Beschwerde von Anwohnern

Verkehr in Manteuffelstraße:„Viele fahren hier zu schnell“

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Weg mit den Kübeln: Die Blumenkübel, welche den Verkehr beruhigen sollen, sorgen nach Ansicht von Gisela Matthieß wegen des ständigen Abbremsens für mehr Lärm, Abgase und Dreck.

Hofgeismar. Im Sommer entspannte Stunden auf dem Balkon zu verbringen, ist für Gisela Matthieß nicht mehr möglich. Der Verkehr vor ihrem Haus in der Manteuffelstraße in Hofgeismar stört sie seit Jahren – und das nicht nur im Sommer, sondern das gesamte Jahr über.

„Mehr als 1000 Pkw, Lkw, Busse und sonstige knatternden Fahrzeuge fahren täglich hier durch“, erklärt die Hofgeismarerin. Das Verkehrsaufkommen sei seit drei bis vier Jahren stärker geworden. Vor allem größere Fahrzeuge, die viel Lärm verursachten, kämen vermehrt vor. Woran dies genau liegt, kann sich die 64-jährige auch nicht erklären: „Ich nehme an, dass die Lkw auf dem Weg ins Industriegebiet die Stopps durch Ampeln und den Zebrastreifen auf der Bahnhofstraße vermeiden wollen.“ Und weil Matthieß und ihr Lebensgefährte unter dem Verkehr so eiden, wünschen sie sich als ersten Schritt von der Stadt ein Durchfahrverbot für Lastkraftwagen.

Doch das ist längst nicht alles, worüber sich das Paar ärgert. „Viele fahren mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch – da müsste es mehr Messungen geben, schließlich sind wir eine 30er-Zone.“ Auch die drei Blumenkübel, welche als Verkehrsberuhigung dienen sollen, seien eher störend als hilfreich. „Es gibt kaum ein Auto, welches hier ohne zu stoppen durchfahren kann – dies sei nicht nur umweltschädlich, es verursache auch vermehrt Lärm und Dreck. Gerade wenn größere Fahrzeuge anhielten und wieder anführen, sei das eine enorme Belästigung.

Veränderung wünschen sich die beiden Anwohner zudem beim Parken: „Viele Anwohner der gegenüberliegenden Straße parkten auf ihrer Seite – somit sei es nicht nur schwer aus der Ausfahrt zu kommen.“ Sieben Versuche, aus ihrer Ausfahrt zu kommen, seien zumutbar, habe man ihnen von Seiten der Polizei gesagt, als sie sich dort beschwerte.

Neben viel Kritik hat Matthieß auch Positives zu berichten: „Lange Zeit hat uns ein defekter Gullideckel schwer genervt, dieser wurde von der Stadt repariert.“ Da Feuerwehr und auch das Rote Kreuz nicht weit von ihnen entfernt liegen, brausen deren Gefährte ebenfalls nicht selten durch die 30er-Zone. „Da würden wir nie etwas gegen sagen.“ Die vielen Bagger, Rasenmäher und Transporter des nahen Bauhofes dagegen, seien ihnen eher ein Dorn im Auge.

Wenn es nach dem Paar ginge, so würden sie sich eine Durchfahrt ihres Straßenteils nur für Anwohner wünschen. Dass das utopisch ist wissen sie und fordern deshalb lediglich: „Durchfahrverbot für Lkw, Parkverbot auf ihrer Seite, mehr Geschwindigkeitsmessungen und, wenn möglich, Kübel weg.“

Falls nicht irgendwas passiere und sie Unterstützung erfahren, wollten sie weitere Schritte einleiten.

Das sagt die Stadt:

Cristian Lass vom Ordnungsamt weiß um die Wünsche von Gisela Matthieß und ihres Lebensgefährten. Schon zweimal hätte er in der Manteuffelstraße eine Verkehrszählung und Geschwindigkeitsprüfung machen lassen. Die letzte im Vorjahr, als laut Test 1084 Fahrzeuge im Schnitt pro Tag die Straße befuhren, knapp 200 davon Lkw. 80 Prozent der Fahrer sollen die Straße vorschriftsmäßig passiert haben. Mit den Anwohnern eine Lösung zu finden, daran ist Lass sehr gelegen. Wenn zum Viehmarkt die Blumenkübel entfernt werden, könnte man etwa testen, ob auch ohne diese das Tempolimit eingehalten werde. Ansonsten hätten die Kontrollen ergeben, dass wegen der Umgehungsstraße nur noch die Hälfte der Lkw durch die Stadt fahren, was sich auf die Manteuffelstraße auswirken müsste.

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