfarbigen Platten, die zu den Rändern in Richtung Hausfassaden immer kleinteiliger werden.

Marktplatz Hofgeismar: Brunnen hätte sowieso saniert werden müssen

Der Brunnen hätte auch ohne Umbau des Marktplatzes wegen neuer DIN-Vorschriften saniert werden müssen. „Wegen der Anforderungen an die Wasserqualität hätte ein Wasserspeicher mit Aufbereitungs- und Messanlage eingebaut werden müssen. Die Kosten hierfür allein hätten einschließlich der Tiefbauarbeiten etwa 150.000 Euro in Anspruch genommen“, berichtet Bauamtsleiter Dirk Lindemann. Die Projektfläche Marktplatz ist 2060 Quadratmeter groß und wird mit sechs verschiedenen Steinformaten in drei verschiedenen Farben in warmen Tönen hergestellt. Die Wahl der Farbgebung erfolgte durch die Steuerungsgruppe Stadtentwicklung nach einem Ansichtstermin von Musterflächen, zu dem auch alle Mandatsträger geladen waren und ihre Meinung abgeben konnten.

Die Stufen auf dem Marktplatz sind verschwunden, es werden große Sitzbänke aus Holz und Stahl in lockerer Form aufgestellt und voraussichtlich vier Bäume gepflanzt. Geplant sind Exemplare der Baumart Gleditsia triacanthos ‘Skyline’, umgangssprachlich auch Lederhülsenbaum genannt. Doppelt soviele waren gewünscht, lassen sich aber wegen der vielen im Boden verlegten Leitungen vermutlich nicht umsetzen, weil einfach kein Platz mehr da ist. Zudem müssen Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge sowie Lkw weiterhin durchfahren können und auch der Viehmarktumzug muss durchkommen.

Marktplatz Hofgeismar: Orientierung an historischen Lampen

Großer Wert wird auf die Beleuchtung gelegt, um dem Platz und seinen Gebäuden ein besonderes Flair zu verleihen. Man verzichtet auf moderne Lampen wie in der Mühlenstraße und orientiert sich wieder an den historischen Lampentypen, wie sie bisher schon standen. Die erneuerten Lampen erhalten stromsparende LED und zudem Blenden, die das Licht nur nach unten leiten, um nach neuestem Trend einer übermäßigen Lichtverschmutzung entgegenzuwirken. Zwei Lichtstelen werden das Rathaus beleuchten und es gibt eigene Beleuchtungen für den Brunnenobelisken und die Fontänen. Derzeit werden gerade die Leitungen für die sogenannten Sternenstaub-Lichter verlegt.

Zeitdokument: Wie auf dieser Postkarte von 1930 sah das Denkmal mit dem Brunnenbecken auch bei der Errichtung 1902 aus. 

Hauptziel ist es, dass der Platz nicht mehr ein Durchgangsplatz ist wie bisher, sondern er zum gemütlichen Aufenthalt einlädt, und das den ganzen Tag über bis in den Abend, unterstreicht Bauamtsleiter Lindemann.

Marktplatz Hofgeismar: Wasserfontänen sind zentrales Thema

Das Brunnenbecken, das nach Ansicht der Stadtgeschichtsforscher schon bei der Errichtung des Gedenk-Obelisken im Jahre 1902 angelegt war, wurde ersatzlos abgebrochen. Die Denkmalpflege stimmte zu, weil zwar der Brunnenobelisk als Denkmal eingetragen ist, nicht aber das Wasserbecken. Das erleichterte den Planern und Handwerkern einiges. Rätselhaft blieb, warum der Obelisk irgendwann einmal um mehrere Stufen höhergesetzt wurde. Er wird nun wieder auf die ursprüngliche Höhe abgesenkt. Das Wasser, das aus den Löwenköpfen bislang auf die Wassertische fiel und dann in das Brunnenbecken plätscherte, wird künftig gleich ins Innere zurückgeführt. Für getrennte Wasserkreisläufe wird ein Technikkeller im Boden versenkt. Rund um den Obelisken formen Steinplatten in Blütenblattform eine Rose und dazwischen erheben sich 14 Wasserfontänen unterschiedlicher Höhe. Sie sind zentrales Thema des Platzes und ein idealer Spielplatz für Kinder.

Das alte Zelt wird nicht wiederverwendet. Man arbeitet aber an einer neuen zeitweisen Überdachung des Platzes und die Stadt verhandelt bereits, um in einem der Gebäude eine Gastronomie einzurichten.

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