Bundestagswahl

Esther Dilcher gewinnt erneut Wahlkreis 167

Gelöste Stimmung gestern Abend auf der SPD-Wahlparty in Kassel (von links): Landrat Andreas Siebert und die Abgeordneten Manuela Strube (Landtag) Timon Gremmels, Esther Dilcher, Edgar Franke (alle Bundestag).
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Gelöste Stimmung gestern Abend auf der SPD-Wahlparty in Kassel (von links): Landrat Andreas Siebert und die Abgeordneten Manuela Strube (Landtag) Timon Gremmels, Esther Dilcher, Edgar Franke (alle Bundestag).

Esther Dilcher (SPD) zieht erneut als Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis 167 in den Deutschen Bundestag ein. Sie setzte sich damit mit deutlicher Mehrheit gegen Armin Schwarz (CDU) durch.

Kassel/Hofgeismar – Gute Stimmung herrschte am Wahlabend bei den Sozialdemokraten, die sich auf dem Gelände der Kasseler Parteizentrale an der Humboldtstraße versammelt hatten. Schon bei der ersten Hochrechnung gegen 18 Uhr, die das Kopf-an-Kopf-Rennen von SPD und CDU mit je 25 Prozent ausgegeben hatte, waren Jubelrufe zu hören. Als nach der ersten Hochrechnung gegen 18.45 Uhr die SPD bereits knapp vorn lag (24,9 gegenüber 24,7 Prozent) gab es wieder Jubel und Beifall. Die ersten Reaktionen aus der Runde: „Da geht doch noch was, oder?

Deutliche Zugewinne

Den nordhessischen Genossen – darunter Hans Eichel, Edgar Franke, Günter Rudolph und Udo Schlitzberger – war die Erleichterung darüber anzumerken, dass der noch vor wenigen Wochen erwartete Abrutsch der SPD auf ein Niveau von rund 15 Prozent verhindert werden konnte. Mehr als das: Es herrschte Freude darüber, dass sich abzeichnete, die SPD würde sogar mit deutlichen Zugewinnen gegenüber 2017 rechnen dürfen.

Entsprechend erleichtert zeigten sich denn auch die beiden SPD-Abgeordneten und Direktkandidaten, Esther Dilcher (56) im Wahlkreis Waldeck (167) und Timon Gremmels (45) im Wahlkreis Kassel (168).

Angespannter Wahlkampf

Bei Esther Dilcher war die Erleichterung vielleicht noch größer als bei Gremmels. Sie sei in diesem Wahlkampf angespannter gewesen als im vergangenen. 2017 habe sie nichts zu verlieren gehabt, der Wahlkreis war in der Hand von CDU-Mann Thomas Viesehon. Bei dieser Wahl sei es für sie darum gegangen, den Wahlkreis zu verteidigen. „Ich wollte den Wahlkreis auf jeden Fall zurückgewinnen.“ Gerne hätte sie noch ein paar Prozentpunkte zugelegt, damals hatte sie mit 35,1 Prozent der Erststimmen knapp vorn gelegen, Viesehon holte 33,6 Prozent. Diesmal holte sie 37,9 Prozent, während CDU-Kandidat Armin Schwarz elf Prozent weniger einfuhr (Stand bei Redaktionsschluss). Durch einen guten Listenplatz ist ihm ein Sitz im Bundestag trotzdem fast sicher.

In Bad Arolsen keine Chance

Esther Dilcher hatte sich vor allem in Bad Arolsen mehr Stimmen erhofft, hatte aber gegen den dort wohnenden Schwarz keine Chance. Während sie in allen zum Wahlkreis gehörenden Kreis-Kassel-Gemeinden vorn lag, trifft dies im Kreis Waldeck-Frankenberg in acht von elf Kommunen auf Armin Schwarz zu. In Bad Wildungen, Edertal und Korbach lag Dilcher vorn. In sechs der Kommunen, die Schwarz direkt gewann, lag die SPD dennoch bei den Zweitstimmen für die Landesliste vorn.

Erstmal runterkommen

Nachdem Esther Dilcher mehrere Wochen lang Wahlkampf gemacht hatte und das noch bis am Samstagabend, musste sie am Sontagmorgen erstmal Sport machen um runterzukommen, wie die Rechtsanwältin schilderte.

Danach ging es mit dem Landtagskollegen Oliver Ulloth zunächst zum Haxen-Essen nach Bad Emstal, bevor der Puls dann wieder anstieg. Denn tagsüber gab es schon gute Prognosen, nicht zuletzt aufgrund der hohen Wahlbeteiligung und weil sie einige CDU-Wähler gesprochen hatte, die diesmal nicht wählen wollten, wie Dilcher berichtet.

Eine Stunde vor Schließung der Wahllokale gab es eine Telefonschalte mit der hessischen SPD-Landesvorsitzenden Nancy Faeser, die auf den Wahlausgang einstimmte. (Andreas Herrmann / Thomas Thiele)

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