Freundschaften mit Städten in Europa

Weitermachen trotz Corona: 17 Städtepartnerschaften gibt es noch

Regelmäßige Treffen gehören zu einer guten Partnerschaft: Caldens Bürgermeister Mike Mackewitz (Mitte) stieß 2019 in Ungarn an mit dem Bürgermeister von Ráckeve, Jósef Szadai (rechts) und dem Winzer Erdös Bálint (links).
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Regelmäßige Treffen gehören zu einer guten Partnerschaft: Caldens Bürgermeister Mike Mackewitz (Mitte) stieß 2019 in Ungarn an mit dem Bürgermeister von Ráckeve, Jósef Szadai (rechts) und dem Winzer Erdös Bálint (links).

Sieben der neun Städte und Gemeinden im Kreisteil Hofgeismar haben eine oder mehrere Städtepartnerschaften.

Kreisteil Hofgeismar – Die Partnerschaftskommunen planen den Neustart nach Corona. Ein Überblick:

Städtepartnerschaften im Kreisteil Hofgeismar

Hofgeismar

Die frühere Kreisstadt Hofgeismar hat vier Städtepartnerschaften: Die älteste besteht seit 1972 mit der französischen Stadt Pont-Aven in der Bretagne (1245 Kilometer entfernt). 1983 folgte auf Initiative aus Hombressen die Partnerschaft mit dem österreichischen Rosenau am Hengstpass (693 km).

2012 verkündete Rosenau (680 Einwohner), kein Interesse mehr an einer Partnerschaft zu haben, Hofgeismar will aber zu 2023 noch mal anfragen. 1984 folgte durch Kontakte aus Kelze die Partnerschaft mit dem französischen Maringues (970 km) in der Auvergne mit gut 3000 Einwohnern. 1990 wurde die Partnerschaft mit der thüringischen Stadt Bad Blankenburg (213 km) ins Leben gerufen.

Bad Karlshafen

Die Kurstadt Bad Karlshafen hat keine aktive Partnerschaft mehr. Zwei bestanden zu ‘s-Gravenzande (Niederlande, nahe Den Haag) in den 1970er Jahren zu Bad Suderode (Sachsen-Anhalt) im Zuge der deutschen Wiedervereinigung. Sie sind irgendwann eingeschlafen, wie es Bürgermeister Marcus Dittrich beschreibt.

Zudem wurden beide Kommunen eingemeindet (Bad Suderode 2014 nach Quedlinburg, ‘s-Gravenzande 2004 in die 100 000 Einwohnern-Gemeinde Westland. Zuletzt hatte noch die Feuerwehr Helmarshausen einen regelmäßigen Austausch mit der Wehr Bad Suderode; da jene bei der Eingemeindung aufgelöst wurde, gibt es auch diesen Austausch nicht mehr.

Es gebe derzeit keine Pläne zur Wiederbelebung. Es gab zuletzt Anfragen wegen einer Partnerschaft mit einer französischen Gemeinde. Laut Bürgermeister Dittrich wird dies vorerst nicht weiter verfolgt: „Die Rückmeldungen waren eher mager…“

Calden

Calden hat eine aktive Partnerschaft mit der Stadt Ráckeve in Ungarn. Sie liegt südlich von Budapest auf der Donauinsel Csepel.

Auf Initiative einiger ungarnstämmiger Caldener (Paprikasiedlung) wurde die Partnerschaft im Mai 1992 von der Gemeinde offiziell gegründet und ist bis heute mit Leben erfüllt, berichtet Rathaus-Büroleiter Herbert Kloppmann.

So finden in der Regel mehrmals jährlich gegenseitige Besuche statt (Partnerschaftsverein, Schüleraustausch, Vereine, Mandatsträger) und auch immer mehr private Besuche, da viele Freundschaften entstanden sind. Zur Aufrechterhaltung aktiv sind der Partnerschaftsverein, die Gemeinde, Vereine und die Schulen in Calden und Grebenstein sowie private Initiativen.

2022 besteht die Partnerschaft 30 Jahre, zudem feiert der Partnerschaftsverein 20-jähriges Bestehen. Die Ungarn planen mehrere Feiern, zu denen bereits offiziell eingeladen wurde. Die Vorbereitungen zur Teilnahme mehrerer Delegationen aus Calden laufen schon.

Grebenstein

Die Stadt Grebenstein hat drei Partnerstädte: Lezoux nahe St. Malo in Frankreich, Lopik bei Den Haag in den Niederlanden und Sarsina in Italien nahe dem Kleinstaat San Marino. Wie Rathausmitarbeiterin Andrea Lengemann sagt, entstand die Ringpartnerschaft 1989 bis 1993.

Am Anfang bestand ab 1985 eine Schulpartnerschaft zwischen der Heinrich-Gruppe-Schule Grebenstein und dem Collège G. Onslow in Lezoux. Vier Jahre später, im September 1989, erfolgte die Verschwisterung beider Städte. Bei Veranstaltungen in Lezoux ergaben sich Kontakte zu Sarsina und Lopik. 1992/93 fand die Verschwisterung mit diesen beiden Städten statt.

Die Partnerschaften leben rege. Zu Grebensteins Viehmarkt im Juli und zum Nikolai-Markt im Dezember kommt jeweils eine Abordnung der Partnerstädte. Außerdem findet jährlich reihum ein Ringtreffen statt. Der Partnerschaftsverein in Grebenstein trägt maßgeblich dazu bei, zudem gibt es private Freundschaften.

