Auftritt in der Stadthalle

Weltraumforscher Wörner: Oben, aber nicht abgehoben

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Beruf und Leidenschaft: Wenn Professor Dr. Johann-Dietrich Wörner über die Arbeit des DLR berichtet, überzeugt das auch Weltraummuffel.

Hofgeismar. Er ist zwar Deutschlands oberster Weltraumforscher - doch abgehoben ist er nicht. Das bewies Professor Dr. Johann-Dietrich Wörner am Mittwoch in der Stadthalle.

Dabei hätte der 60-jährige Hofgeismarer allen Grund dazu: Im Sommer wird er die Führung der Europäischen Weltraumagentur Esa übernehmen.

Wörner wohnt in Darmstadt und wird bald nach Paris umziehen. Doch die Stadt seiner Kindheit, Hofgeismar, hat er nicht vergessen: Stutewecken, Autokühler und der Caldener Flughafen - immer wieder nahm er in seinem eineinhalbstündigen Vortrag Bezug auf die alte Heimat.

Das Thema mit dem er zum Gästeabend des Lions Clubs Hofgeismar gekommen war: „Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) - Die deutsche Nasa?“

Die zentrale Frage im Hintergrund war: „Warum soll der Mensch ins All fliegen?“ Die Antwort „Weil es möglich ist“ reiche nicht mehr. „Denn Ihr Geld fließt nicht nur nach Griechenland, sondern auch in die Raumfahrt“, sagte er zum Publikum. Und das das gut investiert ist, daran ließ Wörner keinen Zweifel: Im Galopp ging es für die 200 Zuhörer durch alle Arbeitsfelder des DLR, dessen Vorstandsvorsitzender Wörner noch ist.

Luftfahrt, Sicherheit, Verkehr, Energie - in allen diesen Feldern ist das Zentrum für Luft- und Raumfahrt aktiv. Dabei versuche man den Weg von der Grundlagenforschung bis zum Endnutzer zu gehen.

Wer beispielsweise nach einem Skiunfall mit einer Trage unter einem Helikopter abtransportiert werde, solle „den Piloten unbedingt fragen, ob er die richtige Software hat“. Denn das DLR habe ein Programm entwickelt, das stabiles Fliegen mit einer pendelnden Last ermögliche. Sonst sehe es für den Patienten bei Flugproblemen eher schlecht aus. „Der Pilot weiß schon, wen er retten muss: Er wird das Seil kappen“, scherzte Wörner. (gör)

 

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