Stadtverordnete einstimmig für Erhalt

Waldschwimmbad Kelze wird schrittweise saniert

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Treffpunkt für das ganze Dorf: Kurz vor der Öffnung des Bades fischt Pächterin Irmgard Klapp einige über Nacht hineingefallene Blätter von der Wasseroberfläche im Waldschwimmbad Kelze. Sie hat den gesamten Betrieb im Blick. 

Kelze. Das 59 Jahre alte Waldschwimmbad im Hofgeismarer Stadtteil Kelze soll erhalten bleiben und schrittweise saniert werden. Das haben die Hofgeismarer Stadtverordneten einstimmig am Montagabend beschlossen.

Der Antrag der Linken, der im Haupt- und Finanzausschuss zu einem gemeinsamen Antrag mit SPD und CDU wurde, fand durchweg Anerkennung im Parlament. 

Zunächst sollen nun von der Stadt der Umfang der Sanierungsarbeiten und die Kosten ermittelt und Geld für die Planung in den Haushalt 2019 eingestellt werden. Außerdem wurde beschlossen, dass die Stadt ermittelt, inwieweit für die Maßnahmen Geld aus dem Schwimmbad-Investitions- und Modernisierungsprogramm (SWIM) des Landes Hessen bereitgestellt werden kann. 

Diskutiert wurde beispielsweise, ob das bislang immer wieder reparierte Schwimmbecken saniert und neu gefliest oder mit einem Innenbecken aus Edelstahl versehen wird. 

Bürgermeister Markus Mannsbarth verwies auf die positive Entwicklung der Besucherzahlen in diesem und dem Vorjahr (3362 Einzelkarten plus 3560 Dauerkartenbesuche), sagte aber auch, dass alle Schwimmbäder Zuschussbetriebe seien. Es gehe nicht darum, Geld damit zu verdienen, sondern es sei ein wichtiger Beitrag für den Ort und habe auch eine soziale Funktion. Im Vorjahr lag der Zuschussbedarf des Bades bei rund 61 500 Euro. 

Peter Nissen ergänzte für die SPD, dass für die Kelzer Bürger viel Herzblut daran hänge, weil es in Eigenleistung erbaut wurde. Eine Sanierung sei nötig, um es zu erhalten, und die Initiative der Linken werde von den anderen Fraktionen sehr begrüßt. 

Stefan Dworak (WSD) sagte, dass auch seine Fraktion das Vorhaben begrüße, sich aber wegen der unklaren Kosten im Ausschuss noch enthalten habe. Die jetzt vorgelegten Zahlen seien aber durchaus vorzeigbar. Er regte an, den Ortsbeirat Kelze mit Ortsvorsteher Thomas Bäcker in das Projekt einzubeziehen. 

Ulrich Stallknecht (CDU) wies darauf hin, dass der Jugendzeltplatz am Schwimmbad in dieser Saison von fast 700 Kindern genutzt wurde und ein Wirtschaftsfaktor sei. Zudem sei das Schwimmbad nach der Kneipenschließung für viele Einwohner die letzte Möglichkeit für soziale Kontakte. Stallknecht: „Die Kelzer sind stolz auf ihr Bad. Wir erwarten keine Wunder, das geht auch schrittweise, aber anfangen müssen wir.“ 

Das Bad wurde im Juni 1959 eingeweiht, nachdem Bürgermeister August Vossmer die Idee hatte, ein Regenrückhaltebecken und ein Schwimmbad in einem Bau zu vereinen. Der alte Feuerlöschteich wurde verfüllt und daneben wurde von den Einwohnern ein neues Becken ausgehoben und betoniert. Das Bad ist noch bis zum 9. September geöffnet, der Kiosk länger.

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