Die Zeit verging wie im Fluge

Werner und Helga Förster aus Hümme feiern Eiserne Hochzeit

Seit 65 Jahren verheiratet: Werner und Helga Förster feiern heute ihren Eisernen Hochzeitstag. Damals waren sie das jüngste Paar Wuppertals: Die 19-jährige Braut und ihr zwei Jahre älterer Bräutigam (rechts).
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Seit 65 Jahren verheiratet: Werner und Helga Förster feiern heute ihren Eisernen Hochzeitstag. Damals waren sie das jüngste Paar Wuppertals: Die 19-jährige Braut und ihr zwei Jahre älterer Bräutigam (rechts).

So ganz können Werner und Helga Förster es noch gar nicht glauben, dass sie heute schon ihren 65. Hochzeitstag feiern können.

Hümme – Jedoch gibt es genug Beweise. Schließlich waren sie von 65 Jahren das jüngste Paar, das in Wuppertal heiratete und bekamen deshalb sogar Zeitungsartikel.

Kennengelernt hat sich das Paar, das aus Schlesien und Westpreußen stammt, beim Karneval. Er als wilder Pirat, sie die scheue Herzdame. Doch erst nach einem geschickt eingefädelten Kinobesuch funkte es so richtig zwischen dem jungen Paar. „Ich habe den Film bereits zuvor gesehen und als ich rauskam, sah ich sie in der Schlange vor der Kasse stehen“, erinnert sich Werner Förster und erzählt verschmitzt lächelnd: „Ich habe mich einfach noch einmal angestellt und sie dann rein zufällig dort getroffen.“

Die List hatte Erfolg und das Ehepaar feierte ganz jung Hochzeit. Die 19-jährige Braut und ihr zwei Jahre älterer Bräutigam waren damals das jüngste Hochzeitspaar des Jahres in Wuppertal.

Seit 65 Jahren verheiratet: Werner und Helga Förster feiern heute ihren Eisernen Hochzeitstag. Damals waren sie das jüngste Paar Wuppertals: Die 19-jährige Braut und ihr zwei Jahre älterer Bräutigam (rechts). (Repro)

Ganz ohne Arbeit geht es für ihn nicht, obwohl sich der eigene Glasgroßhandel nicht mehr lohnt

1965 bezog das Ehepaar das eigene Haus in Hümme. Dort führte Werner Förster bis vor zwei Jahren noch einen Glasgroßhandel. „Das würde ich auch heute noch“, sagt der 86-Jährige bestimmt, „aber die Lieferfirma hat ihre Konditionen geändert, sodass sich das nicht mehr für mich lohnt.“ Dennoch arbeitet er nach wie vor für gute Kunden. Denn so ganz ohne Arbeit geht es nicht.

Das sieht seine Frau, die in zehn Tagen ihren 85. Geburtstag feiert, ähnlich. Auch wenn sie ihren geliebten Garten nur noch eingeschränkt bearbeiten kann, kann sie die Hände nicht still halten: „Wenn ich keine Wolle habe, bin ich krank“, sagt Helga Förster und fügt hinzu, dass sie eine Lösung für die fehlenden Blumen im Garten gefunden hat: „Ich kaufe mir meine Sträuße selbst!“

Gartenarbeit sorgt für Verlust und Wiederentdeckung von Helga Försters Ehering

Unterstützung in ihrem Garten bekommt sie von ihrem Mann. Dieser stieß bei der Gartenarbeit vor 15 Jahren sogar auf Gold. „Mit einem Mal hat es an der Forke in der Sonne geblitzt“, berichtet er von seinem Goldfund. Es war der Ehering, den Helga Förster 15 Jahre zuvor im Frühbeet verloren hatte und den man einbetoniert glaubte.

Doch die Inschrift im Ring bewies es deutlich: Dieser Ring gehörte seiner Frau und sollte zurück an ihren Finger. Mit Stolz trägt Helga Förster ihn heute. Der Ersatzring, der zwischenzeitlich gekauft wurde, wanderte in die Schublade.

Zu den Menschen, die heute coronakonform gratulieren, gehören neben den Kindern des Paares nicht nur fünf Enkelkinder, sondern inzwischen auch zwei Urenkel. „Vor fünf Jahren haben wir die Diamantene noch groß gefeiert. Das geht jetzt natürlich nicht“, bedauert das Ehepaar. „Aber wer weiß, vielleicht können wir das ja schon bald nachholen.“ (Gitta Hoffmann)

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