Ärzte beraten möglichst telefonisch

Weniger Patienten in Praxen im Kreisteil Hofgeismar

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In den Arztpraxen, wie hier in Hofgeismar, werden Termine im Regelfall nur noch telefonisch vergeben. Maren Lucas-Hecker (am Telefon) und ihre Kolleginnen haben alle Hände voll zu tun.

Die Wartezimmer in vielen Arztpraxen sind derzeit leer. Um den Kontakt unter Patienten zu vermeiden, haben die Ärzte die Organisation umgestellt.

„Mehr als drei Patienten sind nie in der Praxis“, sagt beispielsweise die Hofgeismarer Ärztin Johanne Nolte. Einer wartet im Wartezimmer, einer in einem Behandlungsraum und einer wird gerade untersucht. Ein direkter Kontakt der Besucher wird so verhindert.

Wie bei Nolte ist es auch in anderen Praxen. Was möglich ist, wird per Telefon erledigt. Die Ergebnisse einer Blutuntersuchung beispielsweise, die früher im direkten Gespräch erläutert wurden, werden jetzt per Telefon erklärt. Die Patienten sind dankbar für den Service. Die Bilder aus Italien und die Ansprache der Bundeskanzlerin vor einer Woche haben zu einem Umdenken geführt. Wer nicht unbedingt muss, verlässt das Haus nicht – auch nicht für einen Arztbesuch. Normalerweise war der Montag der Stresstag schlechthin für Arztpraxen. 20 Patienten im Wartezimmer waren keine Seltenheit. Diesen Montag war alles anders. Gerade einmal zwei Patienten warteten an der Tür und baten um einen Termin, weiß die Hofgeismarer Ärztin.

Patienten sagen Termine ab

Dafür steht das Telefon kaum still. Das trifft nicht nur die Allgemeinmediziner, sondern auch die Zahnärzte. Dort aber oft aus einem anderen Grund: Patienten sagen Termine ab, die schon lange vor Corona-Zeiten vereinbart wurden. Besonders betroffen ist die professionelle Zahnreinigung. „Etwa zwei von drei Terminen in diesem Bereich werden abgesagt“, heißt es in einer Zahnarztpraxis in Grebenstein. Auch in Hofgeismarer Praxen bestätigt man diesen Trend. Die Menschen haben Angst vor dem nahen, direkten Kontakt, der bei einer Behandlung nötig ist.

Nolte: „Die Menschen machen sich Sorgen.“ Vor allem Hausärzte, die üblicherweise oft der Kummerkasten der Menschen sind, bekommen dies zu spüren. Bei vielen kommt zur Corona-Angst die Sorge um den Arbeitsplatz und die finanzielle Zukunft. Nolte: „Ich hoffe, es nagt nicht zu sehr an den Menschen. Denn Sorgen und Ängste schlagen auf den Blutdruck durch oder auch auf den Magen.“ Die Folge wäre mittelfristig womöglich eine körperliche Krankheit aufgrund der aktuellen psychischen Belastung.

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