Salat teuer, Kohl günstig

Verbraucher ächzen unter hohen Lebensmittelpreisen

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Drastische Preissteigerung: Unter anderem der Eisbergsalat ist teurer geworden. Auf unserem Bild ist Kundin Ulrike Zielinski in einem Lebensmittelmarkt in Hofgeismar zu sehen. 

Hofgeismar. Verwundert reiben sich in letzter Zeit Verbraucher die Augen an der Gemüsetheke im Supermarkt. Die Preise für viele Arten sind in diesem Jahr so hoch wie lange nicht mehr.

Der Kopf Salat 2 Euro, ein Kilo Minigurken 9 Euro, das Bund Porree 4 Euro. Das sind Preisbeispiele von Märkten im Kreisteil Hofgeismar aus dieser Woche.

Marktbeobachter sprechen von einer „Preisexplosion“. Zwei Beispiele, die die Entwicklung bestätigen: Anfang November lag der Stückpreis für Eisbergsalat noch bei rund 70 Cent, aktuell liegt er bei 1,80 Euro. Oder Brokkoli: Im November war das Kilo noch für 1,60 Euro zu haben, mittlerweile kostet die gleiche Menge über 3,30 Euro.

Der Grund für die drastisch gestiegenen Preise sind extreme Wetterbedingungen in den Erzeugerländern Südeuropas. Dort herrschte im Sommer und Herbst teilweise große Trockenheit, die die Ernten schmälerte. In den vergangenen Wochen vernichteten Überschwemmungen (Italien), Kälteeinbrüche (Spanien), Schneefälle (Griechenland) Teile der Ernte. Und was noch geerntet werden kann, hat oftmals nicht die gewohnte Qualität. Das gilt übrigens auch für Oliven. Weil die Ernte in weiten Teilen miserabel ausfällt, wird der Preis für das beliebte mediterrane Speiseöl in nächster Zeit ebenfalls spürbar anziehen.

Allerdings – auf preisgünstiges Gemüse müssen Verbraucher nicht verzichten. „Man kann sich weiter preiswert ernähren“, sagt Andrea Fülling vom Hofladen in Zwergen. So koste ein Kopf Kraut einen Euro, der reiche gleich für mehrere Mahlzeiten. „Zucchini für 6 Euro das Kilo kaufen unsere Kunden eher nicht“, sagt die Hofladen-Chefin, die Unterschiede im Einkaufsverhalten von Kunden aus der Stadt und vom Land beobachtet. Aber auch in unserer ländlichen Region wandele sich das Einkaufs- und Essverhalten. So würden bis zur Weihnachtszeit Grünkohl, Rotkohl, Rosenkohl gern gegessen, danach seltsamerweise aber deutlich weniger nachgefragt. „Obwohl das doch gerade das richtige Wintergemüse ist“, sagt Andrea Fülling. „Regional und saisonal“ ist für sie das Motto, dramatischen Preisentwicklungen zu begegnen.

Unabhängig von den Wetterkapriolen in südlichen Ländern wachsen bei uns auch Möhren und Kartoffeln, weshalb auch diese Gemüsesorten weiterhin günstig zu haben sind. So ist beispielsweise Weißkohl derzeit sogar günstiger als vor einem Jahr. Statt mediterraner Kost also im Winter deutsches Gemüse. Das ist für manchen das Rezept, die Zeit des teuren Importgemüses bis März zu überbrücken. Dann kommen die ersten Gurken, Tomaten und Zucchini schon wieder auch aus deutschen Gewächshäusern.

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