Polizei verständigt

Wehrhafte Rentnerin: 84-Jährige aus Hofgeismar durchschaut Haustür-Masche

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Falle gelegt: Der Besucher wollte offenbar der Rentnerin eine neue Versicherung aufdrängen. 

Aufmerksam und reaktionsschnell ist es einer 84-jährigen Rentnerin aus Hofgeismar gelungen, einen Überrumpelungsversuch an der Haustür abzuwehren.

Ein Mann hatte sie angerufen und sich als Vertreter des Reichsbundes ausgegeben, der ihre Daten überprüfen müsste. Die Frau rief die Polizei, die den Mann dann schon erwartete. Die Polizei bezeichnete das Verhalten der Frau als vorbildlich.

Schon am frühen Morgen hatte Hilde M. (Name von der Redaktion geändert) einen Anruf bekommen. Der Mann am Telefon machte Druck: Er müsse dringend persönlich vorbeikommen um eine alte Versicherung zu klären, bei der die Daten nicht mehr stimmten. Und das müsse sofort sein.

Rentnerin fragte bei Versicherung nach

Da wurde die 84-Jährige hellhörig, denn er hatte von Reichsbund gesprochen, obwohl der längst im Sozialverband Deutschland (SOVD) aufgegangen ist. Zudem hatte der Mann sie unter Druck gesetzt und ihr etwas Angst gemacht, wie sie gestern erzählte.

„Da stimmt was nicht“, vermutete sie richtig und fragte bei ihrer Versicherung nach. Die bestätigte ihr, dass es derzeit keinerlei Datenüberprüfungen gebe und man das ohnehin nicht an der Haustür mache. Anschließend rief Hilde M. bei der Hofgeismarer Polizei an, wo man ihr sofort Hilfe zusagte. Sie solle den Mann kommen lassen und eine Polizeistreife werde das beobachten: „Wir passen auf.“

Polizei überprüfte Mann

Zunächst kam der Mann aber nicht. Die Rentnerin hatte die Telefonnummer des Anrufers noch in ihrem Apparat gespeichert und teilte sie der Polizei mit, als diese dann zu ihr ins Haus kam. Gerade in dem Moment kam der Mann vorbei, klingelte und wurde drinnen von den beiden Polizisten empfangen. Sie überprüften sein Auto mit Berliner Kennzeichen und seine Papiere und machten ihm klar, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war, wenn er sich unter falschem Vorwand melde und die Menschen unter Druck setze.

Auch nach Rücksprache mit der richtigen Versicherung stellte sich heraus, dass der Mann offenbar mit alten Versicherungsunterlagen des Reichsbundes unterwegs war zu Versicherten, um sie für eine andere Versicherung abzuwerben. „Eine Falle für ältere Menschen“, kommentierte ein Vertreter von Hilde M.s Versicherung das Vorgehen und die Masche des Mannes. In Anwesenheit der Polizei entschuldigte sich der Mann dann bei der 84-Jährigen.

Am gleichen Tag habe es noch einen weiteren derartigen Fall in Hofgeismar gegeben. Die Polizei rät, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und bei Versicherung oder Polizei nachzufragen, bevor man unter Druck etwas unterschreibe.

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