Immenhausen

Die Stadt Immenhausen hat zwei aktive Partnerschaften: Mit Montaigu in der Vendee in Westfrankreich, etwa 60 Kilometer vom Atlantik (2019 wurde Montaigu mit der Partnergemeinde von Wesertal, St. Georges de Montaigu, zur neuen Gemeinde Montaigu-Vendée zusammengefasst) sowie mit dem italienischen Modigliana, einer 4400-Einwohner-Gemeinde in der Emilia Romagna.

1979 erfolgte ein erster Besuch aus Montaigu in Immenhausen durch Kontakte zum Musikverein und Spielmannszug, 1980 folgte der erste Gegenbesuch in Montaigu. Wie Pascal Göhl aus dem Rathaus Immenhausen berichtet, brachten Gäste aus Montaigu 1989 eine Buche mit, die in der Freizeitanlage am Eulenturm gepflanzt wurde.

Im April 1991 gründeten Vereine, Kirche, Schule und Mandatsträger einen Städtepartnerschaftsverein, am 6. September 1991 wurde die Städtepartnerschaft in Montaigu offiziell besiegelt.

Im Februar 2007 empfahl der Partnerschaftsverein den Stadtverordneten die Gründung einer offiziellen Partnerschaft mit Modigliana, die dann im September 2007 erfolgte. Wegen der Corona-Pandemie erfolgten die Kontakte zuletzt nur online. Zuvor gab es alle zwei Jahre ein Treffen mit Montaigu. Eine Begegnung im kleinen Rahmen in Modigliana ist geplant.

Liebenau

Die Stadt Liebenau unterhält laut Verwaltungsmitarbeiter Sascha Thöne Partnerschaften mit der Samtgemeinde Liebenau in Niedersachsen, der ehemaligen Gemeinde Liebenau in Sachsen (jetzt Stadtteil von Altenberg) sowie der Marktgemeinde Liebenau in Oberösterreich.

Am 12. Oktober 1990 fassten die vier Gemeinden gleichlautende Beschlüsse über die Gründung der Partnerschaft. Ziel war es, „ein gegenseitiges Verständnis zu fördern und freundschaftliche Verbundenheit zwischen den Einwohnern und Bürgern der beteiligten Gemeinden herbeizuführen“ und „zugleich einen Beitrag zur Verwirklichung der europäischen Einheit“ zu leisten.

Die Partnerschaften kamen über die Namensgleichheit der Gemeinden zustande.

Offizielle Partnerschaftstreffen finden im Rahmen von Stadtfesten bis 2013 jährlich, ab 2013 alle zwei Jahre statt. In den Jahren, in den das Treffen nicht stattfindet, treffen sich die Bürgermeister zum Austausch über die Partnerschaft.

Reinhardshagen

„Fehlanzeige“, meldet die Gemeinde Reinhardshagen. Dort gab und gibt es keine Partnerschaften mit anderen Kommunen.

Trendelburg

Die Stadt Trendelburg hat Partnerschaften mit der französischen Stadt Louvigné du Desért (Bretagne, nahe St. Malo) und Allstedt (Sachsen-Anhalt), wie Anna-Lena Sprenger mitteilt. Die Städtepartnerschaft mit Louvigné du Desért wurde 1990 besiegelt.

Zuletzt reisten 22 Trendelburger im Sommer 2019 nach Louvigne, das Jubiläum im vergangenen Jahr konnte coronabedingt nicht gefeiert werden, man hofft aber auf 2022 (siehe Bericht unten).

Wesertal

In Wesertal gibt es zwei sehr lebendige Partnerschaften mit Adony (Ungarn) und St. Georges de Montaigu (Frankreich). Die Partnerschaft Wahlsburg/St. Georges wurde offiziell 2010 besiegelt, nachdem es zuvor über 30 Jahre freundschaftliche Kontakte der Sportvereine MTV Vernawahlshausen und AS St. Georges de Montaigu gab.

Die offizielle Partnerschaft zwischen der Gemeinde Oberweser und der Stadt Adony wurde 1995 geschlossen, nachdem es seit 1990 freundschaftliche Kontakte gab. Alle zwei Jahre finden Besuche statt, auch 2007 und 2011 kamen die Ungarn nach Oedelsheim, 2015 wurde das Jubiläum in Oedelsheim gefeiert und ein Adony-Platz eingeweiht.

Es gibt einen regen privaten Austausch in beide Partnergemeinden und ein herzliches Miteinander, sagt Bürgermeister Cornelius Turrey. Größere Treffen mit offiziellem Rahmen konnten seit Corona nicht stattfinden. Die Treffen würden sicherlich nachgeholt, sobald dies ohne Einschränkungen erfolgen könne.

Die Partnerschaften werden jeweils von einigen besonders engagierten Einwohnern organisiert. Oft sind Freundschaften entstanden, die laufend gepflegt werden. Laut Rudi Götz will eine Abordnung aus Oedelsheim zu Pfingsten oder Himmelfahrt 2022 nach Adony reisen, sofern Corona das erlaubt.

Das gemeinsam erstellte Kochbuch schwäbischer Küche in Ungarn (die HNA berichtete) komme auch in Nordhessen gut an. (Thomas Thiele)

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