Wanderweg Diemeltal

Hautnahe Begegnung mit der Natur

Die Diemeltaler Höhenzüge verbinden mehr als 20 interessante Gebiete entlang der Diemel. Der neue Wanderweg soll dazu beitragen, sie bekannt zu machen – für Besucher der Region wie auch für Einheimische.

Der Skywalk an der Weser bei Bad Karlshafen – nahe der Diemelmündung – ist der nördliche Endpunkt des Rundwegs. Und er ist sicher der bekannteste Anziehungspunkt entlang der 152 Kilometer langen Strecke. Im Westen endet oder startet der Weg am Quast bei Diemelstadt-Rhoden oberhalb der Diemel. Der Quast ist ein Orchideen-Standort.

Der Weg soll viele interessante Begegnungen mit der Natur möglich machen. Er führt durch das nördlichste „European Butterfly Area“ Deutschlands: Das Diemeltal zählt zu 20 Gebieten in der Bundesrepublik mit der größten Artenzahl an Schmetterlingen. Weit mehr als 100 Schmetterlingsarten flattern dort über die bunten Wiesen auf den extensiv bewirtschafteten Kalkmagerrasen.

Mit einer Fläche von rund 750 Hektar von Marsberg bis Bad Karlshafen – davon etwa 450 Hektar zwischen Liebenau und Trendelburg – liegen die im Volksmund auch als Wacholderheiden bezeichneten Flächen im Diemeltal in einer Größe vor, wie sie sonst erst wieder in Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg anzutreffen sind.

Erleben von Naturschönheiten

Diese Kalkmagerrasen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Hessen. Naturfreunde finden dort unter anderem noch große Orchideenbestände sowie die noch selteneren Enziane. Eher verborgen, aber nicht minder interessant sind die zahlreichen Pilz- und Flechtenarten, die dort leben.

Die Diemeltaler Höhenzüge sollen den Besuchern das hautnahe Erleben dieser Naturschönheiten ermöglichen. Liebenaus Bürgermeister Harald Munser kündigt an, dass die Wanderer aus nächster Nähe seltene Orchideen sehen können. Man könne nur schützen, was man kenne, erklärte Munser.

Diese beeindruckende Kulturlandschaft entstand in den vergangenen Jahrhunderten vor allem durch die Beweidung mit Ziegen und Schafen. Wacholderbüsche prägen seither die Kalkmagerrasen an den Hängen des Diemeltals.

Das Muschelkalkgestein, das die Grundlage für diese artenreichen Gebiete bildet, ist vor etwa 240 Millionen Jahren entstanden. Auf einer Länge von 110 Kilometern erschließt der Diemelradweg bereits das Gebiet.

Flächen wichtig für Erhalt der Artenvielfalt

Das Diemeltal ist laut Naturschutzbund die letzte große Kalkmagerrasen-Landschaft in Nordwest-Deutschland. Sie soll durch innovative Renaturierungsmaßnahmen erhalten oder wiederhergestellt werden. Dazu strebt unter anderem der Kreis ein Naturschutz-Großprojekt an (HNA berichtete). Die in diesem Vorhaben gewonnenen Erkenntnisse sollen Modellcharakter für die deutschlandweite Förderung der Arten haben, insbesondere für die Insektenvielfalt, erklärte der Projektleiter Prof. Dr. Thomas Fartmann von der Universität Osnabrück. Die Kalkmagerrasen sind meist als Viehweiden entstanden. Diese nährstoffarmen Flächen zeigen gerade im Diemeltal eine große Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, vor allem Insekten. Deshalb sind sie für die Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) besonders wichtig. Wegen ihrer Artenvielfalt sind die Magerrasen im Diemeltal weit über die Ländergrenzen hinaus bekannt.

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