„Wir haben immer gekämpft“

Kreisklinik Hofgeismar: Ist die Geburtenstation vorerst sicher?

Hebamme Katharina Schmidt-Höschel (links) und Gynäkologin Jeanette Vocht vor der Kreisklinik in Hofgeismar.
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Hebamme Katharina Schmidt-Höschel (links) und Gynäkologin Jeanette Vocht haben sich zusammen mit Kollegen dafür engagiert, dass die Entbindungsstation in der Kreisklinik Hofgeismar erhalten bleibt.

Das Klima unter den Hebammen und Gynäkologinnen der Kreisklinik Hofgeismar ist gut. Jahrelang ziehen sie an einem Strang, um eine Schließung der Geburtenstation zu verhindern.

Hofgeismar - Mit der Übernahme der Klinik durch den Landkreis Kassel sei die Abteilung erst einmal nicht mehr gefährdet, sind sich Jeanette Vocht und Katharina Schmidt-Höschel sicher.

Diese Zuversicht hatte man nicht immer. Zudem sei vielen Schwangeren gar nicht bewusste gewesen, dass die Gesundheit Nordhessen (GNH) die Station schließen wollte, sagen die beiden Frauen. „Wir haben immer gekämpft, der Landkreis hat für uns gekämpft und auch die lokalen Politiker“, erzählt Hebamme Schmidt-Höschel. Sie und die Kolleginnen fühlten sich durch diese Unterstützung endlich gehört.

Kreisklinik Hofgeismar: Geburtenstation hat Daseinsberechtigung

Ihrer Meinung nach gebe es verschiedene Gründe, weshalb die Geburtenstation ihre Daseinsberechtigung habe. „Es ist so, dass ein Krankenhaus mit Notarztstandort auch eine Gynäkologie und Entbindungsstation vorhalten muss“, erklärt Jeanette Vocht und fügt hinzu: „Damit Notfälle schnell versorgt werden können.“ Darüber hinaus dürfen laut der Frauenärztin die Schwangeren mit dem Rettungswagen nicht länger als 30 Minuten bis zum Krankenhaus unterwegs sein. „Was würde da beispielsweise eine Frau aus Trendelburg machen, wenn es uns hier nicht gebe“, fragt Hebamme Schmidt-Höschel.

Als weiteren Punkt nennt sie das Rundumprogramm, das den Schwangeren und frisch gebackenen Müttern geboten werde. „Wir haben, im Gegensatz zu großen Kliniken, noch Zeit für die Frauen. Es ist eine Eins-zu-eins-Betreuung“, sagt Gynäkologin Vocht. Es kämen auch Frauen aus Kassel und Niestetal, weil sie die persönliche Versorgung schätzen würden. „Wir machen unseren Job schon länger, strahlen dadurch wahrscheinlich eine gewisse Sicherheit aus. Das merken die Schwangeren“, sagt Schmidt-Höschel.

Kreisklinik Hofgeismar: Viele Angebote neben Vor- und Nachsorge

Neben Vor- und Nachsorge bietet Frauenärztin Vocht zudem eine Stillambulanz an. Diese richtet sich an Frauen, die Probleme mit dem Stillen haben, weil beispielsweise Babys die Brust nicht annehmen wollen. „Das ist noch ein sehr junges Forschungsgebiet. Was man darüber im Studium lernt, kann man auf einem Bierdeckel aufschreiben“, sagt sie und lacht.

Deswegen habe sie die internationale Fortbildung zur Still- und Laktationsberaterin (Milchabgabe) gemacht und muss alle zehn Jahre dazu eine Prüfung ablegen. Ihre Kollegin Tatjana Kontze habe sich neben der Gynäkologie und Geburtshilfe noch auf Beckenboden spezialisiert. „So bieten wir ein breites Spektrum ab“, erklärt Vocht. Ihr Chef Joachim Kuhl, der in Hofgeismar eine Frauenarztpraxis betreibt, arbeitet wie Vocht und Kontze als Belegarzt für die Kreisklinik und führt dort Operationen durch. Auch er habe sich laut der Gynäkologin stark dafür eingesetzt, dass die Geburtenstation dort erhalten bleibt. (Nela Müller)

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