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Viele melden sich krank: Arbeitsunfähigkeit durch Corona auch im Kreis gestiegen

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Von: Nela Müller

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Krankenschein für Arbeitnehmer
In ganz Deutschland und auch im Landkreis Kassel sind die Krankmeldungen aufgrund der Pandemie gestiegen. © Jens Büttner/dpa

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass in den vergangenen Wochen die Krankschreibungen deutschlandweit einen Höchststand erreicht haben.

Zu diesem Ergebnis ist das Barmer Institut für Gesundheitsforschung gekommen. In Hessen verzeichnete die Krankenkasse beispielsweise im Februar 4700 versicherte Beschäftigte, die wegen einer Covid-19-Infektion arbeitsunfähig waren. Das ergab einer Anfrage unserer Zeitung.

„Zu den Spitzenzeiten der ersten Welle waren es in Hessen bis zu 500 Krankengeld-Anspruchsberechtigte. Die 4700 entsprechen einer Steigerung um mehr als das Neunfache“, erklärt Martin Till, Landeschef der Barmer in Hessen. Wie hoch der Stand im Landkreis Kassel ist, konnte die Barmer nicht mitteilen, da ein Herunterbrechen nicht repräsentativ wäre, erklärte Sprecher Carlo Thielmann. Wir haben stichprobenartig bei Einrichtungen und Unternehmen im Kreisteil Hofgeismar und Altkreis Wolfhagen nachgefragt, wie es dort mit Krankmeldungen aussieht.

„Tatsächlich sind bei uns mehr Beschäftigte wegen Corona krankgeschrieben“, teilt Sabrina Lara Euler, stellvertretende Geschäftsführerin der Lungenfachklinik Immenhausen mit. 2020 gab es beim Personal drei Corona-Fälle, im vergangenen Jahr waren es neun. „In diesem Jahr sind es bisher bereits 18 Fälle in der Belegschaft“, so Euler. Durch den teilweisen Wegfall der Corona-Maßnahmen sorge man sich, dass sich noch mehr Beschäftigte infizieren und „die ohnehin angespannte Personalsituation belasten könnten.“

Ganz anders sieht es in den Kreiskliniken Hofgeismar und Wolfhagen aus. „Momentan sind nicht mehr Mitarbeitende krankgeschrieben als bei den vorgehenden Infektionswellen“, antwortet der stellvertretende Kreissprecher Andreas Bernhard. Man rechne auch nicht mit einem Anstieg durch den Wegfall unterschiedlicher Regelungen und der Maskenpflicht in bestimmten Bereichen.

Wie viele Beschäftigte im Rewe-Logistikzentrum in Breuna derzeit aufgrund von Corona krankgeschrieben sind, kann Pressesprecherin Anja Loewe nicht beziffern. „Die Ausfälle bei uns sind dem Bundestrend entsprechend seit Längerem auf einem hohen Niveau“, teilt sie auf Anfrage mit. Auch nach dem Wegfall der Makenpflicht rate man den Arbeitnehmern dringend, weiterhin einen Mund-Nasenschutz zu tragen. (Nela Müller)

Mehr Frauen als Männer betroffen

Neben den regionalen Unterschieden im Bezug auf Krankmeldungen aufgrund von Corona zeigt die Auswertung des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung, dass sich im vergangenen Jahr mehr Frauen als Männer wegen des Virus krankschreiben lassen haben. Laut des Vorstandsvorsitzenden der Barmer, Professor Christoph Straub, liege das daran, dass Frauen häufiger in sozialen Berufen, etwa in der Pflege, arbeiten würden als Männer.

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