Mit mobiler Lasertag-Arena unterwegs

Viehmarkt Hofgeismar: Schausteller berichten aus ihrem Alltag

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Einer der Höhepunkte auf dem diesjährigen Viehmarkt: Nancy und Christopher Zettl sind mit ihrer mobilen Lasertaghalle zum ersten Mal als Schausteller in Hofgeismar. 

Hofgeismar. Wo ihr Wohnwagen steht, sind sie zuhause. Nancy Zettl  und ihr Mann Christopher  sind mit ihrer mobilen Lasertag-Halle dieses Jahr erstmalig beim Hofgeismarer Viehmarkt als Schausteller dabei.

Die Idee, Lasertag als mobile Anlage zu vermarkten, hatte er schon vor einigen Jahren, weil er privat oft mit Freunden Lasertag in festen Hallen gespielt habe, berichtet Christopher Zettl. Zusammen mit Freunden habe er die Anlage daraufhin selbstgebaut. „Man versucht immer, Neuheiten zu präsentieren und als wir die passende Technik gefunden hatten, haben wir das Experiment einfach gewagt“, sagt Zettl.

Spaß mit Laserpistolen ab Freitag: Die mobile Lasertaghalle auf dem Hofgeismarer Viehmarkt wird noch aufgebaut. Foto: Lilli Elsebach

Die Selbstständigkeit ist für den 32-Jährigen nichts Neues: „Ich bin in der achten Generation Schausteller, meine Familie hatte alles, von Karussells bis hin zu Imbissbuden.“ Auch seine Frau kommt aus einer Schausteller-Familie. Ihre Großeltern haben sich damals mit einer Schiffschaukel selbstständig gemacht. Mit ihren Kindern Annie (5) und Charles (11) sind die Zettls von März bis Dezember auf rund 20 Jahrmärkten deutschlandweit unterwegs. Das ständige Reisen sehen sie als Privileg. „Man sieht sehr viel von Deutschland und wenn wir andere Schausteller treffen, ist es wie ein Wiedersehen mit der Familie“, sagt Nancy Zettl. Eine Schattenseite ihres außergewöhnlichen Berufs sei das unregelmäßige Einkommen. „Wir planen von Saison zu Saison und stecken als junge Unternehmer jeden Cent ins Geschäft“, sagt die 32-Jährige. Urlaub im Ausland ist deswegen eher die Ausnahme. Für die Zettls überwiegt das Positive an ihrem Job.

Oft sehen sie sich als Schausteller mit Klischees konfrontiert. Eines davon ist, dass es für deren Kinder schwierig ist, soziale Kontakte zu knüpfen. Das können die Zettls nicht bestätigen: „Unsere Kinder sind selbstständig, offen und haben keine Hemmungen, auf Fremde zuzugehen.“ Auch die Schulbildung spielt für die Eltern eine wichtige Rolle. „Viele denken, Schausteller müssen nicht gebildet sein, aber wir müssen eine Menge Papierkram erledigen und rechnen können, um unser Unternehmen zu führen“, sagt Nancy Zettl. Das allgemeine Bild ihres Berufes sei veraltet.

Ihren Kindern lassen sie die Entscheidung offen, das Unternehmen später weiterzuführen. „Man muss schon Liebe und Leidenschaft für den Job mitbringen“, sind sie sich einig. 

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