Kommender Bürgermeister will mit allen Akteuren reden

Wahlsieger Busse setzt in Hofgeismar auf breiten Dialog

Torben Busse und Ehefrau Sabrina mit einem Steuerruder
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Übernimmt das Ruder in Hofgeismar: Torben Busse, hier mit Ehefrau Sabrina, gewann die Bürgermeisterwahl.

Nach seiner Wahl zum Bürgermeister von Hofgeismar will Torben Busse auf einen breiten Dialog über einzelne politische Lager hinaus setzen.

Hofgeismar - Das kündigte der CDU-Kandidat, der sich am Sonntag deutlich gegen Amtsinhaber Markus Mannsbarth (SPD) durchgesetzt hatte, gegenüber der HNA an.

„Wir müssen in Hofgeismar endlich lernen, dass wir nicht für politische Farben antreten, sondern für unsere Stadt“, betonte der 44-Jährige. Das gelte für alle – „natürlich auch für meine eigene Mannschaft, die CDU“. Es müsse der Antrieb für alle sein, als Bevölkerung und besonders als politisch Handelnde Dialogbereitschaft zu zeigen und einen vernünftigen Konsens oder Kompromiss zu finden. Busse bekräftigte den von ihm schon mehrfach geäußerten Satz, wonach er ein Bürgermeister für alle sein wolle.

Insgesamt kann er sich dabei offensichtlich auf einen breiten Rückhalt unter den Wählern stützen. Es war mit 55,54 zu 44,46 Prozent ein deutlicher Wahlerfolg für Busse, der derzeit noch Leiter der Informations- und Kommunikationsdienste der Ev. Landeskirche von Kurhessen-Waldeck ist. Er setzte sich in der Kernstadt Hofgeismar und in vier Ortsteilen gegen Markus Mannsbarth durch. Nur in Schöneberg lag er hinten – und ausgerechnet in seinem Wohnort Hümme.

Trotz des klaren Votums: In der Stadtverordnetenversammlung gibt es eine Mehrheit jenseits seiner Partei sowie WSD und FDP, die noch am Wahlabend persönlich Unterstützung für Busse bekundeten. Die SPD hat im Parlament 18 Sitze, die Linke kommt auf 2 – bei 36 Sitzen insgesamt.

Busse geht davon aus, dass bei der Kommunalwahl am 14. März noch weitere Parteien antreten könnten und sich das Stadtparlament dann noch unterschiedlicher zusammensetzen könnte. Sehr große oder gar absolute Mehrheiten halte er für unwahrscheinlich – umso wichtiger sei der angesprochene Wille zum Dialog.

Der gezeigte Wahlkampfstil wird unterdessen von den fünf Fraktionen im Parlament unterschiedlich bewertet – je nach Sicht als populistisch oder als notwendig. Man habe mit einem knappen Ergebnis gerechnet, aber nicht mit dieser Niederlage, sagte beispielsweise Hofgeismars SPD-Fraktionschef Peter Nissen auf Anfrage unserer Zeitung. Der Wahlkampf der CDU habe gezeigt, dass offenbar wieder ein Politikstil wie in den 1980er-Jahren drohe. Die SPD habe kein Interesse an populistischem Streit und wolle sachlich bleiben. Er wies Kritik an der Informationspolitik des Bürgermeisters zurück. Dieser habe etwa Anfragen immer umfassend beantwortet. (Matthias Müller und Thomas Thiele)

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