Stöcke demoliert - Insekten erfroren

Unbekannte töten bei Kelze Tausende Bienen

Angriff auf wehrlose Kreaturen: Walter Freiburger ist wütend, dass jemand tausende Lebenwesen mit einem Streich tötet und enttäuscht, dass die Täter offenbar den Wert von Bienen nicht verstehen. Zwei Stöcke wurden geöffnet, die Tiere starben. Fotos: Thiele

Hofgeismar/Kelze. Fassungslos steht Walter Freiburger (63) im Wald bei Kelze vor seinen Bienenstöcken.

Von allen acht hölzernen Beuten, aus denen im Sommer seine Bienen zum Nektarsammeln für die Honigproduktion ausfliegen, sind die schützenden Deckel abgenommen, zwei sind komplett auseinandergerissen und auf dem Boden verstreut.

Die darin überwinternden Bienen sind tot, erfroren. So sieht das Ergebnis einer unsinnigen Vandalismusattacke aus, die Unbekannte verübt haben.

Ein Jagdpächter hatte den Vorfall entdeckt, der sich zwischen Dienstag und Samstag vergangener Woche in dem Waldstück ereignete, wo Freiburger seit drei Jahren seine Bienenvölker stehen hat. Er gab die Bienen in die Waben zurück und stapelte die Zargen der Bienenstöcke provisorisch wieder übereinander, doch die Hilfe kam zu spät. Beide Völker waren so dem Frost ausgeliefert und alle Tiere erfroren. Der Jäger informierte Freiburger, der für alle Fälle („Falls mal jemand gestochen wird“) seine Anschrift und Telefonnummer bei den Bienenstöcken angebracht hatte.

Das Areal liegt versteckt neben einem kaum begangenen Weg. Freiburger ist sich sicher, dass es keine Reiter oder Hundebesitzer waren, deren Tiere vielleicht vom Weg abkamen. Hier seien die Beuten vorsätzlich geöffnet und zerstört worden.

Ihn trifft nicht so sehr der bei der Polizei angezeigte Schaden von gut 1200 Euro, sondern die Sinnlosigkeit dieses Vandalismus. Wenn die Tiere bei Frost ins Freie kommen, können sie nicht zurückfliegen und gehen ein.

Die Bienen in Deutschland litten ohnehin derzeit schon sehr unter der tödlichen Varroa-Milbe und der drohenden Einschleppung des asiatischen Beutenkäfers, die seit Jahren die Bienenvölker dezimieren. Fehlende Blütenpflanzen machen den Bienen das Überleben ohnehin immer schwerer.

Offenbar, so vermutet Freiburger, war den Tätern nicht bewusst, was sie mit ihrem Tun anrichten. Denn Bienen sorgen für das Bestäuben und das Fortpflanzen vieler Obstbäume und anderer Pflanzen, und damit auch für das Überleben der Menschen selbst. Walter Freiburger, der sich das ganze Jahr über mit „viel Herzblut“ dem Überleben seiner bis zu 480.000 Bienen widmet, ist erschüttert über soviel Gedankenlosigkeit und hofft, dass es Zeugen oder Beteiligte gibt, die sich melden. Kontakt: 05671/3894

Von Thomas Thiele

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